Kategorie-Archiv: 2015

Dezember 2015

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

als ich vor kurzem darum gebeten wurde, meine „Krankheitsgeschichte“
aufzuschreiben, kam ich über einige Fakten ins Grübeln. Durch meine Ausbildungen im Laufe meines Lebens, besonders auf dem psychischen Gebiet hatte ich geglaubt, die meisten Störungen in mir ausgeräumt zu haben. Nun stolperte ich über einige Muster, die mein Leben bestimmt hatten und immer noch bestimmten. Muster legen wir uns zu, um als Kinder zu überleben, die unangenehmen Situationen irgendwie zu managen. Als Kinder sind wir gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen, um verschiedene Situationen zu besiegen und vor allem weiterleben zu können.
Eins meiner ersten Lebensmuster wurde in meiner frühen Kindheit geprägt:
Wir waren auf der Flucht von Ostpreußen in eine neue Heimat: vier Kleinkinder mit Mutter und Oma. Die Situation sah folgendermaßen aus:
meine ein Jahr jüngere Schwester war in letzter Sekunde aus einem Krankenhaus geholt worden, allerdings nicht gesünder als bei ihrer Einlieferung. Der Feind stand vor der Tür, und alle Kranken mussten das Haus verlassen. Meine Mutter war so glücklich darüber, dass sie ihr Baby lebend geborgen hatte, dass sie dieses Kind besonders gut hütete, es mit sich herum trug und in intensivem Kontakt mit ihm stand.. Dafür wurde sie belohnt, denn meine damals todkranke Schwester überlebte und wurde eine stabile Persönlichkeit.

Meine Oma hatte einen Lieblingsenkel, um den sie sich besonders bemühte.
Mein ältester Bruder, damals gerade fünf Jahre alt, versuchte eine Vaterrolle einzunehmen und die Familie irgendwie zusammenzuhalten. Nur ich als drittgeborenes Kind hatte keine Rolle. Ich fühlte mich überflüssig und ungeliebt. Als wir nach der Flucht ein neues Zuhause fanden, kam mein Muster zum Tragen. Überflüssig wollte ich nicht sein! So begann eine lange Geschichte der Krankheiten. Schnell hatte ich nämlich gemerkt, dass bei Krankheit sich alle um mich kümmerten und ich plötzlich ganz wichtig war.

Mein zweites auffälliges Muster hatte mit meiner Einstellung zu mir selbst zu tun. Als ich 9 Jahre alt war, wurde meine jüngste Schwester, eine Nachzüglerin sozusagen, geboren. Durch ihre Geburt kam ich von meinem Überflüssigkeitsgefühl weg, denn sofort begann ich, mich besonders um dieses Kind zu kümmern. Ich nahm so etwas wie eine Mutterrolle ein, brachte ihr das Laufen, das Sprechen u.a. bei. Auf alten Fotos stellte ich fest, dass zu dieser Zeit etwas mit meinem Äußeren geschah: Ich wurde dicker, brauchte eine Brille und fühlte mich hässlich. Meine kleine Schwester war so süß, fiel auf mit ihren strahlend blauen Augen und stand überall im Mittelpunkt. Natürlich war ich stolz auf sie, brachte mich aber immer mehr in ihren Schatten, und schon bald hiess mein neues Motto: Ich bin hässlich, dick und dumm! Mit dieser Einstellung hatte ich lange Jahre zu kämpfen. Auch das Abitur, mein Studium und andere Maßnahmen, die ich ergriff, um aus dieser Falle herauszukommen, halfen mir nicht.

Das ist das Katastrophale an den eingeprägten Mustern: Haben wir sie einmal angelegt, werden wir wir sie nicht so schnell wieder los. Warum sucht sich jemand immer wieder einen Partner, der nicht zu ihr passt?
Warum machen wir ständig dieselben Fehler, tappen in Fallen, die uns zusetzen, können aber nicht damit aufhören? In meiner Praxis als Psychotherapeutin hatte ich oft mit Menschen zu tun, denen niemand ansehen konnte, welche versteckten Programme in ihnen abliefen.
Warmherzige Frauen offenbarten ihre Unfähigkeit zu lieben, ihren Neid auf andere etc. In ihrem Beruf erfolgreiche Männer gestanden ihr geringes Selbstwertgefühl ein. Wir alle haben damit zu tun. Es ist schön, dass es heutzutage Möglichkeiten gibt, unsere Mängel anzuschauen und sie im laufe der Zeit umzupolen. Brauchten wir früher viele Jahre dazu, nur um eine Kleinigkeit zu verändern, gibt es heute schon Methoden, die schneller zum Ziel führen. Das Ziel sollte ja sein, dass wir psychisch und physisch gesund leben können. Krankheiten weisen uns darauf hin, dass es etwas in uns anzuschauen gibt, dass wir uns auseinandersetzen mit falschen Glaubenssätzen, um sie umzugestalten. Die Entdeckung, plötzlich ganz anders mit den Dingen umgehen zu können, macht uns glücklich. Auf diese Art nehmen wir teil am großen Lebensfluss, können mitschwimmen darin. In den letzten Jahren bin ich durch das „Unglück meiner Krankheit“ auf so viele Erkenntnisse gekommen, dass ich dankbar bin, diese Erfahrung gemacht zu haben.

Wollen wir unsere eingeprägten Muster verlassen, um freier leben zu können, besteht die Möglichkeit, es in speziellen Therapien mit Hilfe von außen (einer/m Therapeuten) zu beginnen. Die Hauptarbeit jedoch besteht im Alltag. Hier werden uns ständig Situationen präsentiert, die uns auf das Alte stoßen, uns jedoch auch die Chance geben, Neues auszuprobieren. So wurde ich im Laufe meines Lebens mit zahlreichen „kleinen“Schwestern konfrontiert. Die meisten von ihnen waren genauso alt wie meine „ursprüngliche“ Schwester, hatten ähnliche Charaktereigenschaften, brachten mich in totale Konfliktsituationen. Was mir immer wieder passierte, war das Vergleichen, der größte Fehler, den wir machen können.
Beim Vergleich mit einem anderen Menschen schneiden wir entweder besser oder (eher) schlechter ab. Es geht jedoch darum, zu erkennen, dass wir einzigartig sind! Jeder Mensch wird mit einem Programm geboren, das nur er oder sie für die Welt bereit hat. Unsere Aufgabe besteht darin, dieses Programm oder besser unseren inneren Kern zu erkennen und damit unseren Platz einzunehmen.

In der Konfrontation mit meiner letzten kleinen Schwester (wieder eine Stellvertreterin, versteht sich) gab es einen Durchbruch. Ganz deutlich erkannte ich das Muster, das mich bislang gehindert hatte, immer und überall ganz ich zu sein. Zum ersten Mal konnte ich mich behaupten, ohnbe mich wie sonst beleidigt, schmollend oder traurig zurückzuziehen. Es gab eine wunderbare Aussprache, die auch meiner Freundin gut tat, und ich fühlte mich frei.

