August 2015

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute vor genau vier Wochen fasste ich einen Entschluss, der mich im
ganzen letzten Monat glücklich machte. Ich wurde vegane Rohköstlerin.
In den letzten Jahren hatte ich schon so einiges von meinem
Speiseplan gestrichen. Süssigkeiten, mit denen ich mich oft
vollgestopft hatte, verschwanden von meinem Essplan, auch tierische
Milchprodukte gab es nicht mehr. Hauptkost wurde Obst und Gemüse,
nicht unbedingt im rohen Zustand.
Im Zuge meiner Heilungsversuche hatte ich eine Menge Bücher über
„richtige“ und „falsche“ Ernährung bei einer Krebserkrankung gelesen,
die sich zum Teil widersprachen.Manchmal war ich ganz schön
durcheinander, bemühte mich jedoch um einen ausgeglichenen
Speiseplan.

Als ich vor vier Wochen auf einer meiner „Gesprächsrunden- Reisen“
die energiegeladene Catrin in Würzburg traf und von ihr erfuhr, dass
ihr blendendes Aussehen mit ihrer Ernährungsweise zu tun hat, horchte
ich auf.
Ich wusste, dass Krebszellen sich von Zucker und Kohlenhydrate
ernähren, versuchte permanent, diese wegzulassen, was jedoch nicht
gelang. Jetzt witterte ich eine neue Chance, die ich unbedingt
wahrnehmen wollte. Also begann ich am selben Tag mit einer
Wassermelonen- Kur. In den drei Tagen bei Catrin las ich einiges über
Rohkost und war begeistert. Das wollte ich ausprobieren und
erforschen, wie ich mich dabei fühlen würde.
Allerdings räumte ich ein, dass es für mich keine unumschränkte
Absolutheit geben sollte. Falls mich mal Heisshunger für irgendetwas
überfallen sollte, würde ich darauf eingehen. Mangel und Defizit
sollte es nicht in meinem Leben geben.

In der nächsten Wohnung bei Gabriele gab es zwei Rohkostbücher mit
wunderbaren Rezepten. Einige davon probierte ich aus und überraschte
damit auch meine Gastgeberin. Ich muss sagen, dass ich mich während
der ganzen Zeit beschwingt fühlte, leicht, aber durchaus tatkräftig
und voller Energie. Obwohl ich unter ständigen Schmerzen in den
Beinen und im Rücken litt, hatte ich eine Bombenlaune!
Gestern nun ging ich meinem ersten Gelüste nach. Mit einer Freundin
besuchte ich eine Pizzeria und beschloss, statt eines Salates eine
richtige knackige Pizza zu essen. Wie ich das geniessen konnte! Sie
schmeckte vorzüglich, eine Gaumenfreude vom Feinsten. Kaum hatten wir
die Pizzeria verlassen, begann das Dilemma: Ich fühlte mich dermaßen
schlapp, musste mich zur Wohnung schleppen, wo ich sofort ins Bett
fiel.
Dieses „Experiment“ war durchaus gelungen, konnte ich doch ad hoc
feststellen, was Nahrung mit uns macht. Obwohl ich später die
bekannten Salate und Nüsse nachreichte, wollte sich mein Körper nicht
so schnell beruhigen. Als ich heute Morgen aufwachte, fühlte ich mich
wie nach einer durchzechten Nacht, immer noch schlapp, mit brennenden
Augen und verstärktem Schmerz. Dennoch bereue ich nicht, mir dieses
Essvergnügen gegönnt zu haben. Deutlicher hätte das Ergebnis gar
nicht sein können!

Inzwischen sind ein paar Tage vergangen, und mein Körper hat sich wieder beruhigt. Bei meinem jetzigen Besuch bei meiner Tochter stoße ich auf neue Heilungsvorschläge, die mir sehr gefallen. Meine Tochter hat für sich und ihre chronischen Rückenschmerzen bestimmte Einlegesohlen in den Schuhen entdeckt, die sie zwingen, aufrecht zu gehen.
Eine aufrechte Haltung kann das Selbstwertgefühl nur unterstützen, sage ich mir und lege mir auch solche Sohlen in die Schuhe. Vielleicht helfen sie mir bei der Schmerzbefreiung. Für alles bin ich offen und freue mich darüber.
Vor ein paar Tagen sah ich in einer Dokumentation etwas über verschiedene
Körperhaltungen. Einige Testpersonen nahmen unterschiedliche Haltungen ein
vor einer schweren Aufgabe. Diejenigen, die einige Zeit in der Angsthaltung standen: Arme um den Oberkörper geschlungen, Kopf gesenkt, wagten den Bungiesprung nicht, während die anderen in der Siegespose: Arme hochgestreckt, Kopf aufrecht nach vorn gerichtet, sich mutig in die Tiefe stürzten. Fazit dieser Sendung war u.a.der Ratschlag, diese Pose einzunehmen vor jeder schweren Aufgabe.
So habe ich mir vorgenommen, mindestens einmal täglich mich vor den Spiegel zu stellen und meinem Körper zu signalisieren, dass er nun geheilt ist, wirklich und wahrhaftig.

Als ich neulich an der wunderschönen Wildblumenwiese vorbeikam, blieb ich
fasziniert davor stehen, bewunderte die bunten, so verschiedenen Blumen,
die ein harmonisches Miteinander ausstrahlten und dachte an uns Menschen.
Auch wir verfügen über eine Vielfalt, eine Buntheit, die unser Miteinander
schmücken können, wenn wir uns gegenseitig tolerieren und respektieren.
So habe ich in den letzten beiden schweren Jahren gelernt, alles was
auf mich zukommt, positiv zu begrüssen, Dinge anzunehmen und auszuprobieren. Ich
lerne die Vielfalt kennen, die mein Leben würzt.

Heute erhielt ich eine Mail einer Freundin, die mir mitteilte, dass gerade die Schleusen von Fukishima geöffnet wurden und radioaktives Wasser in das Meer geleitet wird. Seit ein paar Wochen habe ich in meine tägliche Friedensmeditation zwischen 19.00 und 19.30 Uhr eine Sequenz eingebaut, in der ich für Mutter Erde bete, besonders für die Reinigung aller Gewässer.
Es wäre schön, wenn sich noch mehr Menschen anschliessen könnten, denn jede Fürbitte erhöht die Möglichkeit einer Reinigung und Heilung. Wir alle zusammen können viel erreichen.

Noch ein paar schöne Sommertage wünscht Heidemarie im August 2015