Kategorie-Archiv: 2013

April 2013

Liebe LeserInnen,

au weia- das neue Jahr hat schon lange Einzug gehalten, ja, das erste Viertel ist vorbei, und noch nicht einmal die kleinste Notiz steht hier.

Das hat keineswegs damit zu tun, dass nichts geschehen ist in den letzten Monaten, eher das Gegenteil war der Fall, zu wenig Ruhe für eigene Texte.

Jetzt gibt es ein paar Tage für mich ohne Programm, keine Auftritte, nichts Spektakuläres, Rückzug, Ruhe, Besinnung sind die Themen für die nächste Woche. Täglich drei Spaziergänge mit dem Hund in den Wald, Beschäftigung mit Fragen der Nahrungsaufnahme, Nahrungsabgabe, Leckerlis und Zuwendung. Ein Freundschaftsdienst wie in alten Zeiten.

Die letzten Monate waren nicht nur mit viel Reiserei verbunden sondern auch mit der Auseinandersetzung mit dem Tod. In meinem Bauch rumort und zwickt es, schon seit Jahren. Meine Selbstheilungskräfte scheinen hier nicht zu wirken, weil sich die Schmerzen nicht für immer auflösen sondern sich ständig neu bemerkbar machen. Manchmal gibt es sogar Sequenzen mit anhaltenden Schmerzen über Stunden, ein Relikt aus alten Zeiten, hatte ich doch die Schmerzauflösung an anderen Körperstellen in Nullkommanix praktiziert. Und davon meinen Zuschauern bei meinen öffentlichen Auftritten berichtet, ja geschwärmt hatte ich davon, wie einfach es ginge, sich selber zu heilen. Allerdings wurde mir im Laufe der Jahre mein Hochmut ausgetrieben. Denn jedes Mal, wenn ich meinen Zuschauern auf ihre Frage, was denn passiere, wenn ich mal richtig krank würde, geantwortet hatte, dass ich nicht krank würde, gab es eine Unpässlichkeit am nächsten Tag. Meistens eine kleine, aber doch groß genug, um mich zu erinnern, dass bei einer Heilung auch noch andere Dinge im Spiel sind, dass ich nicht meine Dankbarkeit vergessen und die Gnade empfinden durfte.

Seit Beginn des Jahres 2013 schleppe ich mich also mit einem Unwohlsein herum, das manchmal Müdigkeit mit sich bringt, Lustlosigkeit und große Rückzugswünsche. Eigenartigerweise teilte ich das nicht meinen vielen Arztfreundinnen mit, die mir bestimmt mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätten. Irgendwie verstand ich mein Verhalten selber nicht, bis ich bemerkte, dass das Thema Tod noch düstere Stellen hatte, mit Ängstlichkeiten verbunden war und mir meine Leichtigkeit nahm. Ich erinnerte mich, wie ich meinen Vater nicht einmal fragen mochte, an welche Form der Beisetzung er für seinen Abgang dachte. Das Thema Tod war tabu als Gesprächsstoff. Es trieb mir sofort Tränen in die Augen und verschloss mein Herz. So behielt ich mein Geheimnis lieber für mich und versuchte damit so gut wie möglich umzugehen. Allerdings konnte ich meine Schmerzen nicht immer verheimlichen und stieg dadurch Schritt für Schritt in das Thema Tod ein. Zunächst mit meinen Gefühlen. Wie fühlte es sich an, wenn ich mich heute verabschieden müsste von der Welt? War ich bereit dazu, und was bedeutete das für mein jetziges Leben? Die ersten Übungen in diese Richtung brachten mich in große Schwierigkeiten. Ich wollte nicht gehen, wollte meine Erfahrungen weitergeben, Tipps für die vielen Suchenden.

Ausserdem war mein Leben doch schön, es sollte nicht zu Ende gehen, ich wollte mehr davon.

Je mehr ich mich damit beschäftigte, desto ruhiger wurde ich. Der Tod gehört zum Leben. Wir alle müssen eines Tages sterben, daran geht kein Weg vorbei, sagte ich mir und begann, mit meinen Kindern und Freunden darüber zu sprechen. Ich kenne meinen Bestatter inzwischen, habe alles geregelt für meinen Abgang und bin genauso gespannt auf diese Reise ins Unbekannte wie bei meinen anderen Reisen. Meine Leichtigkeit hat sich wieder eingestellt, und ich habe beschlossen, von einer Freundin, die Ärztin ist, nötige Untersuchungen machen zu lassen. Loslassen auf höchster Ebene- welch schönes Gefühl.

Diese seelische Arbeit habe ich so zwischendurch gemacht, während mein Programm weiterging. Neben den üblichen Einladungen zu Gesprächskreisen, Vorträgen, Lesungen, Podiumsdiskussionen gab es zwei Höhepunkte, die ganz neu in meinem Leben waren. Erstens war ich Jurymitglied bei dem cosmic cine festival 2013. Im letzten Jahr war „mein“ Film „living without money“

dort gezeigt worden und ich hatte im Anschluss in mehreren Städten Rede und Antwort gestanden. Diesmal sollte ich also Jurymitglied sein, was ich gern annahm, nachdem klar war, dass es darum ging, niemanden gegeneinander auszuspielen, sondern einfach aus dem Bauch heraus die drei Filme zu benennen, die mir am besten gefallen hatten. Darauf konnte ich mich einlassen. Zusammen mit Line Halvorsen, die norwegische Filmemacherin, die „living without money“ gedreht hat, bildeten wir ein team und kamen eigenartigerweise auf dasselbe Resultat.