Ich wünsche uns allen immer wieder Annahme der Situationen und neue Erkenntnisse.
Ein schönes Weihachtsfest, intensive Raunächte und ein glückliches neues Jahr uns allen!
Heidemarie im Dezember 2015

November 2015

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

als ich vor 30 Jahren das Buch“Fit fürs Leben“ von Harvey und Marilyn Diamond las, war ich schockiert und empört über die Dinge, die sie dort aufzeigten. Sie beschrieben, wie unterschiedliche Konzerne alles dransetzten, um unsere Lebensmittel zu entkräften.Zucker, Mehl, Reis, Salz u.a.wurden von ihrem Nährstoff befreit und als tote Materie verkauft. Die Beweggründe dahinter sollen hier keine Rolle spielen. Laut der beiden Autoren ging es überwiegend um Profitgier und Kleinhaltung der Menschheit.
Damals stellte ich meine gesamte Ernährung das erste Mal um, wurde Vegetarierin und achtete auf gesunde Kost.

Heute geschieht etwas Ähnliches für mich. Das Buch „Wasser- das größte Gesundheitsgeheimnis“ von Dr.Paul Bragg und Dr. Patricia Bragg fiel mir in die Hände und öffnete mir die Augen über das, was Wasser in uns anrichten kann.Paul Bragg beschreibt zu Beginn des Buches, wie sein Großvater, der auf einer Farm in gesunder Umgebung lebte, eines Tages mit Anfang 60 einen schweren Schlaganfall erlitt, von dem er sich nicht wieder erholte.In seinen späteren Studien erkannte Dr. Bragg, dass die Erkrankung und der anschließende Tod seines Großvaters u.a. an der Härte des Wassers gelegen hatte, das aus dem eigenen Brunnen kam. Hartes Wasser verkalkt unsere Arterien und kann zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen.

Als ich vor zwei Jahren im Krankenhaus lag, wurde ich angehalten, täglich mindestens drei Flaschen Mineralwasser zu trinken, auch das – nach
Dr.Bragg- ein Gift, das unseren Körper zerstört. Anorganische Mineralien können von unserem Körper nicht verarbeitet werden. Darum sollten wir
Obst- und Fruchtsäfte (frisch gepresst am besten) trinken, weil die anorganischen Mineralien von den Pflanzen in organische verwandelt werden, die sehr gut für unseren Körper sind. Außerdem sollten wir destilliertes Wasser zu uns nehmen!
Soweit der Forscher, der Wissenschaftler, der unserer Zeit um 100 Jahre voraus ist, wie er sagt.Würden sonst die vielen Mineralwasser auf dem Markt sein und von uns gekauft werden? Diesmal handelt es sich eher um Unwissenheit und nicht nur um Profitgier, glaube ich.

Meine neue Ärztin, die wieder einmal- wie so viele Dinge in meinem Leben – im rechten Augenblick mir zugespielt wurde, betreibt Uraschenforschung für Krebs und andere Krankheiten. Sie hat mir ein Programm zusammengestellt, in dem Wasser eine große Rolle spielt, das richtige Wasser, versteht sich.

Wir leben in einer spannenden Zeit, in der Dinge umgestoßen werden, die schon solange Bestand hatten. Vieles wird hinterfragt, neu angeschaut und erfordert eine komplette Änderung, wenn wir zufrieden, gesund und glücklich leben wollen.

Dazu passt das ganz große wichtige Thema der heutigen Zeit, das mit Religion oder besser Spiritualität zu tun hat, wobei Spiritualität als Erweiterung unserer kleinen materiellen Welt gesehen werden kann.
Religion, in der uns jahrhundertelang eine Macht übergestülpt wurde, die uns Angst machte – ein übermächtiger Gott drohte mit Vergeltung, falls wir nicht spurten- wurde von den Aufklärern einfach abgeschafft. In dieser gottlosen Zeit fielen viele Menschen in einen Zustand innerer Leere, die sie irgendwie zu füllen suchten. Das meiste fand im Außen statt.

Heute spüren wir, dass etwas Neues geschieht, wir geführt und getragen werden, wenn wir uns öffnen für eine neue Welt. Die geistige Welt mischt sich ein, wenn wir bereit dafür sind.

In meinem eigenen Leben werde ich ständig mit Dingen konfrontiert, die ich manchmal nicht sofort verstehe, die jedoch bei näherem Anschaun Sinn machen und genau in die Situation passen. Auch Krankheiten und andere „negative“ Erfahrungen können uns in etwas hineinführen, das unbedingt angeschaut werden will, weil es uns transformieren kann. Und letztlich geht es für uns darum: bewusst in jedem Augenblick wahrzunehmen, wie wir mitschwimmen in dem göttlichen Lebensfluss. Die kleinen Alltagsgeschehnisse, wozu auch unsere Ernährung, unser Miteinander, unser Gespür für das Sein zählen, machen uns wach und lassen uns wachsen!

Eine schöne Zeit wünscht Heidemarie im November 2015

September 2015

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

60 Millionen Menschen sind unterwegs – ohne Besitz, ohne Geld, ohne Wohnung! Sie sind auf der Flucht und suchen Schutz und Hilfe bei ihren Mitmenschen. In einigen Ländern werden sie mit offenen Armen empfangen, willkommen geheissen, unterstützt und beschenkt. Was für eine Wende im Umgang miteinander! Die Helfenden tun dieses aus dem Herzen heraus. Manche erinnern sich an ihre eigene Flucht oder denken an die Flucht ihrer Eltern, über die sie so viel gehört haben. Sie wissen, wie schwer und mühselig das Leben auf der Flucht sein kann und wie schrecklich der Verlust des gesamten Besitzes, der Freiheit und des angenehmen Lebens.
Die Helfer fühlen Empathie, wollen mit anderen teilen, von ihrem Reichtum abgeben! Die Beschenkten sind überaus dankbar, freuen sich über soviel Hilfsbereitschaft.

An dieser Stelle möchte ich meine eigene Erfahrung einbringen, denn  auch ich lebe seit fast 20 Jahren ohne eigenes Geld, ohne eigene Wohnung, mit wenig Besitz. Bei mir liegt kein Notfall vor. Meine eigene Flucht geschah vor 70 Jahren, und ich habe mich längst von ihr erholt. Aber dieses Erlebnis aus meiner frühen Kindheit prägte mein Leben. Auch damals gab es Menschen, die aus dem Herzen halfen, die teilen wollten so gut es ging. Dennoch wurde ich lange nicht das Gefühl los, ein Mensch zweiter Klasse zu sein. Damals war es ein Makel, zu den Flüchtlingen zu gehören! Im Laufe meines Lebens habe ich daran gearbeitet, dieses negative Gefühl in ein positives zu verwandeln. Ich habe mir und der Welt bewiesen, dass ein Mensch wertvoll ist und in Würde leben kann, auch wenn er das ohne Besitz und materiellen Reichtum tut.

