August 2014

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„und was machen Sie, wenn Sie mal krank sind?“ Diese am häufigsten an mich gestellte Frage während meiner Vorträge und Gesprächskreise kann ich heute wunderbar beantworten. Ging es früher eher um Spekulationen – ich war ja nicht krank, war jahrelang nicht krankenversichert, diese Frage beschäftigte mich für mich persönlich nicht damals – habe ich heute etwas anderes vorzuweisen. Seit mehr als einem Jahr bin ich damit beschäftigt, Heilung zu erzielen, auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

Da ich seit ein paar Jahren wieder versichert bin, zahlt die Krankenkasse natürlich die wichtigsten Dinge, die ich jetzt brauche. Darum geht es hier nicht, eher um ein Miteinander, ein Füreinander, über das ich früher so viel spekuliert hatte. Ich stellte mir eben eine neue Gesellschaft vor, in der es keine Abrechnung, Aufrechnung oder Abgrenzung gibt. Aus der Einheit heraus handeln wir. Wir öffnen unsere Herzen, schauen, was gerade anliegt und springen mit unseren Kräften füreinander ein. So erlebe ich es im Moment. Ich, die Herumreisende, habe seit drei Monaten ein Domizil bei einer Freundin, die mich voller Freude und mit großer Hilfskraft unterstützt, mir Mut macht und mich keinerlei Schwächen fühlen lässt. Obwohl meine Hilfen eher gering ausfallen, kann ich mich frei bewegen ohne schlechtes Gewissen. Meine Freundin bestätigt mir immer wieder, dass für sie unser Zusammenleben völlig in Ordnung ist.

Eine andere Freundin bietet mir schon mal ihre Wohnung für die Nachbereitung der Krankheit an. Für unbegrenzte Zeit möchte sie mich bei sich haben. Freunde und Freundinnen, meine Familie und andere geben sich die Klinke in die Hand, um auf irgendeine Art für mich Sorge zu tragen. Manche reisen von weit her an, um ein paar Tage zu überbrücken, in denen ich allein wäre, weil die Freundin nicht da ist. Unglaublich, wie eins ins andere übergeht und alles ganz selbstverständlich geschieht.

Nicht nur die Besuche und Pflege erstaunen mich sondern auch die Hilfen am Rande. Täglich erhalte ich Nachrichten von unterschiedlichen Heilkreisen oder auch Einzelpersonen, die für mich beten, die mich einbeziehen in ihre täglichen Meditationen.

Und dann sind da die Freunde, die mir mit Literatur über die Runden helfen wollen. Neulich kam ein Päckchen mit sechs nagelneue Büchern bei mir an, und vor ein paar Tagen brachte die Post das 730 Seiten dicke Buch von Tiziano Terzani, der vor ein paar Jahren seiner Krebserkrankung erlag. Zuvor hatte er aber noch dieses umfangreiche Werk verfasst, in dem er seinen Behandlungsweg beschreibt. „Die letzte Runde auf dem Karussell“ heisst das Buch, das in anschaulicher Weise Einblick in die ganz unterschiedlichen Heilmethoden gibt. Angefangen bei der westlichen Schulmedizin, über indische, thailändische, chinesische Heilkunst, sehr interessant und aufschlussreich.

Das hat so wenig damit zu tun, wie wir es heute oft erleben, dass Kranke abgeschoben werden, in Heime gesteckt oder in Krankenhäusern vor sich hin leiden. Obwohl ich nicht mitten im Leben mitspiele zur Zeit, mich etwas aussen vor fühle, bin ich doch integriert, keineswegs vergessen von der Welt. Das fühlt sich so gut an, so wie „Krankheiten gehören auch zum Leben“, wollen uns etwas aufzeigen, uns weiterhelfen bei der geistigen Entwicklung.

Natürlich habe ich auch darüber nachgedacht, wo ich im Moment etwas für andere und die Welt tun kann, wo ich etwas zurückgeben kann für die vielen Geschenke. Die Meditation von 19.00 – 19.30 Uhr täglich, die ich schon über Wochen einhalte, ist für Heilung, Frieden und Liebe in der Welt gedacht. Inzwischen sind wir schon ein grösserer Kreis, der sich angeschlossen hat. Letzte Woche erhielt ich eine Mail von einer Bekannten, die ihrem Freundeskreis mitteilte, dass ihr Beitrag für eine Friedensstiftung in der Welt eine gemeinsame Meditation von 19. -20.00 Uhr sein sollte. Sie fügte noch ein paar Gebete bei, die als Öffnung für die Meditation gedacht waren. Ich habe mir den Text ausgedruckt und lese ihn mehrmals am Tag durch. So wächst der Kreis ohne Anstrengung , das Einheitsgefühl hebt die Trennung auf, und wir dürfen über das Miteinander glücklich sein.

Ich wünsche uns allen, dass die Unruhen in der Welt friedvoll gelöst werden, dass wir weiter an dem neuen Miteinander weben und Frieden in unseren Herzen finden.

Alles Liebe im August 2014 von Heidemarie