Der zweite Höhepunkt hatte mit einer Einladung nach Istanbul zu tun, wo ich vier Tage verbrachte, um an einem Forum teilzunehmen, das inzwischen weltweit bekannt ist. TEDx( technology, entertainment, design) heisst es und wird in verschiedenen Städten und Ländern ausgeführt. Menschen mit interessanten Ideen, Berufen, Visionen, Praktiken und Abenteuern werden eingeladen und dürfen eine bestimmte Zeit- höchstens 18 Minuten- über ihr Anliegen sprechen. Die Rede wird im Vorab eingereicht und von einem team bestätigt oder abgelehnt. Meine Rede, die ich auf Englisch verfasste, wurde angenommen, und ich hatte genügend Zeit, sie einzuüben. Alle meine Vorträge hatte ich bislang- seit 17! Jahren waren es ein paar Tausend- aus dem Bauch heraus gehalten, niemals etwas aufgeschrieben und schon gar nicht eingeübt. Ich brauchte diesen Spielraum, und jetzt hatte ich mich auf etwas Kontrolliertes eingelassen. Mein Englisch ist nicht gerade fliessend, in der Schule mochte ich es nie, eine doppelte Belastung für mich. Bei der Generalprobe tat ich mich schwer, blieb stecken, war lustlos und hätte am liebsten alles hingeworfen. Meine Angst vor dem Auftritt vor 1000 Menschen war riesig nach der Generalprobe. Meine Arbeit mit der Angst führte mich jedoch wieder in Ruhe und Leichtigkeit. Zwar kann ich nicht sagen, dass ich mit Elan, Freude und Schwung meinen Text präsentierte, aber ich kam über die Runden, und jetzt ist er bei youtube zu sehen.

Gleich werde ich zu einer Bekannten gehen, um mir das Buch „Momo“

auszuleihen, das ich für meine nächste Aufgabe noch einmal lesen soll.

Momo wird 40, und es soll einen Film über die Hintergründe für diesen Lesestoff geben. Was hat der Zeitklau der grauen Männer mit dem Geld zu tun? Jetzt darf ich mich für ein Interview vorbereiten.

Viele Dinge, die ich bislang gemacht habe, nehme ich nicht mehr an, einiges sage ich ab. Dafür kommen ganz neue spannende Dinge auf mich zu.

Das bringt mich zurück in meine Freude und das Vertrauen ins Leben. Alles kommt, wie es kommt. Wunderbar!

Einen schönen Frühling mit Freude im Herzen wünscht Heidemarie im April 2013

Juni 2013

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor 19 Jahren – also zu Beginn des Jahres 1994 -stand ich an einem ähnlichen Punkt wie in diesem Jahr. Damals hatte ich geträumt, dass mein jetziges irdisches Leben zu Ende sei. Es gab gefährliche Situationen im Verkehr und anderswo. Dann jedoch eröffnete sich mir ein komplett neues Leben, als ich am 15.2.94 „gib&nimm“ gründete. Viel ist geschehen seitdem und das Leben, wie ich es bisher geführt hatte, war tatsächlich zu Ende!

An dieser Stelle möchte ich nicht noch einmal die ganze Geschichte der letzten Jahre wiederholen, nur die Parallele und die Fortsetzung für mein Tun erspüren. Etwas ist zu Ende! Alles in mir sträubt sich, Neu-gier zu befriedigen, Entertainerin zu sein, Provokateurin oder andere Rollen einzunehmen, um Menschen aufzurütteln oder nachdenklich zu machen.

Wir alle stehen an einem Punkt, an dem etwas geschehen muss für die Erhaltung unser aller Leben, besonders für das unserer Nachfahren. Es erschreckt mich, selber festzustellen, dass die Geschichte aus dem Film, der in diesem Jahr den ersten Platz besetzt hat bei dem festival von „cosmic cine“- nämlich „the vanishing of the bees“, das Verschwinden der Bienen, dass diese Geschichte auch hier in Deutschland stimmt. Ich weile gerade in einem Haus mit wunderschönem Garten, viele, viele Blumen gibt es hier- ein Paradies für Bienen wäre es. Leider erscheinen sie nicht, kein Summen und Zirpen wie in früheren Jahren. Auch die Schmetterlinge fehlen.

Ein Zitronenfalter gaukelte vor ein paar Tagen von Blüte zu Blüte, mehr nicht. Gut, vielleicht ist es noch zu früh in der Jahreszeit, aber ich fürchte nicht…

Zur Zeit ist die Tageszeitung voll mit Artikeln über die Flutkatastrophe und die unternommenen Hilfsprogramme. Täglich werden Spenden bekanntgegeben und die Sponsoren gelobt. Die Bereitschaft zu helfen, ist wirklich groß. Herzen öffnen sich und die Weite, die sich dadurch ergibt, fühlt sich gut an. Aber gleichzeitig werden die Bäume des Regenwaldes weiter gefällt, Tiere werden misshandelt, und ganze Völker verhungern!

