Wut! Abschied von der Demut

Es gibt ein neues Buch von Heidemarie! ISBN: 9783743192324

 

Beschreibung

Der aktuelle Klappentext Ihres Titels lautet:

Nachdem Heidemarie Schwermer im März 2016 nach einer langen Krankheit im Alter von 74 Jahren von uns gegangen ist, haben wir das Buch „Wut! Abschied von der Demut“ als Nachlass in einem Karton gefunden.
Als Heidemarie 1984 42 Jahre alt wird, merkt sie, dass sie gründlich an sich selbst arbeiten muss, wenn sie ihre langjährigen, auferlegten Fesseln lösen will. Damals wusste sie noch nicht, wohin sie diese Entwicklung führen wird. Nämlich nach einem glücklichen Leben ohne Geld, Wohnung und Besitz.
Sie schreibt in diesem Buch offen über den harten Kampf mit sich selber und anderen, als sie plötzlich merkt, dass Gefühle wie Wut und Trauer auch ein Recht in ihrem Leben haben. Sie erzählt von ihren mühseligen Beziehungen zu Männern, ihr widersprüchliches Verhalten und von ihren großen Verwandlungen, als sie sich endlich erlaubt sich selbst zu sein.

AUFLÖSUNG

AUFLÖSUNG
Schmerzen ablegen 

und auflösen,

hineingehen

in grosser Freude.

Freude erleben darüber

ein Mensch sein zu dürfen.

Mensch zu sein

erlaubt Schritte zu tun

in verschiedene Richtungen,

umzukehren,

neu zu probieren,

Starre abzulegen, aufzulösen,

beweglich zu sein

im Handeln!

Was für Geschenke sind das.

Wir sollten sie annehmen

mit grosser Freude.

März 2016

Liebe Freunde/Freundinnen, Bekannte und andere Leser von Heidemaries Webseite,

Heidemarie ist nach einer langen Krankheit in der Nacht am 23.3.2016 sehr friedlich eingeschlafen und von uns gegangen. Wie sie schon im letzten Text erwähnte, stand der Februar für Frieden. Und den hatte sie gefunden!

Damit wir sie nicht vergessen, kann man eine liebe Nachricht  auf dieser Seite hinterlassen (http://inmemoriam.heidemarieschwermer.com/). Man darf Musik, ein Kerzchen, ein Bild oder Sonstiges als Gedenken draufladen (Berichte werden aber erst kontrolliert).

Wir hoffen, dass Heidemaries Ideen in euch weiterleben werden und ihr sie in guter Erinnerung behaltet! Ihre Bücher mit ihren Gedanken kann man auch weiterhin bestellen.

Herzliche Grüsse, Natalia Oyarce Schwermer

Dear friends,

Heidemarie has passed away peaceful in a loving environment in the night of 23th march 2016, after a long illness. Like she said in her last text in February, she found peace in her heart. Her life was very exciting, balanced and fulfilled, she always said. We hope that her thoughts and ideas will never be forgotten and will live on in you. Her books with her thoughts are still in the stores.

If you want to say something and leave a message, music, picture or something else to remember her, you can do this over HERE (http://inmemoriam.heidemarieschwermer.com/).

Greetings, Natalia Oyarce Schwermer (daughter)

 

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Januar 2016

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das neue Jahr begann für mich mit Schwung und Freude. Nach der ersten Woche jedoch kehrte Stille ein, absolute und totaler Rückzug. Mit den Energien ist es ja manchmal so, dass wir sie kaum steuern können, dass etwas geschieht, mit dem wir nicht gerechnet haben. Oft spielt das Kollektive dabei mit. Eine Freundin bestätigt mir jedesmal, wenn ich ihr von speziellen Dingen aus meinem Leben berichte, dass sie ähnliches bei anderen Freunden auch gerade erlebt. Manchmal sehen die Erlebnisse fast identisch aus. Das hat natürlich mit den morphogenetischen Feldern zu tun und unserem Zusammengehörigkeitsgefühl, das ja ständig wächst, je spiritueller wir werden. Ein Teil des Ganzen zu sein, die Individualität auszutauschen mit einer ganz neu erlebten Verbundenheit, macht glücklich.

