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LIVE SEEBESTATTUNG am 16.Dezember 2017 um 12 UHR !!!

TIP: Wenn man rechts unten im Video klickt, dann wird der Film in gross abgespielt.
Am 16. Dezember 2017 um 12 Uhr werden wir eine digitale Live-Seebestattung für Heidemarie veranstalten, bei der ihre Familienmitglieder, Freunde und Bekannte über den Computer eingeladen und live dabei können. ~ Aqua-Omega aus Haarlem (NL) wird Heidemarie auf dieser letzten Fahrt begleiten und aus einem Flugzeug in die Nordsee streuen.

Schön wäre es, wenn alle Zuschauer in dem Augenblick eine Kerze für sie anzünden würden, damit diese Zeremonie noch etwas spezialer wird.

Heidemaries Asche sollte ja eigentlich schon lange verstreut sein, aber weil wir alle soweit auseinander wohnen, haben wir uns noch etwas Zeit gelassen, bis wir eine gute Lösung für alle gefunden haben. Wir wollten ja gerne, dass jede(r) trotz Distanz in Gedanken dabei sein kann, wenn das letzte Irdische den Elementen übergeben wird.

Daher werden wir nur bei gutem Wetter die Live-Seebestattung halten, die über Youtube und auch auf dieser Webseite zu folgen ist. (Bei schlechtem Wetter werden wir die Seebestattung verschieben müssen!) Wenn die Live-Verbindung ausfällt, dann wird der Flug fortgesetzt, da man ja trotzdem an sie denken kann. Der Film wird dann später auch noch hier zu sehen sein.

Bis dann! Am 16.12.2017 um 12 Uhr! Hoffentlich spielt das Wetter jetzt mit!!!

 

 

Viele Grüsse, Natalia Oyarce Schwermer, contact@nos-design.nl

 

Dear friends,

On 16th December 2017 at 12 p.m. German time we want to organize a live burial at sea in the Netherlands with ~Aqua-Omega from Haarlem to let go Heidemaries ashes with an airplane into the ocean. This ceremony can be followed LIVE through internet on this website or through youtube.

We want to give the opportunity to be there in the mind for all relatives and friends- who are living all over the world- at this last special happening. It would be nice if you will burn a candle on this special moment.

It will only happen if the weather is good enough!  Otherwise we will move this ceremony to a better moment. If the internetconnection will fall out, the film will be later shown on this site.

See you then! 16 December 2017 on 12 p.m. on this site! We hope that the weather isn’t bad now!


 

Thanks, kind regards, Natalia Oyarce Schwermer (contact@nos-design.nl)

Januar 2016

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das neue Jahr begann für mich mit Schwung und Freude. Nach der ersten Woche jedoch kehrte Stille ein, absolute und totaler Rückzug. Mit den Energien ist es ja manchmal so, dass wir sie kaum steuern können, dass etwas geschieht, mit dem wir nicht gerechnet haben. Oft spielt das Kollektive dabei mit. Eine Freundin bestätigt mir jedesmal, wenn ich ihr von speziellen Dingen aus meinem Leben berichte, dass sie ähnliches bei anderen Freunden auch gerade erlebt. Manchmal sehen die Erlebnisse fast identisch aus. Das hat natürlich mit den morphogenetischen Feldern zu tun und unserem Zusammengehörigkeitsgefühl, das ja ständig wächst, je spiritueller wir werden. Ein Teil des Ganzen zu sein, die Individualität auszutauschen mit einer ganz neu erlebten Verbundenheit, macht glücklich.

Die letzten Wochen waren also Zeiten der Stille für mich und der Einkehr ins Innere. Dazu fallen mir die Rau-nächte oder Rauhnächte oder Rauchnächte ein. Sie beginnen am 25.12. des alten Jahres und enden am 5.1.
Der Begriff Rauhnächte kommt von Räuchern und stammt aus der Vergangenheit. Unsere Vorfahren führten ein Ritual ein: das alte Jahr wurde ganz einfach ausgeräuchert. So schufen sie Platz für das Neue, was im neuen Jahr geschehen wollte (oder sollte?) Jedes Jahr die gleiche Zeremonie: 12 Nächte wurden dafür anberaumt. Jede Nacht hatte ein anderes Thema und stand für einen Monat im Kommenden Jahr..
Seit einiger Zeit wird dieses Ritual wieder aufgegriffen von unterschiedlichen Gruppen. Es wird über die Themen meditiert, manchmal Buch darüber geführt, damit nichts in Vergessenheit gerät. Auch ich habe mich diesmal an dieser Sequenz beteiligt. Der Monat Januar hatte das Thema Stille als Schwerpunkt. Stille und Rückzug. Andere Monate standen unter Frieden, Liebe, unterschiedliche Strategien und anderes, sehr interessant.