Wenn ich an die heutigen Flüchtlinge denke, fällt mir ein, dass es unbedingt notwendig ist, sie von Anfang an in Augenhöhe zu holen, ihnen zuzutrauen, dass ihre Fähigkeiten eine Gesellschaft bereichern können. Sie sind nicht gekommen, um uns etwas wegzunehmen, denn aus eigener Erfahrung weiss ich, dass jeder Mensch auch geben möchte.
Allerdings braucht es Möglichkeiten dafür. Ich habe mir überlegt, dass das „Gib&Nimm Prinzip“ hier greifen könnte. Eine Liste müsste erstellt werden mit den Angeboten der Talente der neu Hinzugekommenen. Sicherlich verfügen viele über handwerkliche Qualitäten, über Mechaniken, über medizinisches Knowhow, über musische Talente, über
Hauswirtschaftliches, Pädagogisches und vieles mehr.

Als wir damals in der Dortmunder „Gib&Nimm Zentrale“die Menschen nach ihren Fähigkeiten befragten, gab es einige, die erstmal mitteilten, dass sie nichts Spezielles könnten und eigentlich gar nicht auf die Liste gehörten. Bei fast allen konnten wir allerdings im Anschluss an die Befragung mehrere Dinge vermerken. Z.B. kochen, backen, Blumen arrangieren, gut mit Tieren umgehen, Fahrrad reparieren, als Chauffeur
fungieren und vieles mehr. Unsere Liste umfasste mehrere Seiten. Von allem gab es etwas. Genauso könnte es mit den Eingereisten geschehen, wenn sie erstmal in einer festen Unterkunft wohnen.

Von den Medien erfuhr ich schon Beispiele für dieses neue Miteinander. Ein paar Menschen bieten ihre Häuser für ein Übergangswohnen an, natürlich ohne Miete zu erwarten. Dafür helfen die „Mieter“ im Garten, im Haus, reparieren und bringen sich ein, so gut es geht. Beide Parteien spüren die Bereicherung und sind glücklich darüber. Aus einer Gemeinde erfuhr ich, dass sich unterschiedliche Gruppen gebildet haben. Da wird afrikanisch oder arabisch gekocht, eine Fahrradwerkstatt wurde eingerichtet und eine Nähstube.
Ein junger Mann in einer deutschen Kleinstadt kam auf die Idee, von einem Bauern ein Stück Land zu pachten, auf dem er mit den Vätern und Kindern eines Asylantenheimes einen Abenteuerspielplatz baut und ein Stück Land zum Gärtnern den Frauen überlässt. Er selber ist glücklich über die intensiven Kontakte und über die Möglichkeit, sich mit neuen
Sprachen zu befassen.

Meine Überlegungen gehen noch einen Schritt weiter: gäbe es jetzt nicht eine Chance, ein ganz neues System einzuführen? Ein Miteinander ohne Geld? Mir erscheint so eine Gesellschaft durchaus erstrebenswert. Die Menschen wachsen in etwas Neues hinein. Geistige Werte lösen die jetzigen materiellen ab. Es gilt nicht mehr, besser sein zu wollen als die anderen sondern über unsere Gleichwertigkeit nachzudenken und sie
zu leben. Ganz andere Dinge stehen im Mittelpunkt als die heutigen. Die Menschen merken, wieviel einfacher ein Sein ohne zuviel Ballast, ohne Konkurrenz und das sich ständig mit anderen Vergleichen ist. Ein Leben ohne Geld hat so viele Vorzüge, dass ich gleich drei Bücher darüber geschrieben habe.
Ein „Umdenken“ könnte schrittweise erfolgen und nur mit den Menschen, die dieses Experiment ausprobieren wollen, denn auch hier darf es keinen Zwang, kein Überstülpen oder andere Machenschaften geben, die zu einem anderen Leben führen sollen.

Zu Beginn von „Gib&Nimm“ schrieb ich einmal an den Oberbürgermeister von Dortmund, um ihm meinen Plan vorzustellen: Die Stadt gibt Überflüssiges (z.B. Theater- oder Kinokarten, auch schon mal Tickets für Busse, die nicht ausgelastet waren und ständig leer durch die Gegend fuhren) kostenfrei aus und „gib&nimm“ bietet notwendige
Arbeiten dafür an: die Sauberhaltung der Bushaltestellen z.B. oder den Empfang von
Menschen auf dem Bahnhof, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind.
Wir hatten viele Ideen, aber sicher fand der OB das alles nur spinnert und nicht ernst zu nehmen.

Die Zeiten haben sich geändert, und ich glaube, dass wir gemeinsam nach neuen Wegen suchen sollten!

Einen angenehmen Herbst wünscht Heidemarie im September 2015

P.S. Meine Flucht damals im Jahr 1944 ging aus von Memel in Ostpreussen, dem heutigen Klaipeda in Litauen. Vor einem Monat erhielt ich eine Einladung von der dortigen Universität für einen Vortrag über mein geldloses Leben und meine Philosophie dazu. Sie laden Menschen ein, die in Klaipeda(Memel) geboren wurden und durch irgendetwas bekannt geworden sind. So schließt sich für mich ein Kreis!

August 2015

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute vor genau vier Wochen fasste ich einen Entschluss, der mich im
ganzen letzten Monat glücklich machte. Ich wurde vegane Rohköstlerin.
In den letzten Jahren hatte ich schon so einiges von meinem
Speiseplan gestrichen. Süssigkeiten, mit denen ich mich oft
vollgestopft hatte, verschwanden von meinem Essplan, auch tierische
Milchprodukte gab es nicht mehr. Hauptkost wurde Obst und Gemüse,
nicht unbedingt im rohen Zustand.
Im Zuge meiner Heilungsversuche hatte ich eine Menge Bücher über
„richtige“ und „falsche“ Ernährung bei einer Krebserkrankung gelesen,
die sich zum Teil widersprachen.Manchmal war ich ganz schön
durcheinander, bemühte mich jedoch um einen ausgeglichenen
Speiseplan.

Als ich vor vier Wochen auf einer meiner „Gesprächsrunden- Reisen“
die energiegeladene Catrin in Würzburg traf und von ihr erfuhr, dass
ihr blendendes Aussehen mit ihrer Ernährungsweise zu tun hat, horchte
ich auf.
Ich wusste, dass Krebszellen sich von Zucker und Kohlenhydrate
ernähren, versuchte permanent, diese wegzulassen, was jedoch nicht
gelang. Jetzt witterte ich eine neue Chance, die ich unbedingt
wahrnehmen wollte. Also begann ich am selben Tag mit einer
Wassermelonen- Kur. In den drei Tagen bei Catrin las ich einiges über
Rohkost und war begeistert. Das wollte ich ausprobieren und
erforschen, wie ich mich dabei fühlen würde.
Allerdings räumte ich ein, dass es für mich keine unumschränkte
Absolutheit geben sollte. Falls mich mal Heisshunger für irgendetwas
überfallen sollte, würde ich darauf eingehen. Mangel und Defizit
sollte es nicht in meinem Leben geben.