Die letzten Wochen waren also Zeiten der Stille für mich und der Einkehr ins Innere. Dazu fallen mir die Rau-nächte oder Rauhnächte oder Rauchnächte ein. Sie beginnen am 25.12. des alten Jahres und enden am 5.1.
Der Begriff Rauhnächte kommt von Räuchern und stammt aus der Vergangenheit. Unsere Vorfahren führten ein Ritual ein: das alte Jahr wurde ganz einfach ausgeräuchert. So schufen sie Platz für das Neue, was im neuen Jahr geschehen wollte (oder sollte?) Jedes Jahr die gleiche Zeremonie: 12 Nächte wurden dafür anberaumt. Jede Nacht hatte ein anderes Thema und stand für einen Monat im Kommenden Jahr..
Seit einiger Zeit wird dieses Ritual wieder aufgegriffen von unterschiedlichen Gruppen. Es wird über die Themen meditiert, manchmal Buch darüber geführt, damit nichts in Vergessenheit gerät. Auch ich habe mich diesmal an dieser Sequenz beteiligt. Der Monat Januar hatte das Thema Stille als Schwerpunkt. Stille und Rückzug. Andere Monate standen unter Frieden, Liebe, unterschiedliche Strategien und anderes, sehr interessant.

Wie sollte das nun gehen mit der Stille? Ich war so eingespannt in ein eher geschäftiges Leben, dass ich mir den Rückzug gar nicht vorstellen konnte. Doch plötzlich tauchte die Wohnung vor mir auf, in die ich eintauchen wollte, um alles von mir abzuwerfen. Hier war ich überwiegend allein, musste mich nirgendwo unterordnen, konnte einfach auf mein Herz hören und tun, was es mir diktierte. Meist handelte es sich dabei um Meditationen, die mich trugen. Ohne jegliche Ablenkung gestaltete ich die nächsten 14 Tage, wurde Teil der Natur von meinem Meditationsplatz aus.
Ich fühlte die Sonne, lauschte dem Regen und verschmolz mit dem Wind.
Eigenartigerweise musste ich das alles von dem Platz am Fenster wahrnehmen, konnte mich nicht nach draussen begeben. Meine Gesundheit ließ das nicht zu, was mir jedoch keineswegs schwerfiel. Ich fühlte mich wie in einem Kloster, und Nebeneffekt dieser Zeit waren gravierende Entscheidungen, die ich für die Zukunft fällte.So habe ich das Gefühl, in dieser letzten Zeit wieder ein Stück gewachsen zu sein. Heute kehre ich zurück in den Trubel und bin auch damit zufrieden.
Mal schauen, was der Februar bringt, der unter dem Motto Frieden steht.
Uns allen ein ausgefülltes sinnreiches Jahr 2016 wünscht Heidemarie

Dezember 2015

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

als ich vor kurzem darum gebeten wurde, meine „Krankheitsgeschichte“
aufzuschreiben, kam ich über einige Fakten ins Grübeln. Durch meine Ausbildungen im Laufe meines Lebens, besonders auf dem psychischen Gebiet hatte ich geglaubt, die meisten Störungen in mir ausgeräumt zu haben. Nun stolperte ich über einige Muster, die mein Leben bestimmt hatten und immer noch bestimmten. Muster legen wir uns zu, um als Kinder zu überleben, die unangenehmen Situationen irgendwie zu managen. Als Kinder sind wir gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen, um verschiedene Situationen zu besiegen und vor allem weiterleben zu können.
Eins meiner ersten Lebensmuster wurde in meiner frühen Kindheit geprägt:
Wir waren auf der Flucht von Ostpreußen in eine neue Heimat: vier Kleinkinder mit Mutter und Oma. Die Situation sah folgendermaßen aus:
meine ein Jahr jüngere Schwester war in letzter Sekunde aus einem Krankenhaus geholt worden, allerdings nicht gesünder als bei ihrer Einlieferung. Der Feind stand vor der Tür, und alle Kranken mussten das Haus verlassen. Meine Mutter war so glücklich darüber, dass sie ihr Baby lebend geborgen hatte, dass sie dieses Kind besonders gut hütete, es mit sich herum trug und in intensivem Kontakt mit ihm stand.. Dafür wurde sie belohnt, denn meine damals todkranke Schwester überlebte und wurde eine stabile Persönlichkeit.