Vielleicht ist es so, dass die Menschen wirklich gern helfen würden, aber gar nicht so recht wissen, wo anfangen. Die Katastrophe vor der Haustür ist zwar unangenehm, bietet jedoch eine Möglichkeit, zu helfen, sich im Geben zu üben und Mitgefühl zu entwickeln.

Brauchen wir dafür wirklich immer die Notsituation? Ist es nicht möglich, im ganz gewöhnlichen Alltag wach zu werden und zuzupacken? Wie oft habe ich darüber nachgedacht und festgestellt, dass viele Menschen über sich hinauswachsen, wenn es ihnen sinnvoll erscheint. In den letzten Jahren erlebte ich immer wieder Menschen- meist waren es Frauen, die über ihren eigenen Schatten sprangen und z.B. für Fremde ihr Haus öffneten, eine Tatsache, die sie selber kaum glauben konnten. Sie wagten etwas und merkten, dass sie dadurch viel gewannen: neue Freunde, mehr Beweglichkeit in ihrem Tun, Freude im Alltag und Bereitschaft zu teilen.

Darum geht es bei „gib&nimm“! Der bunte Aufkleber- vor 12 Jahren von der Dortmunder Designerin Petra Simon entworfen – machte jahrelang seine Runde durch die Welt, als Zeichen für einen neuen Umgang miteinander, für Risikobereitschaft, Teilen u.a. Auch hier wollte ich einen Schnitt machen, das Modell auslaufen lassen und fertig. Ich hatte mein Bestes gegeben, um meine Idee vorzustellen und wollte nun klein beigeben, weil ich das Gefühl hatte, dass die Zeit noch nicht reif war für eine wirkliche Nachbarschaftsvernetzung. Viel zu viele Feindschaften zwischen unmittelbaren Nachbarn konnte ich beobachten. Zwar wurde der Aufkleber auch von vielen mitgenommen, aber sein Durchbruch blieb aus. Also beschloss ich, die restlichen paar Hundert noch zu verteilen…

Ich hatte jedoch nicht mit dem Himmel gerechnet. Der mischte sich nun ein.

Zuerst rief Roland Miyamoto- ein Vermittler bei „gib&nimm“ an, um mir mitzuteilen, dass er noch einmal 25 000 Aufkleber bestellt hätte, die er auch bezahlen wolle. Kurze Zeit später meldete sich Peter Holtkamp aus Lünen, der Drucker, und fragte, ob es nicht ratsam wäre, meine Webadresse mit auf den Aufkleber zu drucken. Was hatte das zu bedeuten? Jahre vorher hatten wir gerätselt, wie es gehen könnte, dass die Mitspieler sich über die Bedeutung des Aufklebers besser informieren konnten, hatten einen Flyer entworfen, einen Stempel, waren jedoch nicht auf diese einfachere Möglichkeit gekommen. Nun gibt es also einen wetterfesten neuen Aufkleber mit einer Webseite, auf der sich jeder informieren kann. Und mein Part?

Vorträge will ich nicht mehr halten. Wo will ich die Aufkleber verteilen?

Welche Möglichkeiten habe ich denn? Tja, nun geht es um workshops, die ich anbieten werde, um Einführung in neue Verhaltensmuster, im Herausfinden, wo du vor Ort beitragen kannst, eine Welt zu schaffen mit einem liebevollen Miteinander, wohlwollender Unterstützung füreinander, Sein in Fülle, Leben aus dem Herzen heraus im Vertrauen auf den Lebensfluss. In mir sprudelt es wieder, 1000 Ideen habe ich, und weitermachen will ich allemal!

Vielleicht begegnen wir uns auch einmal! Auf jeden Fall wünsche ich jedem/r von euch viel Schwung beim Einsatz für unsere wunderschöne Welt!

Wer möchte, kann mich für solche „workshops“ gern einladen.

Herzlich grüßt Heidemarie im Juni 2013

Juli 2013

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

nun ist es soweit, alle Vermutungen und Ahnungen sind dem Wissen gewichen:

Es ist ein Cervix/ Carcinom, eine Krebserkrankung im fortgeschrittenem Stadium.Eine Einweisung als Notfall erfolgte nach der „zufälligen“ Untersuchung, eine Woche der Berg- und Talfahrt daraufhin, vorübergehende Entlassung, um dann für eine große Operation bereit zu sein, die nächste Woche stattfinden soll.

Somit kann ich endlich die ständig gestellte Frage: Und was machen Sie, wenn Sie mal krank sind? beantworten. Was mache ich? Als erstes habe ich alle Veranstaltungen und Einladungen abgesagt, die in meinem Kalender standen. Natürlich bin ich auch nicht weitergereist sondern geblieben, wo ich gerade war: bei Gabriele. Sie ist Ärztin, studierte Schulmedizinerin, die sich in vielerlei alternativen Heilmethoden weiterbildete und mit Leib und Seele ihre Erkenntnisse an den Mann/ die Frau bringt. So werde ich mit Vitaminen verschiedenster Art versorgt – besonders rote Früchte und Beeren machen den unangenehmen Zellen den Garaus. Im Regal steht ein Buch mit dem Titel: Krebszellen mögen keine Himbeeren. Himbeeren gibt es in Gabrieles Garten zuhauf, und so wird den ungebetenen Gästen zu Leibe gerückt. Es gibt Fußbäder zur Ausleitung der Gifte, Lichtbestrahlung, elektrische Zuführung von positiv/negativ für eine Balance und und und Ich bin unendlich dankbar für die Zuwendungen und Kreationen von Gabriele, die immer wieder Neues und Altes aus ihrem Repertoire schöpft.