Wie sollte das nun gehen mit der Stille? Ich war so eingespannt in ein eher geschäftiges Leben, dass ich mir den Rückzug gar nicht vorstellen konnte. Doch plötzlich tauchte die Wohnung vor mir auf, in die ich eintauchen wollte, um alles von mir abzuwerfen. Hier war ich überwiegend allein, musste mich nirgendwo unterordnen, konnte einfach auf mein Herz hören und tun, was es mir diktierte. Meist handelte es sich dabei um Meditationen, die mich trugen. Ohne jegliche Ablenkung gestaltete ich die nächsten 14 Tage, wurde Teil der Natur von meinem Meditationsplatz aus.
Ich fühlte die Sonne, lauschte dem Regen und verschmolz mit dem Wind.
Eigenartigerweise musste ich das alles von dem Platz am Fenster wahrnehmen, konnte mich nicht nach draussen begeben. Meine Gesundheit ließ das nicht zu, was mir jedoch keineswegs schwerfiel. Ich fühlte mich wie in einem Kloster, und Nebeneffekt dieser Zeit waren gravierende Entscheidungen, die ich für die Zukunft fällte.So habe ich das Gefühl, in dieser letzten Zeit wieder ein Stück gewachsen zu sein. Heute kehre ich zurück in den Trubel und bin auch damit zufrieden.
Mal schauen, was der Februar bringt, der unter dem Motto Frieden steht.
Uns allen ein ausgefülltes sinnreiches Jahr 2016 wünscht Heidemarie

Mein Leben ohne Geld

Ein Experiment etabliert sich zu einer neuen Lebensform

Mein Leben ohne Geld

Warum ich so lebe

Oft werde ich gefragt, ob es in meinem Leben ein Trauma gegeben hätte, weil ich diese extreme Lebensform gewählt habe und nun schon seit sieben Jahren ohne Geld lebe . Dann antworte ich, dass mein Trauma die Weltsituation sei: Täglich verhungern 100 000 Menschen, und auf der anderen Seite gibt es eine riesige Verschwendung. Lebensmittel werden ins Meer gekippt, um Preise stabil zu halten, Milliardäre bauen sich swimmingpools in ihr Privatflugzeug, weil sie gar nicht mehr wissen, wohin mit dem ganzen Geld. Für mich ist diese Situation derart absurd, dass ich bei diesem Prozess nicht mehr mitwirken möchte und darum nach neuen Strukturen suche.

Forsche ich allerdings in meinem eigenen Leben , entdecke ich, dass es doch so etwas wie ein Trauma gegeben hat. Als zweijähriges Kind musste ich mit meiner Familie zu Kriegsende meine Heimat verlassen und wurde in der neuen Heimat plötzlich als Lumpenpack bezeichnet. Ich habe niemals verstanden, warum Besitz und Geld derart hoch gewertet wird, und so gibt es einen roten Faden in meinem Leben. Ich möchte ein Gleichgewicht herstellen zwischen Menschen, die wenig besitzen und denen die im Materiellem schwimmen, ich möchte neue Werte schaffen und die Würde des Menschen nicht vom Geld abhängig sein lassen.

Mit meinem Leben ohne Geld gebe ich Denkanstösse. Für viele Menschen bin ich eine Provokateurin, aber anderen diene ich als Mutmacherin. In unserer heutigen Gesellschaft ist es so, dass die Armutsgrenze immer weiter sinkt und viele Menschen am Existenzminimum leben. Durch mein neues Modell fühlen sie sich gestärkt und können ein Stück von ihrer Angst ablegen, dass sie irgendwann in der Gosse landen. An dieser Stelle ist es mir wichtig , zu sagen, dass ich keine Missionarin bin, die alle Menschen zur Geldaufgabe bekehren möchte. Vielmehr geht es mir darum, meinen ZuhörerInnen und LeserInnen Mut zu machen, den eigenen Weg zu entdecken und ihn dann Schritt für Schritt zu gehen. Dass aus meinem Experiment eine neue Lebensform geworden ist, die schon so lange dauert, hätte ich nicht für möglich gehalten. Zu Beginn meines Experimentes war mir nicht klar , dass der Einfluss des Geldes in so viele Bereiche dringt. Die Aufgabe des Geldes hat mich in eine neue Lebensqualität gebracht, die mit innerem Reichtum statt äusserem, mit Freiheit statt Abhängigkeit, mit Grosszügigkeit statt Horten, mit neuen Werten zu tun hat.