Meine Oma hatte einen Lieblingsenkel, um den sie sich besonders bemühte.
Mein ältester Bruder, damals gerade fünf Jahre alt, versuchte eine Vaterrolle einzunehmen und die Familie irgendwie zusammenzuhalten. Nur ich als drittgeborenes Kind hatte keine Rolle. Ich fühlte mich überflüssig und ungeliebt. Als wir nach der Flucht ein neues Zuhause fanden, kam mein Muster zum Tragen. Überflüssig wollte ich nicht sein! So begann eine lange Geschichte der Krankheiten. Schnell hatte ich nämlich gemerkt, dass bei Krankheit sich alle um mich kümmerten und ich plötzlich ganz wichtig war.

Mein zweites auffälliges Muster hatte mit meiner Einstellung zu mir selbst zu tun. Als ich 9 Jahre alt war, wurde meine jüngste Schwester, eine Nachzüglerin sozusagen, geboren. Durch ihre Geburt kam ich von meinem Überflüssigkeitsgefühl weg, denn sofort begann ich, mich besonders um dieses Kind zu kümmern. Ich nahm so etwas wie eine Mutterrolle ein, brachte ihr das Laufen, das Sprechen u.a. bei. Auf alten Fotos stellte ich fest, dass zu dieser Zeit etwas mit meinem Äußeren geschah: Ich wurde dicker, brauchte eine Brille und fühlte mich hässlich. Meine kleine Schwester war so süß, fiel auf mit ihren strahlend blauen Augen und stand überall im Mittelpunkt. Natürlich war ich stolz auf sie, brachte mich aber immer mehr in ihren Schatten, und schon bald hiess mein neues Motto: Ich bin hässlich, dick und dumm! Mit dieser Einstellung hatte ich lange Jahre zu kämpfen. Auch das Abitur, mein Studium und andere Maßnahmen, die ich ergriff, um aus dieser Falle herauszukommen, halfen mir nicht.

Das ist das Katastrophale an den eingeprägten Mustern: Haben wir sie einmal angelegt, werden wir wir sie nicht so schnell wieder los. Warum sucht sich jemand immer wieder einen Partner, der nicht zu ihr passt?
Warum machen wir ständig dieselben Fehler, tappen in Fallen, die uns zusetzen, können aber nicht damit aufhören? In meiner Praxis als Psychotherapeutin hatte ich oft mit Menschen zu tun, denen niemand ansehen konnte, welche versteckten Programme in ihnen abliefen.
Warmherzige Frauen offenbarten ihre Unfähigkeit zu lieben, ihren Neid auf andere etc. In ihrem Beruf erfolgreiche Männer gestanden ihr geringes Selbstwertgefühl ein. Wir alle haben damit zu tun. Es ist schön, dass es heutzutage Möglichkeiten gibt, unsere Mängel anzuschauen und sie im laufe der Zeit umzupolen. Brauchten wir früher viele Jahre dazu, nur um eine Kleinigkeit zu verändern, gibt es heute schon Methoden, die schneller zum Ziel führen. Das Ziel sollte ja sein, dass wir psychisch und physisch gesund leben können. Krankheiten weisen uns darauf hin, dass es etwas in uns anzuschauen gibt, dass wir uns auseinandersetzen mit falschen Glaubenssätzen, um sie umzugestalten. Die Entdeckung, plötzlich ganz anders mit den Dingen umgehen zu können, macht uns glücklich. Auf diese Art nehmen wir teil am großen Lebensfluss, können mitschwimmen darin. In den letzten Jahren bin ich durch das „Unglück meiner Krankheit“ auf so viele Erkenntnisse gekommen, dass ich dankbar bin, diese Erfahrung gemacht zu haben.