Und dann die HeilerInnen von außerhalb. Gerade sind meine drei Wünsche unterwegs zum großen Meister „ Joa de Deus“ aus Brasilien, der an diesem Wochenende in Basel weilt. Eine Frau, die mich im Internet entdeckt hatte und mich für eine Veranstaltung bei sich einladen wollte, bot mir an, bei ihrem Meister für mich vorzusprechen.

Gestern war Sonja da, eine Hellsichtige, die ihre Klienten aus dem Bauch heraus behandelt und zu neuen Erkenntnissen führt. Eva- Maria , die fähige Homöopathin verabreichte mir die passenden Globolis. Und dann gibt es unzählige Energiearbeiter, die mir von Ferne ihre Heilkräfte schicken.

Bei diesen ganzen Aufzählungen könnte sich die Frage stellen, ob es nicht zu viel des Guten sei nach dem Spruch: Viele Köche verderben den Brei. Das empfinde ich ganz und gar nicht, denn ich spüre die große Verbundenheit mit allem und jedem, kann jeden Rat, jeden Tipp von jedermann/frau mir anschauen und anwenden oder- wenn ich das so empfinde, mich bedanken und aufschieben, was gerade nicht passt.

Die Frage „lasse ich mich operieren oder versuche ich mein Bestes mit meinen eigenen Selbstheilungskräften und der Hilfe Gottes wie die letzten

25 Jahre ohne Schulmedizin?“ brachte mich in so manches Tal in den letzten Tagen. Der Steinbock in mir wollte sich nicht kleinmachen, nicht seine Herrschaft aufgeben, sich einem System unterordnen, für das er nicht viel übrig hat. „Ich schaffe es, ich schaffe es nicht, ich schaffe es…das Spiel mit den Gänseblümchen aus meiner Kindheit hielt Einzug und zeigte mir eine Situation aus meinem früheren Leben, in dem ich oft von schweren Zweifeln geplagt gewesen war. In meinen Vorträgen hatte ich mit Enthusiasmus darauf hingewiesen, wie wunderschön ein Leben im Vertrauen sei, ohne diese schrecklichen Zweifel! Ich erntete viel Bewunderung meiner Zuhörer, weil ich so mutig war. Allerdings gab es noch keine Erfahrung mit einer wirklich lebensbedrohenden Situation. Die wurde mir nun nachgereicht, und ich verspüre wirklich große Dankbarkeit dafür, sehe sie als riesige Chance, noch etwas aufzuarbeiten, was ich für dieses Leben schon abgehakt hatte. Es ginge zu weit, die ganze Problematik hier aufzuführen und ich meine, es ist meine ganz eigene Geschichte, die für andere nicht unbedingt interessant sein muss.

Warum ich den Text dennoch hier hineinstelle, hat mit den Gefühlswallungen der letzten Woche zu tun, in denen ich mich als Todgeweihte befand und mir vorstellen kann, dass es Millionen von Menschen gibt, die sich mit ähnlichen Themen herumschlagen. Sterben müssen wir alle, aber wissen wann, wollen die wenigsten. Als ich vor ein paar Jahren das Buch „Mein Ende ist ein Anfang“ von Tiziano Terzani gelesen hatte, in dem er sein letztes Jahr dazu benutzte, mit seinem Sohn zusammen sein gesamtes Leben zu überdenken und aufzuschreiben, ein Buch, das das Herz berührt, hatte ich gedacht: Ich möchte auch wissen, wann ich sterbe!

So, und nun ist es soweit. Die erste Angst vor dem Tod hatte mit den Abschieden zu tun. „Ich will meine Kinder nicht allein lassen,“ schluchzte ich, irgendwie vergessend, dass diese erwachsene Menschen sind, die gut allein zurechtkommen. In den letzten Tagen haben mir beide bewiesen, wie sehr. Meine Tochter Natalia, die inzwischen Gesundheits- und Ernährungsberaterin ist, gab mir wertvolle Tipps. Und auch mein Sohn Demian, der sich mit Themen auseinandersetzt, die in die Tiefe gehen, hatte sofort ein paar wichtige Hinweise für mich. Beide bestärkten mich darin, dass sie mich loslassen werden, wenn es sein muss.

Auch meine Geschwister melden sich und beruhigen mich.

Heute ist Montag, der Tag, an dem ich ins Krankenhaus sollte. Ich bin nicht gegangen, habe zunächst alles aufgeschoben, um mir selber noch eine Chance zu geben für Klärung und Heilung. Ich spüre wieder meine alte Kraft in mir, die mich bislang geleitet hat, eine große Zuversicht, Vertrauen und den göttlichen Schutz. „Dein Wille geschehe“ – der wichtigste Satz in meinem Leben breitet sich wieder in mir aus, und ich bin bereit für das, was kommt.

Ach, die Frager von „Und was machen Sie, wenn Sie krank sind“ und damit die finanzielle Seite meinen, möchte ich beruhigen. Ich bin seit 6 Jahren „automatisch“, weil ich ja meine Rente bekomme, die ich komplett verschenke, auch krankenversichert.