In der nächsten Wohnung bei Gabriele gab es zwei Rohkostbücher mit
wunderbaren Rezepten. Einige davon probierte ich aus und überraschte
damit auch meine Gastgeberin. Ich muss sagen, dass ich mich während
der ganzen Zeit beschwingt fühlte, leicht, aber durchaus tatkräftig
und voller Energie. Obwohl ich unter ständigen Schmerzen in den
Beinen und im Rücken litt, hatte ich eine Bombenlaune!
Gestern nun ging ich meinem ersten Gelüste nach. Mit einer Freundin
besuchte ich eine Pizzeria und beschloss, statt eines Salates eine
richtige knackige Pizza zu essen. Wie ich das geniessen konnte! Sie
schmeckte vorzüglich, eine Gaumenfreude vom Feinsten. Kaum hatten wir
die Pizzeria verlassen, begann das Dilemma: Ich fühlte mich dermaßen
schlapp, musste mich zur Wohnung schleppen, wo ich sofort ins Bett
fiel.
Dieses „Experiment“ war durchaus gelungen, konnte ich doch ad hoc
feststellen, was Nahrung mit uns macht. Obwohl ich später die
bekannten Salate und Nüsse nachreichte, wollte sich mein Körper nicht
so schnell beruhigen. Als ich heute Morgen aufwachte, fühlte ich mich
wie nach einer durchzechten Nacht, immer noch schlapp, mit brennenden
Augen und verstärktem Schmerz. Dennoch bereue ich nicht, mir dieses
Essvergnügen gegönnt zu haben. Deutlicher hätte das Ergebnis gar
nicht sein können!

Inzwischen sind ein paar Tage vergangen, und mein Körper hat sich wieder beruhigt. Bei meinem jetzigen Besuch bei meiner Tochter stoße ich auf neue Heilungsvorschläge, die mir sehr gefallen. Meine Tochter hat für sich und ihre chronischen Rückenschmerzen bestimmte Einlegesohlen in den Schuhen entdeckt, die sie zwingen, aufrecht zu gehen.
Eine aufrechte Haltung kann das Selbstwertgefühl nur unterstützen, sage ich mir und lege mir auch solche Sohlen in die Schuhe. Vielleicht helfen sie mir bei der Schmerzbefreiung. Für alles bin ich offen und freue mich darüber.
Vor ein paar Tagen sah ich in einer Dokumentation etwas über verschiedene
Körperhaltungen. Einige Testpersonen nahmen unterschiedliche Haltungen ein
vor einer schweren Aufgabe. Diejenigen, die einige Zeit in der Angsthaltung standen: Arme um den Oberkörper geschlungen, Kopf gesenkt, wagten den Bungiesprung nicht, während die anderen in der Siegespose: Arme hochgestreckt, Kopf aufrecht nach vorn gerichtet, sich mutig in die Tiefe stürzten. Fazit dieser Sendung war u.a.der Ratschlag, diese Pose einzunehmen vor jeder schweren Aufgabe.
So habe ich mir vorgenommen, mindestens einmal täglich mich vor den Spiegel zu stellen und meinem Körper zu signalisieren, dass er nun geheilt ist, wirklich und wahrhaftig.

Als ich neulich an der wunderschönen Wildblumenwiese vorbeikam, blieb ich
fasziniert davor stehen, bewunderte die bunten, so verschiedenen Blumen,
die ein harmonisches Miteinander ausstrahlten und dachte an uns Menschen.
Auch wir verfügen über eine Vielfalt, eine Buntheit, die unser Miteinander
schmücken können, wenn wir uns gegenseitig tolerieren und respektieren.
So habe ich in den letzten beiden schweren Jahren gelernt, alles was
auf mich zukommt, positiv zu begrüssen, Dinge anzunehmen und auszuprobieren. Ich
lerne die Vielfalt kennen, die mein Leben würzt.

Heute erhielt ich eine Mail einer Freundin, die mir mitteilte, dass gerade die Schleusen von Fukishima geöffnet wurden und radioaktives Wasser in das Meer geleitet wird. Seit ein paar Wochen habe ich in meine tägliche Friedensmeditation zwischen 19.00 und 19.30 Uhr eine Sequenz eingebaut, in der ich für Mutter Erde bete, besonders für die Reinigung aller Gewässer.
Es wäre schön, wenn sich noch mehr Menschen anschliessen könnten, denn jede Fürbitte erhöht die Möglichkeit einer Reinigung und Heilung. Wir alle zusammen können viel erreichen.

Noch ein paar schöne Sommertage wünscht Heidemarie im August 2015

Juli 2015

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

als ich gestern den Artikel in der Zeitung las, dachte ich, es handele sich um eine Persiflage. Da hätten einige Reporter sich einen Aprilscherz mitten im Juli erlaubt. Die Überschrift lautete: Tschibo verkauft fünf Wochen lang Trauminseln! Ein Inselbesitz sei deswegen attraktiv, weil es keine Nachbarn gäbe, und überhaupt sei es ein Statussymbol.
Ob die Indianer damals, als sie ihr Kreuzchen unter Verträge setzten, die sie nicht verstanden und sich damit aus ihrem Paradies vertrieben, ähnlich gedacht hatten wie ich heute, kann ich nicht beurteilen. Auf alle Fälle weiß ich, dass sie niemals damit gerechnet hatten, dass Menschen sich anmaßen würden, sich die Erde Untertan zu machen und sie nach und nach zu zerstören, statt im Gleichgewicht mit ihr zu leben, wie die Ureinwohner es bislang gemacht hatten.
Auch die Nachricht der Wasserausbeutung von Nestle in der ganzen Welt klang für mich zunächst unglaubwürdig. Wie kann sich jemand erdreisten, die Erde nach Wasserreserven abzusuchen, das Wasser aus der Tiefe hoch zu pumpen, es in Flaschen abzufüllen und es für Geld zu verkaufen? In dem Film wurde gezeigt, wie die Einwohner auf der Strecke blieben, ohne Wasser, weil sie sich den Kauf der Flaschen nicht leisten konnten. Wir alle wissen um solche Ausbeutungen, haben uns mehr oder weniger darüber aufgeregt, eventuell versucht, Schlimmeres zu verhindern, meist ohne Erfolg. Die „Mächtigen“ sind mächtig, weil bislang alles mit Geld erreicht werden konnte. Geld regiert die Welt – dieser Slogan machte Karriere!

Doch gerade geschieht etwas, was sich ganz anders anfühlt. Immer mehr Menschen denken über Alternativen nach und handeln entsprechend.
Sogenannte Statussymbole wie Autos, große Häuser und andere Besitztümer sind keine mehr, weil die Menschen einfach auf sie verzichten.
Gemeinschaftliches Miteinander Wohnen ist gefragt, carsharing- ein Auto für viele, foodsharing – keine Verschwendung mehr. Frankreich schuf gerade ein neues Gesetz, in dem Wegwerfen von Lebensmitteln verboten wird, andere Länder folgen.