Wollen wir unsere eingeprägten Muster verlassen, um freier leben zu können, besteht die Möglichkeit, es in speziellen Therapien mit Hilfe von außen (einer/m Therapeuten) zu beginnen. Die Hauptarbeit jedoch besteht im Alltag. Hier werden uns ständig Situationen präsentiert, die uns auf das Alte stoßen, uns jedoch auch die Chance geben, Neues auszuprobieren. So wurde ich im Laufe meines Lebens mit zahlreichen „kleinen“Schwestern konfrontiert. Die meisten von ihnen waren genauso alt wie meine „ursprüngliche“ Schwester, hatten ähnliche Charaktereigenschaften, brachten mich in totale Konfliktsituationen. Was mir immer wieder passierte, war das Vergleichen, der größte Fehler, den wir machen können.
Beim Vergleich mit einem anderen Menschen schneiden wir entweder besser oder (eher) schlechter ab. Es geht jedoch darum, zu erkennen, dass wir einzigartig sind! Jeder Mensch wird mit einem Programm geboren, das nur er oder sie für die Welt bereit hat. Unsere Aufgabe besteht darin, dieses Programm oder besser unseren inneren Kern zu erkennen und damit unseren Platz einzunehmen.

In der Konfrontation mit meiner letzten kleinen Schwester (wieder eine Stellvertreterin, versteht sich) gab es einen Durchbruch. Ganz deutlich erkannte ich das Muster, das mich bislang gehindert hatte, immer und überall ganz ich zu sein. Zum ersten Mal konnte ich mich behaupten, ohnbe mich wie sonst beleidigt, schmollend oder traurig zurückzuziehen. Es gab eine wunderbare Aussprache, die auch meiner Freundin gut tat, und ich fühlte mich frei.

Ich wünsche uns allen immer wieder Annahme der Situationen und neue Erkenntnisse.
Ein schönes Weihachtsfest, intensive Raunächte und ein glückliches neues Jahr uns allen!
Heidemarie im Dezember 2015

November 2015

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

als ich vor 30 Jahren das Buch“Fit fürs Leben“ von Harvey und Marilyn Diamond las, war ich schockiert und empört über die Dinge, die sie dort aufzeigten. Sie beschrieben, wie unterschiedliche Konzerne alles dransetzten, um unsere Lebensmittel zu entkräften.Zucker, Mehl, Reis, Salz u.a.wurden von ihrem Nährstoff befreit und als tote Materie verkauft. Die Beweggründe dahinter sollen hier keine Rolle spielen. Laut der beiden Autoren ging es überwiegend um Profitgier und Kleinhaltung der Menschheit.
Damals stellte ich meine gesamte Ernährung das erste Mal um, wurde Vegetarierin und achtete auf gesunde Kost.

Heute geschieht etwas Ähnliches für mich. Das Buch „Wasser- das größte Gesundheitsgeheimnis“ von Dr.Paul Bragg und Dr. Patricia Bragg fiel mir in die Hände und öffnete mir die Augen über das, was Wasser in uns anrichten kann.Paul Bragg beschreibt zu Beginn des Buches, wie sein Großvater, der auf einer Farm in gesunder Umgebung lebte, eines Tages mit Anfang 60 einen schweren Schlaganfall erlitt, von dem er sich nicht wieder erholte.In seinen späteren Studien erkannte Dr. Bragg, dass die Erkrankung und der anschließende Tod seines Großvaters u.a. an der Härte des Wassers gelegen hatte, das aus dem eigenen Brunnen kam. Hartes Wasser verkalkt unsere Arterien und kann zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen.

Als ich vor zwei Jahren im Krankenhaus lag, wurde ich angehalten, täglich mindestens drei Flaschen Mineralwasser zu trinken, auch das – nach
Dr.Bragg- ein Gift, das unseren Körper zerstört. Anorganische Mineralien können von unserem Körper nicht verarbeitet werden. Darum sollten wir
Obst- und Fruchtsäfte (frisch gepresst am besten) trinken, weil die anorganischen Mineralien von den Pflanzen in organische verwandelt werden, die sehr gut für unseren Körper sind. Außerdem sollten wir destilliertes Wasser zu uns nehmen!
Soweit der Forscher, der Wissenschaftler, der unserer Zeit um 100 Jahre voraus ist, wie er sagt.Würden sonst die vielen Mineralwasser auf dem Markt sein und von uns gekauft werden? Diesmal handelt es sich eher um Unwissenheit und nicht nur um Profitgier, glaube ich.