Falls dieses mein letzter Eintrag auf meiner Seite sein sollte, bedanke ich mich bei allen meinen LeserInnen aufs herzlichste für das mir entgegengebrachte Interesse und die Zuwendungen. Ich weiß das sehr zu schätzen, bin glücklich über mein Leben in der Fülle, voller Wunder und der Liebe, die mir entgegen strömt.

Einen schönen Sommer mit viel Freude wünscht Heidemarie im Juli 2013

August 2013

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

fast sechs Wochen sind um seit der Diagnose „Krebs“. Das Wort, das uns erschauern lässt, das uns in Angst und Schrecken versetzt, weil wir uns ausgeliefert und ohnmächtig fühlen. So war es jedenfalls bei mir. Das Vertrauen, in dem ich mich in den letzten Jahren befand, war wie weggeblasen. Statt dessen quartierte sich eine Angst ein, die sich schnell auf alles ausbreitete und mir zusetzte. So war es in der ersten Woche, in der ja auch „die große OP“ angesetzt war. Ein Gespräch mit meiner jüngsten Schwester ließ mich innehalten und nachdenklich werden. Meine Schwester hatte viel Erfahrung gesammelt in den letzten Jahren wegen der Erkrankung ihres Sohnes, war tief eingestiegen in unterschiedliche Heilverfahren und riet mir jetzt, doch noch andere Möglichkeiten der Heilung herauszufinden, nichts zu überstürzen. Ich hatte meine Zusage zu der Operation allerdings schon gemacht, sogar mit meiner Unterschrift unter dem dazugehörigen Text alles besiegelt. Das Wochenende lag dazwischen. Montag früh sollte es losgehen. „Ich kann nicht einfach absagen. Ein Team im Krankenhaus ist doch auf mich vorbereitet. Was soll ich tun?“ waren meine Gedanken nach dem Telefonat. Zweifel und Unsicherheit tauchten auf – wie in alten Zeiten. Damals – 30 Jahre ist das her – fühlte ich mich hin und hergerissen, konnte mich ganz schlecht entscheiden für oder gegen etwas.

Als ich begann, nach Innen zu schauen, zu meditieren, war diese Unsicherheit wie weggeblasen. Ich wusste meistens, was gut für mich war.

Jetzt hatte die Angst alles verschüttet, mich den Kontakt zu meinem Inneren, zu meinem Schutzengel oder zu Gott vergessen lassen. Ich war sozusagen abgestürzt aus der göttlichen Einheit in das menschliche Leid..

Durch das Telefonat mit meiner Schwester ließ ich mich erinnern. „Gut,“ sagte ich mir, „wenn sich der Himmel auf irgendeine Weise einmischt, mir einen Wink gibt – sei es im Traum oder sonstwie – werde ich mich neu besinnen.“ Die Nacht verbrachte ich traumlos, konnte mich an nichts erinnern und wollte schon in die Resignation gehen, als mein Handy klingelte und Dorothea, meine gute Freundin sich bei mir meldete. Kurz vor ihrer Urlaubsreise – sie hatte schon alles gepackt und war auf dem Sprung

– entschuldigte sie sich bei mir für die frühe Störung.

„ Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich dich anrufen soll. Schließlich möchte ich dich nicht verunsichern, weiß ich doch, dass dein OP-Termin schon feststeht. Was ich dir unbedingt mitteilen möchte, ist die Tatsache, dass am Montag Vollmond ist. Bei Vollmond sollten keine Operationen stattfinden, schon gar keine an der Gebärmutter. Tut mir Leid, dass ich dich damit wahrscheinlich verunsichere,“ sagte sie.“Keineswegs,“ jubelte ich, „das ist das göttliche Zeichen, um das ich gebeten habe. Danke schön!“

Ich rief sofort in der Klinik an und bat erst Mal um eine Verschiebung von mindestens 5 Wochen. Die sind schon um, und viel ist bei mir geschehen.

Die Ängste sind komplett verschwunden. Ich habe Karzi – so nenne ich meinen unliebsamen Gast – begrüßt, mit ihm ein Abkommen vereinbart. Er verlässt mich, wenn ich mir meine Störungen anschaue und daran arbeite, sie aufzulösen. Mit seinem Erscheinen wolle er mich in eine neue Ebene bringen.

Ein wichtiger Faktor für eine Klärung hat mit der Ernährung zu tun. Zwar bin ich schon seit 20 Jahren Vegetarierin, trinke kaum Kaffee und wenig Alkohol. Aber Kekse und Süßigkeiten, Käse und Quark, die ein Leckerbissen für die „bösen“ Zellen darstellen, nahmen einen wichtigen Stellenwert bei meiner Ernährung ein. In einem der vielen Bücher über Krebs, das ich bei Gabriele, einer meiner Arztfreundinnen fand, hieß es, dass viele Menschen an Unwissen sterben. Auch ich wusste nichts über Krebs bislang, nur wie schrecklich und tötend er sein kann und begann mit dem Studium. 5 Bücher habe ich bislang verschlungen, habe mich schlau gemacht und damit von der Ohnmacht befreit.