Das Miteinander ist gefragt, will aber auch geübt sein, denn Nachbarn sind oft nervig und zwingen zum Umzug! Das Gegeneinander, das bislang in Streit, ja, in Kriegen endete, sucht neue Formen. Wir leben in einer super spannenden Zeit, in der jeder Mensch zum Mitmachen aufgerufen wird. Die Zeit der Leibeigenschaft ist längst vorbei, die Hamsterräder werden gerade abgeschafft. Junge Leute leben vegan, weil sie ihre Freunde, die Tiere, schützen möchten. Auch die „Armen und Benachteiligten“ schaffen gerade neue Regeln, sind nicht mehr bereit, in Demut zu verhungern, versuchen, ihr Leben zu retten. Der riesige Flüchtlingsstrom schafft neue Strukturen.
Auch die Regierungen der sogenannten reichen Länder werden gezwungen, neue Strukturen zu schaffen. Wie können wir alles unter einen Hut bringen? Wie soll die „dritte Welt“ gleichberechtigt, die Schere zwischen Arm und Reich aufgelöst werden? Fragen über Fragen!
Herzöffnung ist angesagt! Ja, wie soll das dann gehen? Im Kleinen, jede bei sich, so nach und nach den Radius vergrößernd, Vernetzungen praktizierend und weitergebend, die bedingungslose Liebe entdecken, zu sich selbst, dem Nächsten und den ehemaligen“Feinden“. Ein wunderbares Betätigungsfeld, abenteuerlich und aufregend. Jede Situation kann Erkenntnisse bringen, wenn wir wach und aufmerksam sind. Krankheiten, Schmerzen, Unannehmlichkeiten – alles sind Lektionen, ja, Geschenke für uns, will uns weiterbringen in unserer Entwicklung. Auch die Zeit des ausgeliefert Seins geht dem Ende entgegen. Wir entdecken unsere Macht, sind mächtig, weil selbstbestimmt. Kritik, die uns früher zerstört hätte, können wir heute als Pegel für unsere Stabilität nehmen, uns über sie freuen, an ihr lernen und dankbar sein.

Gerade heute wird uns eine globale Übung präsentiert. Griechenland wird am heutigen Sonntag in einem Referendum eine Entscheidung treffen für die nächsten Schritte. Ja oder nein soll auf einem Wahlzettel angestrichen werden. Stimmen wurden laut, die nicht verstehen, warum das Volk so eine folgenschwere Entscheidung selber treffen soll, es wäre doch viel eher Aufgabe der Politiker. Für mich wieder ein Zeichen, dass es in Zukunft nicht mehr darum geht, dass die sogenannten Mächtigen, die Politiker allein fürs Volk entscheiden, sondern dass jeder Einzelne gefragt ist, sich Gedanken machen muss über die nächsten Schritte auch im politischen Bereich. So wird die heutige Entscheidung nicht nur ein Volk betreffen sondern die ganze europäische Gemeinschaft. Vielleicht bricht etwas auseinander oder eine neue Solidarität entsteht – wer weiß, was geschieht.
Vielleicht werden Schulden erlassen oder der Gürtel noch enger geschnallt.
Alles ist möglich und bleibt spannend.

Als ich vor 20 Jahren die „Gib&Nimm Zentrale“ in Dortmund gründete und mir Gedanken über nötige Regeln machte, entschloss ich mich, den Kosmos mit einzubeziehen, auf Formen der Abrechnung zu verzichten, einen Ausgleich der tauschenden und teilenden TeilnehmerInnen mit Hilfe der geistigen Welt zu schaffen.
Heute geht es mir darum, in Zukunft die Weite spürbar zu machen, unser Dasein auf eine andere Ebene zu bringen, die Wunder für alle erlebbar werden zu lassen. So können wir ganz im Vertrauen leben, unsere Ängste abbauen, uns gegenseitig wohlwollend begegnen und uns in der Liebe einpendeln.

Herzlich Heidemarie im Juli 2015

Juni 2015

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mein Hauptthema in den letzten Monaten ist nach wie vor die Vertiefung
und Hingabe. Was kann ich dazu beitragen, dass unser Miteinander intensiver und wohlwollender wird. Jahrelang habe ich meine Impulse über die Medien, über Vorträge, Filme und Texte in die Welt gebracht.
Jetzt merke ich, wie ich nach neuen Formen suche und glaube, eine gute gefunden zu haben, wie ich es schon im Februar diesen Jahres beschrieben
habe:
Mein Buch „Das Sterntalerexperiment II- mein Weg nach Innen“ dient mir als Basis für die neue Herangehensweise. Es ist inzwischen mein „Arbeitsbuch“, das ich voller Freude mit auf meine Reisen nehme. Mein jetziges Publikum besteht aus maximal 20 Personen. Für jede Gruppe suche ich eine entsprechende Geschichte als Basis heraus, die ich vorlese und aus der eine allgemeine gemeinsame Gesprächsrunde entsteht. Mir ist es wichtig, dass jedeR zu Wort kommt, sich öffnen kann und vertrauensvoll eigene Gedanken in die Runde gibt ohne Angst vor Missbrauch oder Missachtung.

Ich erinnere mich daran, dass ich früher als junge Frau in Situationen geriet, in denen ich mich missverstanden fühlte, nachdem ich mich geöffnet hatte vor ein paar Freundinnen. Ich glaube, das lag daran, dass wir in der damaligen Zeit noch zu sehr mit dem Vergleichen, mit der Konkurrenz beschäftigt waren. Denn auch ich konnte nicht einfach stehen lassen, was mir anvertraut wurde, sondern urteilte darüber,ja, verurteilte das eine oder andere.
Ich glaube, dass wir in einer neuen Zeit angekommen sind, in der wir anders mit den Dingen umgehen können, einen wohlwollenden Blick auf das Gegenüber haben und auch schon mal intime Dinge aussprechen können. Bei mir persönlich merke ich, wie wunderbar das im Zweiergespräch geht, wie schnell sich eine Vertrautheit einstellt und ein Gefühl der Liebe entsteht.
Jetzt wünsche ich mir, dass auch in kleinen Gruppen diese Vertrautheit entstehen kann ohne Wenn und Aber. Schaffen wir es, unser Ego zu verkleinern, können wir aufgehen im neuen Wir.