Meine neue Ärztin, die wieder einmal- wie so viele Dinge in meinem Leben – im rechten Augenblick mir zugespielt wurde, betreibt Uraschenforschung für Krebs und andere Krankheiten. Sie hat mir ein Programm zusammengestellt, in dem Wasser eine große Rolle spielt, das richtige Wasser, versteht sich.

Wir leben in einer spannenden Zeit, in der Dinge umgestoßen werden, die schon solange Bestand hatten. Vieles wird hinterfragt, neu angeschaut und erfordert eine komplette Änderung, wenn wir zufrieden, gesund und glücklich leben wollen.

Dazu passt das ganz große wichtige Thema der heutigen Zeit, das mit Religion oder besser Spiritualität zu tun hat, wobei Spiritualität als Erweiterung unserer kleinen materiellen Welt gesehen werden kann.
Religion, in der uns jahrhundertelang eine Macht übergestülpt wurde, die uns Angst machte – ein übermächtiger Gott drohte mit Vergeltung, falls wir nicht spurten- wurde von den Aufklärern einfach abgeschafft. In dieser gottlosen Zeit fielen viele Menschen in einen Zustand innerer Leere, die sie irgendwie zu füllen suchten. Das meiste fand im Außen statt.

Heute spüren wir, dass etwas Neues geschieht, wir geführt und getragen werden, wenn wir uns öffnen für eine neue Welt. Die geistige Welt mischt sich ein, wenn wir bereit dafür sind.

In meinem eigenen Leben werde ich ständig mit Dingen konfrontiert, die ich manchmal nicht sofort verstehe, die jedoch bei näherem Anschaun Sinn machen und genau in die Situation passen. Auch Krankheiten und andere „negative“ Erfahrungen können uns in etwas hineinführen, das unbedingt angeschaut werden will, weil es uns transformieren kann. Und letztlich geht es für uns darum: bewusst in jedem Augenblick wahrzunehmen, wie wir mitschwimmen in dem göttlichen Lebensfluss. Die kleinen Alltagsgeschehnisse, wozu auch unsere Ernährung, unser Miteinander, unser Gespür für das Sein zählen, machen uns wach und lassen uns wachsen!

Eine schöne Zeit wünscht Heidemarie im November 2015

September 2015

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

60 Millionen Menschen sind unterwegs – ohne Besitz, ohne Geld, ohne Wohnung! Sie sind auf der Flucht und suchen Schutz und Hilfe bei ihren Mitmenschen. In einigen Ländern werden sie mit offenen Armen empfangen, willkommen geheissen, unterstützt und beschenkt. Was für eine Wende im Umgang miteinander! Die Helfenden tun dieses aus dem Herzen heraus. Manche erinnern sich an ihre eigene Flucht oder denken an die Flucht ihrer Eltern, über die sie so viel gehört haben. Sie wissen, wie schwer und mühselig das Leben auf der Flucht sein kann und wie schrecklich der Verlust des gesamten Besitzes, der Freiheit und des angenehmen Lebens.
Die Helfer fühlen Empathie, wollen mit anderen teilen, von ihrem Reichtum abgeben! Die Beschenkten sind überaus dankbar, freuen sich über soviel Hilfsbereitschaft.