Neben der Umstellung der Lebensmittel gibt es noch andere Themen für Karzi. Er will Klärung auf der ganzen Ebene:, auch im emotionalen, psychischen Bereich. So habe ich mir eine Auszeit genommen nur für mich, keine Mission, um die Welt zu retten . Ich stehe im Mittelpunkt meines Lebens, gönne mir viel Ruhe, Zeit für innere Reisen, um an Schlummerndes zu kommen und es aufzudecken. Eine Liste mit 20 Punkten, die täglich bedacht sein wollen, habe ich mir aufgeschrieben. Punkt für Punkt wird abgearbeitet und auf der Liste abgestrichen. Ausleitungen von körperlichen Giften gehören dazu, Einnahme von Bitterstoffen, die gar nicht beliebt sind beim Krebs, Zufuhr von Vitaminen, um die Depots aufzufüllen und das Immunsystem zu stärken, Yogaübungen, Spaziergänge und die ganz wichtigen Reisen nach Innen, um die nötige Seelenarbeit zu verrichten.

Wie kann das alles denn ohne Geld gehen? werden sich einige nun fragen.

Ich selber bin auch erstaunt, wie das geht. Von überall kommen Angebote , Hilfestellungen, Geschenke, gute Gedanken. Die Menschen nehmen Anteil, setzen sich ein, sind interessiert daran, dass es mit mir weitergeht.

Neulich rief mich Ute an, eine Frau, die mich auf einem meiner letzten Vorträge erlebt hatte und bot mir an, mich irgendwo hin zu fahren mit ihrem Auto. Das passte gut, weil im Moment Zugfahrten für mich nicht angesagt sind. So haben wir fünf schöne Tage bei meinem Freund Joachim in Potsdam verbracht, wo auch Ulle, der Kameramann wohnt, den ich engagiert habe für eine Dokumentation über Selbstheilungskräfte. Ganz ohne Weltverbesserung geht es nun doch nicht, und so entsteht eben dieser Film.

Ute und ich sind nun auch gute Freundinnen und vieles geschieht für eine Herzöffnung.

Gestern hatte ich ein schönes Erlebnis. Ich spürte genau das Gefühl, das ich vor 20 Jahren vor meiner „großen Aufgabe“ hatte. Damals wartete ich auf einen Fingerzeig von oben, nutzte jede freie Minute, um mich aufzufüllen mit intensiven Beschäftigungen wie klassische Musik hören, tanzen, meditieren u.a. Und eines Morgens war dann der große Augenblick da, als ich in der Morgenandacht den „Auftrag erhielt“, einen Tauschring zu gründen. Die letzten 20 (19) Jahre waren die wunderbarsten meines Lebens.

Mein Leben ohne Geld hat mich vorangetrieben, hat mir wichtige Kontakte geschaffen, Vernetzungsmöglichkeiten offeriert, mir eine neue einfachere Welt gezeigt, die für mich schon Fakt ist und die ich als Zukunftsmodell empfinde. Allerdings merkte ich auch, dass ich etwas festgefahren war, die vielen Vorträge und Diskussionsrunden nicht mehr wollte, weil sie mich ermüdeten. Aber was konnte ich sonst tun? Und da tauchte Karzi auf, rüttelte an meinen Grundstrukturen, beendete das Alte.

Das Erlebnis von gestern hat mit einer Intensität zu tun, die ich im Umgang mit anderen empfinde, mit einem körperlichen Wohlbefinden, das ich früher bei meinen Fastenkuren spürte und einer Freude, die von ganz tief unten in mir aufsteigt. So ergeht es mir heute. Mal schauen, wie es weitergeht, ob Karzi mich wirklich verlässt und den Weg freimacht für „ein Leben in einer neuen Dimension“, in Glück und Freude, was für uns alle vorgesehen ist, wenn wir das menschliche Leid verlassen, um uns in der göttlichen Vollkommenheit einzupendeln.

Mit diesen Gedanken im August 2013 wünsche ich allen alles Liebe!

Herzlich Heidemarie

Oktober 2013

Liebe Leser und Leserinnen,

viel Zeit ist verstrichen, eine Zeit der Ruhe und Stille, der Einkehr und Abkehr von Hektik und Plänen, eine Nach-Innen-Schau mit großem Heilprogramm! Ein Ausklinken aus dem Alltäglichen und gleichzeitiges Einklinken in eine neue Welt, der Welt der Moleküle, Enzyme, Lipide, Polyphenole und wie sie alle heißen, die Begriffe für Essbares und deren Wirkung.

Diese drei Sätzchen schrieb ich gestern und fiel anschliessend in ein tiefes tiefes Loch. Die Sinnfrage machte mir zu schaffen. Wo waren meine hehren Ziele geblieben? Wie konnte ich damit zufrieden sein, nur meine Gesundheit im Visier zu haben, wo doch die Welt immer noch Hilfe braucht, schluchzte ich und beschuldigte mich der Interessenlosigkeit Natürlich gab es Ermutigungen von der anderen Seite: Schließlich geht gar nichts, wenn der Körper nicht mitspielt. Die Gesundheit muss an erster Stelle stehen, erst wenn da alles stimmt, kann an anderen Themen gearbeitet werden.

Einleuchtend klang es schon, aber in meiner Verfassung erreichte es mich nicht. Die kleine Welt um mich herum fühlte sich so winzig an, dass ich kaum durchatmen konnte. Ich steckte fest und wusste nicht, wie ich mich befreien sollte.