Die Auseinandersetzung mit dem Ego hat mit Bewusstseinsarbeit zu tun, für die wir uns bereit erklären sollten. Es ist nicht einfach, alte Verhaltensmuster aufzugeben, ja, manchmal ist es Schwerstarbeit, aber letztlich lohnt es sich!
Um in ein liebevolles Miteinander zu kommen, brauchen wir ein umfassenderes Weltbild, das Wissen darum, dass wir alle aus derselben Quelle stammen und somit eine einzige Familie darstellen. Daraus ergibt sich die Öffnung auch für „Fremde“. Durch das Internet gibt es eine Chance, sich zugehörig zu fühlen und sich miteinander zu verbinden. Tausende von jungen Leuten unterstützen sich schon gegenseitig über das Internet.

Da ich mich als „Alltagsmenschen“ verstehe, ist es mir wichtig, das physische Treffen, sozusagen Auge in Auge herzustellen.

In der letzten Gruppe gab es drei Mütter, die im Laufe des Gesprächs von ihren Schwierigkeiten mit den erwachsenen Töchtern berichteten. Sie wurden getröstet von den Müttern und Vätern, die ähnliche Schwierigkeiten mit bestimmten Ritualen überwunden hatten und diese nun weitergaben. „Es geht um Vergebung“, sagte eine Teilnehmerin, „wenn du anfängst, bei dir nach unguten Gefühlen zu forschen und dich damit auseinanderzusetzen, ohne deine Tochter zu beschuldigen oder auch nur verbal mit einzubeziehen, kann schon ganz viel in eurer Beziehung entstehen. Statt wie du eben vermerktest, die Beziehung zu beenden, um keine Schmerzen mehr ertragen zu müssen, beginnst du mit einem Ritual, in welchem es um Vergebung geht. Du vergibst deiner Tochter, aber noch wichtiger erscheint mir, dass du dir selber vergibst und dadurch in Liebe zu dir selber kommst. Es ist so wichtig, dass wir endlich damit anfangen, uns zu vergeben, wegzukommen von den Schuldgefühlen, die soviel kaputt machen.“ Die anderen Gruppenmitglieder nicken bestätigend, und die betroffene Mutter stellt noch ein paar Fragen, bevor sie verspricht, diese „Strategie“ auszuprobieren. Sie bemerkt noch, dass es sie schon erleichtert hätte, hier in der Gruppe dieses schwierige Thema anzuschneiden und eine neue Sicht erlangt zu haben.

Darum geht es mir ja gerade, Menschen dazu zu befähigen, auch in ganz „normalen“, ich meine keinen therapeutischen Runden ihre Herzen zu öffnen.
Gleich zu Beginn der Gruppe, nach meiner kurzen Lesung ergriff ein junger Mann das Wort. Er spöttelte ein wenig: „Es lohnt sich meiner Meinung nach nicht, über solche Themen zu sprechen. Der Mensch ist eben so und wird sich nicht verändern. Meine Freundin will auch immer über so was reden, was mich jedesmal nervt“. Er hat nicht mit der Reaktion der Frauen gerechnet, die heute hier in der Überzahl sitzen. Eine Frau, die ihm zur Linken sitzt, erklärt: „Ich weiss, dass viele Männer über bestimmte Themen nicht sprechen mögen, weil sie es für sinnlos halten. Aber wir brauchen neue Strategien, eine neue Streitkultur im Kleinen sozusagen, wenn wir wollen, dass auch im Großen Kriege und Hass aufhören.“ Dieses Thema beschäftigt uns noch länger, und sowohl die Frauen als auch die Männer gehen in die Tiefe und teilen sich mit.

In einer anderen Gruppe ging es um den Glauben, dann um das Teilen oder um den eigenen Weg u.a. Die Vielfalt der Themen überrascht mich selber. Und dass ich nicht als Entertainerin agieren muss sondern als Impulsgeberin, erfreut mein Herz.
Übrigens stoße ich im Internet immer häufiger auf das Thema: das neue Wir, Gemeinschaftsbildungen und ähnliche Themen für ein neues Miteinander. Das ist jetzt einfach dran!!!

Herzlich grüßt Heidemarie im Juni 2015

Mai 2015

Liebe Leserin, lieber Leser,
in diesem Jahr kam der Frühling so nach und nach, wie ich es liebe. Jeden Tag etwas grüner und dann – nach dem Regen, die volle Blüte von allem.

Kleine Schritte im Alltag zu machen, ist eine Freude für mich. Manchmal geht das auch konform mit ungeliebten Fehlern, die sich nicht einfach auflösen lassen sondern ständig wiederkommen. Das Gefühl: diese Unebenheit habe ich für alle Zeit aufgelöst und dann doch wieder davon heimgesucht zu werden, ist etwas, was ich gar nicht so gern habe. Es ist wie Regen und Kälte, denen ich ungeschützt ausgeliefert bin. Der Regen geht durch die Kleidung, was sich sehr unangenehm anfühlt. Habe ich allerdings Regenzeug an und bin eingestellt mit der entsprechenden Kleidung, kann ich auch dieses Wetter willkommen heißen, weil es für die Natur und vielleicht auch für mich wichtig ist.

So ist es auch mit den Störungen in uns. Können wir sie annehmen, uns vielleicht sogar bei ihnen bedanken, weil sie uns mal wieder aufmerksam gemacht haben auf eine wichtige Sache, sind wir fein raus. Wir spüren im selben Augenblick einen Fortschritt für unser Leben und können entsprechend damit umgehen – bis zum nächsten Mal.

Zur Zeit befinde ich mich in einem Haus mit jeglichem Komfort für mich:
das Telefon hat flatrate. So kann ich alle versäumten Telefonate nachholen. Das Internet ist offen für mich, auch mit flarate, so dass ich meine Angelegenheiten in aller Ruhe versehen kann. Fernsehen gibt es hier auch, ein für mich seltener Luxus, denn die meisten Hausbesitzer, die ich besuche, haben ihre Fernsehgeräte verbannt. Hier könnte ich also die eine oder andere Sendung genießen.
Heute Morgen komme ich nicht ins Internet, obwohl ich mir wichtige Dinge dafür vorgenommen hatte. Alle Telefonanschlüsse sind belegt oder mit Anrufbeantworter versehen, und das Fernsehen hat den Geist aufgegeben, zumindest für mich. Ein Fachmann oder die Hausbesitzerin, die gerade verreist ist, würde sicherlich die richtigen Knöpfe zum Drücken finden, um es wieder in Gang zu bringen. Ich jedoch fühle mich ausgeliefert, weil die technischen Störungen für mich irreparabel sind.

Was bedeutet das nun wieder? Worauf werde ich aufmerksam gemacht?
Meine Überlegungen werden unterbrochen durch einen Telefonanruf einer Freundin, die sich bei mir meldet. Im Laufe des Gesprächs lese ich ihr diesen Text vor, um zu prüfen, ob sie meine Gedanken nachvollziehen kann.“Und ob“, lacht sie,“ständig werde ich von irgendwelchen Störungen malträtiert. Nehmen wir nur einmal das Beispiel von gestern. Da war ich mit einer Handarbeit beschäftigt, die ich unbedingt schnell beenden wollte. Dabei bin ich dann so ungeduldig geworden, dass ich zum Schluss alles weggeworfen habe. Geduld ist nicht meine Stärke,“ erklärt sie weiter. Wir tauschen uns noch eine Weile darüber aus, wie die kleinen Dinge im Alltag unser Bewusstsein schärfen können.