An dieser Stelle möchte ich meine eigene Erfahrung einbringen, denn  auch ich lebe seit fast 20 Jahren ohne eigenes Geld, ohne eigene Wohnung, mit wenig Besitz. Bei mir liegt kein Notfall vor. Meine eigene Flucht geschah vor 70 Jahren, und ich habe mich längst von ihr erholt. Aber dieses Erlebnis aus meiner frühen Kindheit prägte mein Leben. Auch damals gab es Menschen, die aus dem Herzen halfen, die teilen wollten so gut es ging. Dennoch wurde ich lange nicht das Gefühl los, ein Mensch zweiter Klasse zu sein. Damals war es ein Makel, zu den Flüchtlingen zu gehören! Im Laufe meines Lebens habe ich daran gearbeitet, dieses negative Gefühl in ein positives zu verwandeln. Ich habe mir und der Welt bewiesen, dass ein Mensch wertvoll ist und in Würde leben kann, auch wenn er das ohne Besitz und materiellen Reichtum tut.

Wenn ich an die heutigen Flüchtlinge denke, fällt mir ein, dass es unbedingt notwendig ist, sie von Anfang an in Augenhöhe zu holen, ihnen zuzutrauen, dass ihre Fähigkeiten eine Gesellschaft bereichern können. Sie sind nicht gekommen, um uns etwas wegzunehmen, denn aus eigener Erfahrung weiss ich, dass jeder Mensch auch geben möchte.
Allerdings braucht es Möglichkeiten dafür. Ich habe mir überlegt, dass das „Gib&Nimm Prinzip“ hier greifen könnte. Eine Liste müsste erstellt werden mit den Angeboten der Talente der neu Hinzugekommenen. Sicherlich verfügen viele über handwerkliche Qualitäten, über Mechaniken, über medizinisches Knowhow, über musische Talente, über
Hauswirtschaftliches, Pädagogisches und vieles mehr.

Als wir damals in der Dortmunder „Gib&Nimm Zentrale“die Menschen nach ihren Fähigkeiten befragten, gab es einige, die erstmal mitteilten, dass sie nichts Spezielles könnten und eigentlich gar nicht auf die Liste gehörten. Bei fast allen konnten wir allerdings im Anschluss an die Befragung mehrere Dinge vermerken. Z.B. kochen, backen, Blumen arrangieren, gut mit Tieren umgehen, Fahrrad reparieren, als Chauffeur
fungieren und vieles mehr. Unsere Liste umfasste mehrere Seiten. Von allem gab es etwas. Genauso könnte es mit den Eingereisten geschehen, wenn sie erstmal in einer festen Unterkunft wohnen.

Von den Medien erfuhr ich schon Beispiele für dieses neue Miteinander. Ein paar Menschen bieten ihre Häuser für ein Übergangswohnen an, natürlich ohne Miete zu erwarten. Dafür helfen die „Mieter“ im Garten, im Haus, reparieren und bringen sich ein, so gut es geht. Beide Parteien spüren die Bereicherung und sind glücklich darüber. Aus einer Gemeinde erfuhr ich, dass sich unterschiedliche Gruppen gebildet haben. Da wird afrikanisch oder arabisch gekocht, eine Fahrradwerkstatt wurde eingerichtet und eine Nähstube.
Ein junger Mann in einer deutschen Kleinstadt kam auf die Idee, von einem Bauern ein Stück Land zu pachten, auf dem er mit den Vätern und Kindern eines Asylantenheimes einen Abenteuerspielplatz baut und ein Stück Land zum Gärtnern den Frauen überlässt. Er selber ist glücklich über die intensiven Kontakte und über die Möglichkeit, sich mit neuen
Sprachen zu befassen.

Meine Überlegungen gehen noch einen Schritt weiter: gäbe es jetzt nicht eine Chance, ein ganz neues System einzuführen? Ein Miteinander ohne Geld? Mir erscheint so eine Gesellschaft durchaus erstrebenswert. Die Menschen wachsen in etwas Neues hinein. Geistige Werte lösen die jetzigen materiellen ab. Es gilt nicht mehr, besser sein zu wollen als die anderen sondern über unsere Gleichwertigkeit nachzudenken und sie
zu leben. Ganz andere Dinge stehen im Mittelpunkt als die heutigen. Die Menschen merken, wieviel einfacher ein Sein ohne zuviel Ballast, ohne Konkurrenz und das sich ständig mit anderen Vergleichen ist. Ein Leben ohne Geld hat so viele Vorzüge, dass ich gleich drei Bücher darüber geschrieben habe.
Ein „Umdenken“ könnte schrittweise erfolgen und nur mit den Menschen, die dieses Experiment ausprobieren wollen, denn auch hier darf es keinen Zwang, kein Überstülpen oder andere Machenschaften geben, die zu einem anderen Leben führen sollen.