Mitten in meinem Jammer nahm ich dennoch eine Anregung in mir wahr: Schau mal im Regal. Da steht ein Buch für dich! hörte ich deutlich und wusste sofort, dass es die „Rückkehr ins Paradies“ sein musste von Christoph Fasching. Schon auf der ersten Seite gab es die Gewissheit. Hier bin ich richtig. Der Erzengel Michael erzählt in diesem Buch von einer neuen Welt, einer Welt ohne Geld, in einem anderen Miteinander, einer Welt, wie sie mir schon seit vielen Jahren vorschwebt. In letzter Zeit hatte ich mein Ideal nicht mehr angesprochen, wollte keine Vorträge mehr halten, weil ich keine Lust hatte, immer wieder mich zu rechtfertigen, die leidige Geldfrage immer wieder anzuschauen, die für mich eine Hauptrolle spielt, weil eine Welt ohne Geld eine ganz andere sein wird als was wir jetzt haben.

Gestern gab es dazu eine Mail von einer Bekannten, die Stellung zu der Abrechnung bei den Tauschringen nahm und ihre Kritik dafür deutlich herüberbrachte. Sie verglich das Verhalten der „Tauschringobersten“ mit den Chefs beim Arbeitsamt. Obwohl es beim Tauschring keine Geldabrechnung gibt, ja, Geld spielt dort keine Rolle, lässt sich die Abrechnung mit Punkten gut vergleichen mit dem Geld. Ein Gefälle entsteht auch hier. Es wird sogar von Betrügereien gesprochen und die kritische Bekannte sprach von Hartz4 Menschen beim Tauschring. Gut, vielleicht hat sie etwas übertrieben, aber die Parallele lässt sich durchaus erkennen, weil die Absichten hinter den Aktionen gleich geblieben sind.

Ganz anders bei einer Welt ohne Geld. Niemand macht mehr Dinge, die ihm nicht gefallen. Jede überlegt sich genau, was sie gern tut, wo ihre Begabungen stecken, die sie dann in die Gesellschaft einbringt. Niemand will besser sein als der andere. Alle ziehen an einem Strang, wollen das Beste für die Erde und die anderen Menschen! Ja, genau, so sehe ich das auch, entfuhr es mir beim Lesen. Hach, wie mich das freut, jubelte es in mir.

Natürlich höre ich die Einwände der Kritiker. So viel Naivität gibt’s doch gar nicht! Guck dir doch mal an, was in der Welt los ist, wie egoistisch die Menschen sind, wie macht- und geldgierig. Die werden doch nicht einfach das Geld abschaffen. Nein, wir brauchen die kleinen Schritte:

gleiches Geld für alle, alles besser verteilen und und und Brauchen wir die vielen kleinen Umwege wirklich? Erzengel Michael sagt nein. Er sagt, dass die Menschheit reif ist für den ganz großen Sprung.

Ich glaube ihm! Und freue mich. Meine kleine Welt hat sich geweitet. Die Sorge für meine Gesundheit findet weiterhin Zuspruch, gleichzeitig gehe ich mit meinen Gedanken aber auch in die große weite Welt und meiner Aufgabe darin.

Abschließend möchte ich noch die Mail eines Freundes erwähnen,die gestern ankam. Er machte mir Mut und bestärkte mich darin, mich am Weg nach Innen zu erfreuen. Daran käme niemand von uns vorbei. Dass ich diesen Weg jetzt schon gehen kann, sei ein großes Geschenk, was ich nur unterstützen kann, weil ich es genauso empfinde. Warum ich mich über die gestrige Erfahrung dennoch freue, hat damit zu tun, dass ich mich nicht mehr ausgeschlossen fühle. Meine Vision von einer anderen Welt wird in einem Buch beschrieben, das alle lesen können. Und alle können über den eigenen Platz nachdenken, die Aufgabe, die sie erfüllen möchten. Wir können heute damit beginnen, darüber nachdenken, was jetzt schon machbar ist. Was für ein Glücksgefühl stellt sich dabei ein! Vorbei die Ohnmacht und der Stillstand, die Öffnung für das Neue fühlt sich einfach wunderbar an!

Alles Liebe im Oktober 2013 wünscht Heidemarie

Dezember 2013

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

Zeit für einen neuen Text, solange wir alle noch am Leben sind!

Da ist mir etwas Eigenartiges geschehen. Vor einiger Zeit hatte ich eine Journalistin zu Besuch, weil sie ein Porträt über mich schreiben wollte.

Sie kam aus Berlin und verband unser Treffen noch mit einem anderen Termin, so dass etwas Zeit zu überbrücken war, die sie bei mir verbrachte.

Wir verstanden uns prächtig, und der Artikel ist sehr wohlwollend und gutartig geschrieben, nachzulesen unter:

www.futurzwei.org/heidemarie-schwermer

In dem Porträt werde ich als sympathische, aufgeweckte Frau geschildert, die ihr Leben auf ihre eigene Art und Weise gestaltet, bei Freunden unterschlüpft, das geldlose Dasein auf wunderbare Art gemeistert hat. Vor der Veröffentlichung des Textes hatte ich noch Gelegenheit, mir alles durchzulesen und Verbesserungen vorzuschlagen. Ich weiss nicht, wie mir das passieren konnte, dass ich übersehen habe, dass das Wichtigste in dem Text fehlte: mein Lebenswerk – die gib&nimm Bewegung. Gib&nimm wird als Namen für den Tauschring erwähnt, jedoch nicht erklärt. Ich möchte auf keinen Fall Ute Scheub beschuldigen, dass sie etwas unterschlagen hat. Ich selber habe mich wieder einmal reduziert, habe in einem Satz erwähnt, dass ich mich auch für politisch halte, jedoch ohne jede weitere Erklärung.