Das Aussen spiegelt uns Dinge, die sich im Innen auf anderer Ebene befinden. Für mich sind das Hilfen aus dem Kosmos, Zeichen, die es gilt, wahrzunehmen. Für uns alle gibt es diese Zeichen, egal wo wir gerade stehen, oder was wir erleben. Wenn wir uns öffnen für den Lebensfluss, werden wir immer öfter daran erinnert, dass wir im Fluss mitschwimmen dürfen und uns dabei glücklich fühlen können.

Ich werde manchmal gefragt, warum ich nicht einfach die Tatsachen hinnehmen kann und gegen den Strom schwimmen müsse, wenn es um die Geldproblematik geht. Das sind für mich keineswegs die kosmischen Gesetze, denen ich mich anpassen sollte. Vielmehr sind dieses von Menschen gemachte Regeln und Gestze, die ich keineswegs mittragen möchte und darum gern gegenan gehe. Da müssen wir stark unterscheiden: Was gehört abgeschafft, weil Profitgier oder andere negative Emotionen unsere Handlungen steuern?
Wo zeigt uns die geistige Welt eine Richtung, die die Erde schützt und von der Natur getragen wird? Alles hat mit Bewusstsein zu tun, sei es zu dessen Schärfung, zu mehr Klarheit, Toleranz und Akzeptanz.

Einen wunderschönen weiteren Frühlung wünscht uns allen Heidemarie im Mai 2015

P.S. Mein gesundheitlicher Zustand scheint sich zu stabilieren. Allerdings werde ich immer wieder dazu aufgerufen, genau zu prüfen, was gut für mich ist und was ich lieber lassen sollte. Meine Physis reagiert sofort (negativ), wenn ich vergesse, in Ruhe zu sein und meine Bedürfnisse zu respektieren.

März 2015

Liebe Leserinnen, liebe Leser, glücklich bin ich darüber, noch am Leben zu sein. Und was für ein Leben!
Mehr denn je kann ich den Alltag in seiner Einfachheit genießen, jeden Augenblick wahrnehmen und dankbar sein für das geschenkte Leben. Durch die „schlimme Krankheit“ bin ich noch einmal wacher und aufmerksamer geworden.
Ich empfinde sie als Geschenk für meine Selbstbeobachtung!

In den heutigen Text möchte ich ein Interview flechten, das Uli Frank mit mir geführt hat. Uli ist jemand, der sich auch schon seit vielen Jahren mit dem Geld und der Logik dazu beschäftigt. Dieses Interview hat er für die Zeitung „Kontraste“ gemacht.

Interview mit Heidemarie Schwermer

Uli: Worin besteht deiner Meinung nach der Unterschied zwischen unserer Welt, in der die Geldlogik dominant ist, und deiner Vision einer demonetarisierten Welt?

HM: Das Selbstverständnis des Seins steht in einer Welt ohne Geld im Mittelpunkt. Jeder einzelne Mensch zählt, ist wertvoll, wird geschätzt. Seine Daseinsberechtigung ist gegeben durch sein Sein, nicht durch irgendwelche Taten oder Qualitäten. In seinem Tun spielt die Freude die größte Rolle. Konkurrenz und Wettbewerb sind nicht mehr nötig, weil die Menschen sich als gleichwertig begegnen.

Uli: Das ist eine sehr schöne Vision! Wie kommt es aber, dass so wenige Menschen bereit sind, sich über Alternativen zu den herrschenden Zuständen Gedanken zu machen oder gar Neues zu versuchen?

HM: Im Moment boomen die Gemeinschaftsgründungen. Das ist für viele schon ein großer Schritt, sich zu öffnen für eine neue Daseinsform. Die Menschen möchten etwas ändern, denken über Alternativen nach. Als ich vor 20 Jahren mit den „gib&nimm Plätzen“ begann, war das noch eine Rarität. Heute gibt es in fast jeder Stadt „gib&nimm Läden“, die auch „Umsonst“-oder „Kostnix- Läden“ genannt werden. Überall stehen Bücherschränke zur freien Bedienung herum. Dinge, die früher achtlos im Container landeten, werden heute fein säuberlich neben den Container mit dem Vermerk „zum Verschenken“ gestellt. Das sind natürlich nur kleine Schritte und bewirken nicht unbedingt eine große politische Änderung.
Aber um die kleinen Schritte geht es mir ja, um das Wachwerden, den Respekt und die Achtung für andere. Mir begegnen sehr oft solche aufgewachten Menschen, die sich allerdings noch nicht am System zu schaffen machen. Der Weg dahin ist eben etwas länger.

Uli: Der übliche Einwand dürfte sein, dass die Geldlogik eine wichtige erzieherische Funktion für die Menschen habe (jedenfalls immer: für die anderen!) und deshalb unverzichtbar sei. Immerhin zwingt und verführt das Geld die Menschen zu Höchstleistungen und garantiert letztlich das Funktionieren unseres Gesellschaftsmodells.

Hm: Das kapitalistische System hat durchaus auch gute Seiten. Schauen wir uns jedoch die gesamte Weltbevölkerung an, stellen wir fest, dass in dem heutigen System die einen auf Kosten der anderen leben. Das muss aufhören. Statt sich gegenseitig zu funktionalisieren, sollten die Menschen damit beginnen, sich gegenseitig wert zu schätzen! Je mehr Menschen schon jetzt mit dieser Bewusstseinserweiterung beginnen, desto eher kann eine neue Welt entstehen. Das meine ich, wenn ich von den kleinen Schritten spreche.

Uli: Glaubst du, dass diese neue Wertschätzung an die Überwindung der Geldlogik gekoppelt sein muss?

HM: Wer die Geldlogik aufgibt, bewegt sich in eine andere Ebene. Du entdeckst plötzlich, dass du in einem Lebensfluss schwimmst, der dich trägt . Die Werte verschieben sich. Du erlebst die anderen als Bereicherung und nicht – wie heute – als Gegner, die übertrumpft werden müssen. Bei Naturkatastrophen können wir das heute schon beobachten. Da helfen die Menschen sich gegenseitig, ohne danach zu fragen, was sie denn dafür bekommen – und fühlen sich glücklich dabei. Ich traue den Menschen sehr viel zu, auch absichts- und bedingungslos zu handeln.

Uli: Mit deinem Ansatz sprichst du einzelne Menschen an, die eine andere Sicht auf unsere Welt und neue Werte entdecken sollen. Aber unsere Gesellschaft ist ja ein mehr oder weniger geschlossenes System mit einer objektiv herrschenden Logik. Gibt es für dich einen Punkt, wo die System-Logik selber umschlägt?