Zu Beginn von „Gib&Nimm“ schrieb ich einmal an den Oberbürgermeister von Dortmund, um ihm meinen Plan vorzustellen: Die Stadt gibt Überflüssiges (z.B. Theater- oder Kinokarten, auch schon mal Tickets für Busse, die nicht ausgelastet waren und ständig leer durch die Gegend fuhren) kostenfrei aus und „gib&nimm“ bietet notwendige
Arbeiten dafür an: die Sauberhaltung der Bushaltestellen z.B. oder den Empfang von
Menschen auf dem Bahnhof, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind.
Wir hatten viele Ideen, aber sicher fand der OB das alles nur spinnert und nicht ernst zu nehmen.

Die Zeiten haben sich geändert, und ich glaube, dass wir gemeinsam nach neuen Wegen suchen sollten!

Einen angenehmen Herbst wünscht Heidemarie im September 2015

P.S. Meine Flucht damals im Jahr 1944 ging aus von Memel in Ostpreussen, dem heutigen Klaipeda in Litauen. Vor einem Monat erhielt ich eine Einladung von der dortigen Universität für einen Vortrag über mein geldloses Leben und meine Philosophie dazu. Sie laden Menschen ein, die in Klaipeda(Memel) geboren wurden und durch irgendetwas bekannt geworden sind. So schließt sich für mich ein Kreis!

August 2015

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute vor genau vier Wochen fasste ich einen Entschluss, der mich im
ganzen letzten Monat glücklich machte. Ich wurde vegane Rohköstlerin.
In den letzten Jahren hatte ich schon so einiges von meinem
Speiseplan gestrichen. Süssigkeiten, mit denen ich mich oft
vollgestopft hatte, verschwanden von meinem Essplan, auch tierische
Milchprodukte gab es nicht mehr. Hauptkost wurde Obst und Gemüse,
nicht unbedingt im rohen Zustand.
Im Zuge meiner Heilungsversuche hatte ich eine Menge Bücher über
„richtige“ und „falsche“ Ernährung bei einer Krebserkrankung gelesen,
die sich zum Teil widersprachen.Manchmal war ich ganz schön
durcheinander, bemühte mich jedoch um einen ausgeglichenen
Speiseplan.

Als ich vor vier Wochen auf einer meiner „Gesprächsrunden- Reisen“
die energiegeladene Catrin in Würzburg traf und von ihr erfuhr, dass
ihr blendendes Aussehen mit ihrer Ernährungsweise zu tun hat, horchte
ich auf.
Ich wusste, dass Krebszellen sich von Zucker und Kohlenhydrate
ernähren, versuchte permanent, diese wegzulassen, was jedoch nicht
gelang. Jetzt witterte ich eine neue Chance, die ich unbedingt
wahrnehmen wollte. Also begann ich am selben Tag mit einer
Wassermelonen- Kur. In den drei Tagen bei Catrin las ich einiges über
Rohkost und war begeistert. Das wollte ich ausprobieren und
erforschen, wie ich mich dabei fühlen würde.
Allerdings räumte ich ein, dass es für mich keine unumschränkte
Absolutheit geben sollte. Falls mich mal Heisshunger für irgendetwas
überfallen sollte, würde ich darauf eingehen. Mangel und Defizit
sollte es nicht in meinem Leben geben.