Heute kam folgender Text von Monika Görig aus Steyr (Österreich):

Weitere Orte der neuen Schenk-Kultur findet ihr im Anhang … die Liste will ich gerne stets ergänzen und neu versenden, wenn ihr mir Hinweise auf neue Standorte mitteilt (z.B. in ressourcenorientierten Firmen, ebensolchen öffentlichen Einrichtungen oder dies womöglich sogar in leeren Geschäftsräumen etc. machbar geworden ist). Jede Aktion dieser Art möge Nachahmer finden und ansteckend wirken! Aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen, wer einmal infiziert ist, bleibt unheilbar ;-)))) Vielleicht die einzige Krankheit, von der unsere Nachkommen profitieren.

Was ist „gib & nimm“? Das Logo dafür findet ihr im Anhang frei zum Kopieren, – es bedeutet bedingungsloses Teilen, erwartungsfreies Geben und Nehmen in allen Lebensbereichen und zeugt von einer offenen Lebenshaltung, offenem Denken und beherztem Handeln. Die gib&nimm-Idee stammt in dieser Form von Heidemarie Schwermer, die sie salonreif gemacht hat und die in ihrem Faltblatt auch die ganzheitliche Bedeutung des von ihr verwendeten Logos erläutert.

Nicht nur in Österreich wird „gib&nimm“ weitergetragen sondern an vielen unterschiedlichen Stellen, wo die Idee überzeugt hat.

Als ich zu Beginn von „gib &nimm“ mich einmal bei einem Preisausschreiben beteiligte, wo es für kreative Ideen eine finanzielle Unterstützung geben sollte (damals lebte ich noch selber mit Geld und hatte noch nicht den Anspruch, dass all mein Tun geldlos sein sollte) erfuhr ich später, dass die Schiedsrichter sich sehr aufgeregt hatten über meine Unbescheidenheit.

Wie konnte ich mich selbst vorstellen und mich derart in den Mittelpunkt stellen? So viel Unverfrorenheit war ihnen noch nicht untergekommen. Ich verstand damals überhaupt nicht, dass sie meine Person derart an die Idee knüpften. Es ging doch keineswegs um meine Person sondern ausschließlich um die Idee.

Diesmal ist es andersherum: Meine Person wird ständig hofiert, in den Mittelpunkt gestellt. Den Medien reicht es, zu berichten, wie Heidemarie Schwermer sich ohne Geld eingerichtet hat, wie so ein Leben aussehen kann, ob es dabei Unannehmlichkeiten oder besondere Glücksgefühle gäbe. Manchmal taucht die Frage auf, ob es schon viele Nachahmer hätte, aber das ist das einzige Interesse in eine politische Richtung, sprich eine Ausbreitung der Idee. Wenn ich erkläre, dass es keineswegs um Nachahmung ginge sondern eher um Bewusstseinserweiterung hört das Interesse meist auf. Und so kann ich mir auch nur erklären, dass ich in diesem Interview meine „Lebensaufgabe“ einfach unterdrückt habe, nichts darüber verlauten hab lassen, dass Paradigmawechsel, Wertewandel und die komplett neu eingerichtete Welt mein A und O ist, mein Antrieb für das spannende Leben, das ich führe. All mein Tun richtet sich auf eine Welt aus, in der die Menschen ganz anders miteinander umgehen, als es heute geschieht. Eine Welt, in der die Ressourcen geachtet werden, die Würde der Menschen im Mittelpunkt steht, das Einssein gefühlt und gelebt wird. Überall wo ich mich aufhalte, lebe ich dieses Prinzip und stecke manchmal auch an.

Gestern habe ich mich aus dem Bücherschrank bedient, der einfach so auf dem Marktplatz steht. Ich habe mir einen Roman genommen, der mir den heutigen Sonntag versüßen wird. Vor beinahe 20 Jahren hatte ich solche „gib&nimm“ Stellen überall eingerichtet, damals eine Neuheit, heute gibt es solche Einrichtungen sogar in kleinen Städten wie der, in der ich mich gerade aufhalte. Vor einigen Monaten hing ein Anzug in einem Baum zum Mitnehmen, Spielsachen und andere Nützlichkeiten werden nicht einfach mehr entsorgt sondern als Geschenk neben den container gestellt, für mich eine Freude zu sehen, dass sich die Menschen anders begegnen. Sie achten und schätzen sich und öffnen sich füreinander. Kleine Schritte in Richtung „aus dem Herzen leben“!

Einen schönen Adventsmonat und ein glückliches Weihnachtsfest wünscht Heidemarie im Dezember 2013

P.S. Ich werde das Weihnachtsfest im Krankenhaus verbringen (im St.Johannes- Hospital Dortmund), weil ich mich nun doch nach beinahe einem halben Jahr für eine OP entschieden habe.