HM: Ich glaube, dass die großen politischen Veränderungen dann geschehen
können, wenn wir ins Vertrauen kommen, wenn wir merken, dass die ganzen
Absicherungen nicht nötig sind. Zur Zeit lassen wir uns noch
verunsichern und klammern uns umso mehr an die alten Strukturen. Durch
die vielen kleinen Schritte oder die „Nischen“, wie du es so gern nennst,
können wir in eine neue Logik hineinwachsen, nämlich: dass alles zu uns
kommt, wenn wir im Vertrauen leben, dass wir uns nicht anstrengen müssen.
Wenn wir mit uns selber im Reinen sind, können wir ein neues Weltbild und
das Vertrauen ins Leben entdecken. Dadurch verändern sich unsere
Wertvorstellungen, was einen Paradigmenwechsel und eine neue System-Logik zur Folge haben könnte. Die Veränderung beginnt sozusagen an der Basis.
Dieser Weg dauert eben länger!

Mir ist klar, dass meine Schwä(e)rmerei den Nerv des einen oder anderen Lesers trifft. Zu viele Kriege herrschen zur Zeit, weitere werden vorbereitet. Es ist nicht Naivität, die mich vorantreibt sondern das Wissen, dass alles möglich ist, wenn wir nur daran glauben!
Ich wünsche uns allen einen schönen Frühlingsanfang!
Herzlich Heidemarie im März 2015

Februar 2015

Liebe Leser, liebe Leserinnen,,
Vertiefung, Intensität, Erkenntnisse, das sind Begriffe, die mir in letzter Zeit öfter als sonst durch den Kopf gehen. Wie schaffe ich es, die Ideen, die mir so wichtig sind, weiterzugeben, ohne zu missionieren?
Wenn die Menschen zu mir sagen: ist ja interessant, was Sie da machen, aber für mich ist das nichts, denke ich jedesmal, daß es wieder falsch herüber gekommen ist, was ich meine. Niemand soll es so machen wie ich!
(jedenfalls noch nicht heute! Eine Welt ohne Geld ist natürlich mein
Ideal)) Aber vorstellen, neue Strukturen erkennen, Altes loslassen- darum geht es auch schon heute.
Wie wollen wir eine neue Welt erschaffen, wenn unsere Phantasie, unsere Vorstellungskraft nicht mitspielt?

Mein neues Buch „Das Sterntalerexperiment II- mein Weg nach Innen“ dient mir als Arbeitsunterlage. In Gesprächsrunden- das sind kleine Gruppen, in denen jedeR zu Wort kommen sollte- nehme ich eine Geschichte aus dem Buch als Grundlage zum Gespräch. Bin ich z.B. von einem Tauschring eingeladen, nehme ich eine Geschichte, die etwas über Tauschringe sagt, zum Vorlesen.
Neulich war ich in einer Gruppe von Menschen, die ihre Kinder großgezogen hatten und nun mit oder ohne Partner das Haus bewohnen, das vorher der ganzen Familie Obdach gab. Eine meiner Ideen ist, Menschen zusammenzubringen, die unterschiedliche Dinge anzubieten haben. Z.B. dass die Menschen mit den großen Häusern ihre Türen öffnen könnten für diejenigen, die in kleinen Wohnungen hausen und sich keinen Urlaub erlauben können. Inzwischen gibt es schon ein paar Kombinationen: Frauen haben sich miteinander angefreundet, und die Besucherin hütet auch schon mal das Haus und hat dabei Urlaubsgefühle, wenn die Besitzerin auf Reisen geht.

Ich weiß, dass es einige Einrichtungen gibt, die dieses Prinzip umsetzen.
So hat mein Sohn, der in einer großen Wohnung lebt, oft Besuch von jungen Leuten aus Indien, China, Spanien, England und anderen Ländern. Die Besucher bleiben meist eine Woche, helfen beim Renovieren oder anderen kleinen Arbeiten im Haus. Anschließend machen sie gemeinsam Musik oder Sport. Meine Enkelin freut sich über die Besucher, weil sie dann ihr Englisch verbessern kann. Die Organisation, die das weltweit anbietet, heißt „helpx“ und wendet sich meist an junge Leute, die gern günstig reisen.

In Freiburg und sicherlich auch in anderen Städten wohnen Studenten kostenfrei in solchen Häusern, wo sie dann im Haushalt mithelfen und andere kleine Arbeiten verrichten. Hier gibt es – wie bei „gib&nimm“- ein paar Regeln, die von beiden Seiten eingehalten werden müssen.

Anders als bei „couchsurfing“, wo die BesucherInnen einfach kommen, weil sie den Ort kennenlernen wollen und dafür weder mitarbeiten müssen noch sich irgendwie einbringen, soll bei „gib&nimm“ mindestens eine Stunde im Gegenzug gearbeitet werden oder auch zwei. Ich selber habe so angefangen.
Inzwischen gibt es für mich nicht einmal mehr Überlegungen für ein Tun.
Ich tue, was nötig ist, als wäre es mein eigenes Domizil. Manchmal tue ich auch gar nichts, sowie in der Zeit, als ich so krank war. Da mein Netzwerk ziemlich groß geworden ist in den letzten Jahren, kehre ich an Orte zurück, bei denen alle Regeln überwunden sind und wir uns wie eine Familie fühlen. (meine Idealvorstellung für die Zukunft) Das allerdings will gelernt sein. Geduld brauchen wir und offene Herzen.
Wenn die ‚Chemie‘ nicht stimmt, kann es schon mal geschehen, dass das Mitwohnen abgebrochen wird. Zwei oder dreimal habe ich das erlebt. Obwohl mir ein neues Miteinander vorschwebt, bei dem die Menschen sich liebevoll begegnen, weiß ich um die Schwierigkeit in unserer heutigen Gesellschaft.
Nicht mit einem Schnipp werden sich die Umstände verändern. Übung macht die Meister. Dass wir heute schon mit dem Üben anfangen können, dürfen wir durchaus als Geschenk ansehen.

Auch die „gib&nimm“ Kisten oder Läden spielen eine Rolle zur Zeit. Es gibt sie schon an vielen Orten. Andere Gruppen spielen mit und nennen sie „gift box“ oder „Schenkökonomie“ oder „Umsonstladen“. Bei allen geht es um das Schenken, bedingungslos und freudvoll. Wie oft wurde mir schon bedeutet, dass der Begriff „gib&nimm“ sich ändern sollte, damit die Abrechnerei- gibst du mir, so gebe ich dir- aufhören könnte. Ich finde auch, dass die Abrechnerei nicht bestehen bleiben darf in Zukunft. Aber mir erscheint es wichtig, auch auf das Empfangen hinzuweisen. Geben und Nehmen will gelernt sein! Wenn das Nehmen oder besser Empfangen nicht vollzogen wird, gibt es einen Stau und alles dümpelt vor sich hin. Der Lebensfluß braucht das
Sowohl- als -auch.

Herzlich grüßt Heidemarie im Februar 2015