In der nächsten Wohnung bei Gabriele gab es zwei Rohkostbücher mit
wunderbaren Rezepten. Einige davon probierte ich aus und überraschte
damit auch meine Gastgeberin. Ich muss sagen, dass ich mich während
der ganzen Zeit beschwingt fühlte, leicht, aber durchaus tatkräftig
und voller Energie. Obwohl ich unter ständigen Schmerzen in den
Beinen und im Rücken litt, hatte ich eine Bombenlaune!
Gestern nun ging ich meinem ersten Gelüste nach. Mit einer Freundin
besuchte ich eine Pizzeria und beschloss, statt eines Salates eine
richtige knackige Pizza zu essen. Wie ich das geniessen konnte! Sie
schmeckte vorzüglich, eine Gaumenfreude vom Feinsten. Kaum hatten wir
die Pizzeria verlassen, begann das Dilemma: Ich fühlte mich dermaßen
schlapp, musste mich zur Wohnung schleppen, wo ich sofort ins Bett
fiel.
Dieses „Experiment“ war durchaus gelungen, konnte ich doch ad hoc
feststellen, was Nahrung mit uns macht. Obwohl ich später die
bekannten Salate und Nüsse nachreichte, wollte sich mein Körper nicht
so schnell beruhigen. Als ich heute Morgen aufwachte, fühlte ich mich
wie nach einer durchzechten Nacht, immer noch schlapp, mit brennenden
Augen und verstärktem Schmerz. Dennoch bereue ich nicht, mir dieses
Essvergnügen gegönnt zu haben. Deutlicher hätte das Ergebnis gar
nicht sein können!

Inzwischen sind ein paar Tage vergangen, und mein Körper hat sich wieder beruhigt. Bei meinem jetzigen Besuch bei meiner Tochter stoße ich auf neue Heilungsvorschläge, die mir sehr gefallen. Meine Tochter hat für sich und ihre chronischen Rückenschmerzen bestimmte Einlegesohlen in den Schuhen entdeckt, die sie zwingen, aufrecht zu gehen.
Eine aufrechte Haltung kann das Selbstwertgefühl nur unterstützen, sage ich mir und lege mir auch solche Sohlen in die Schuhe. Vielleicht helfen sie mir bei der Schmerzbefreiung. Für alles bin ich offen und freue mich darüber.
Vor ein paar Tagen sah ich in einer Dokumentation etwas über verschiedene
Körperhaltungen. Einige Testpersonen nahmen unterschiedliche Haltungen ein
vor einer schweren Aufgabe. Diejenigen, die einige Zeit in der Angsthaltung standen: Arme um den Oberkörper geschlungen, Kopf gesenkt, wagten den Bungiesprung nicht, während die anderen in der Siegespose: Arme hochgestreckt, Kopf aufrecht nach vorn gerichtet, sich mutig in die Tiefe stürzten. Fazit dieser Sendung war u.a.der Ratschlag, diese Pose einzunehmen vor jeder schweren Aufgabe.
So habe ich mir vorgenommen, mindestens einmal täglich mich vor den Spiegel zu stellen und meinem Körper zu signalisieren, dass er nun geheilt ist, wirklich und wahrhaftig.

Als ich neulich an der wunderschönen Wildblumenwiese vorbeikam, blieb ich
fasziniert davor stehen, bewunderte die bunten, so verschiedenen Blumen,
die ein harmonisches Miteinander ausstrahlten und dachte an uns Menschen.
Auch wir verfügen über eine Vielfalt, eine Buntheit, die unser Miteinander
schmücken können, wenn wir uns gegenseitig tolerieren und respektieren.
So habe ich in den letzten beiden schweren Jahren gelernt, alles was
auf mich zukommt, positiv zu begrüssen, Dinge anzunehmen und auszuprobieren. Ich
lerne die Vielfalt kennen, die mein Leben würzt.

Heute erhielt ich eine Mail einer Freundin, die mir mitteilte, dass gerade die Schleusen von Fukishima geöffnet wurden und radioaktives Wasser in das Meer geleitet wird. Seit ein paar Wochen habe ich in meine tägliche Friedensmeditation zwischen 19.00 und 19.30 Uhr eine Sequenz eingebaut, in der ich für Mutter Erde bete, besonders für die Reinigung aller Gewässer.
Es wäre schön, wenn sich noch mehr Menschen anschliessen könnten, denn jede Fürbitte erhöht die Möglichkeit einer Reinigung und Heilung. Wir alle zusammen können viel erreichen.

Noch ein paar schöne Sommertage wünscht Heidemarie im August 2015