Wie ich ohne Geld lebe

Im Februar 94 gründete ich die Gib und Nimm Zentrale in Dortmund, einen Tauschring, in dem Dienstleistungen, Fähigkeiten, Sachgegenstände miteinander getauscht und geteilt werden, ohne dass Geld dabei eine Rolle spielt. Der Zulauf zu dem Verein, der dann von uns gegründet wurde, war gross, ebenso jedoch der sofortige Absprung bei Misserfolgen. Das und die Tatsache, dass ich durch meine Tauschereien in dem Verein weniger Geld zum Leben brauchte, stachelte mich an, das Experiment, ganz ohne Geld zu leben, zunächst in Gedanken zu entwickeln und schliesslich im Mai 96 in die Tat umzu setzen. Ich gab meine Wohnung, meine Versicherungen und meinen Besitz auf, hütete von nun an Häuser und Wohnungen von Gib und Nimm Teilnehmern, die auf Reisen gingen und leitete als erste Vorsitzende die Gib und Nimm Zentrale mit Leib und Seele. Das Geben und Nehmen in Fluss zu bringen, das Miteinander kreativ zu gestalten, Feindbilder abzubauen, Herzöffnungen zu erzielen, Menschen mit wenig Geld Mut zu machen, etwas Neues auszuprobieren, das alles sind Ziele von Gib und Nimm .

Mein eigenes Leben gestalte ich abenteuerlich und kreativ. Die Grundnahrungsmittel ertausche ich mir bei einem Bioladen,:Kartoffeln, Gemüse, Obst und Brot- die Waren sind nicht mehr ganz frisch und werden für uns zum Abholen bereitgestellt – gegen Fegen des Hofes, Beratung am Computer o.ä. Kleidung gab es zunächst beim `Tauschrausch` , einem monatlichen Flohmarkt ohne Geld. Inzwischen wird mir eine psychologische Beratung oder eine andere Hilfe schon mal mit einem Kleidungsstück beglichen. Ähnlich geht es mit anderen Dingen, die ich zum Leben brauche. Z.B. verfüge ich über Schlüssel für ein Büro, dem Wissenschaftsladen in Dortmund, in dem ich gern gesehener Gast bin. Für den Anschluss ans Internet, ans Telefon und an die Post erbringe ich Gegenleistungen in Form von Kochen, Fegen, Beraten, je nachdem…

Während der letzten Jahre hat sich immer wieder etwas in meinem Leben verändert. So habe ich den Verein inzwischen verlassen, tausche überall und mit jedem, der/die mir begegnet, allerdings nicht direkt abrechnend, wie es mit Geld geschehen würde sondern in lockerer Weise. Z.B. gab es einen Notfall in einer Druckerei: Papiere waren durcheinandergeraten. Ich sortierte hingebungsvoll die Papiere an einem Sonntag, damit die Sendung fristgerecht am nächsten Tag geliefert werden konnte. Dafür erhielt ich zwei Monate später einen schön gestalteteten Brief in mehrfacher Ausgabe von der Druckerei. Bei meinen Tauschaktionen handelt es sich weniger um Schwarzarbeit als um Freundschaftsdienste und Nachbarschaftshilfe. Trotzdem beschäftigt mich die Frage der Steuern sehr. Da ich mich nicht als Aussteigerin aus dem Staat verstehe sondern eher als Um- oder noch besser Einsteigerin in eine neue Struktur, denke ich über meine Möglichkeiten nach. Vor einigen Jahren schrieb ich dem Bürgermeister von Dortmund einen Brief, in dem ich ihm anbot, Steuern auf meine Art zu zahlen, nämlich indem ich SozialhilfeempfängerInnen berate, Projekte anbiete, Mut mache, Impulse gebe.In der kurzen Antwort bekam ich einen Hinweis auf das Ehrenamt, was ganz und gar nicht dem Prinzip von Gib und Nimm entspricht.

Bei meinen Vorträgen werde ich oft darauf hingewiesen, dass mein Austritt aus derKrankenversicherung eine Zumutung für den Bürger sei, der ja notfalls – z.B. bei einem Beinbruch – für mich einspringen müsse. Zwar kann ich die kritischen Äusserungen nachvollziehen, weil ich die Einführung der Krankenversicherung als durchaus sinnvoll empfinde, mein Experiment jedoch verlangte die Aufgabe jeglicher finanzieller Ausgaben. Inzwischen hat sich auch hier viel für mich geändert. Ich gehe mit meiner Gesundheit bewusster und eigenverantwortlicher um, bearbeite intensiv Ängste, die immer wieder mal auftreten und besinne mich auf die Selbstheilungskräfte, über die jeder Mensch verfügt. Es gibt ein paar Ärzte und Zahnärzte, die mich im Tausch behandeln würden, was ich bislang nicht in Anspruch nehmen musste.

Für viele Menschen ist mein jetziges Lebensmodell nicht zu verstehen und sie glauben, dass ich ein abhängiges, umständliches, kompliziertes Leben führe. Das Gegenteil ist der Fall! Damit Sie mich verstehehn, möchte ich Ihnen die Philosophie vorstellen, die hinter meinem Handeln steht:

Ein ganzheitliches Sein

1. Der politische Aspekt

Für mich ist unumgänglich, dass es in Zukunft u.a. darum gehen muss, dass sich jeder Mensch auch als politisch empfindet, wobei ich nicht an die Parteipolitik denke sondern mehr an verantwortliche Bürger, die über ihren eigenen Tellerrand hinaussehen und an einer Veränderung der Welt mitarbeiten wollen.

Die Gründung der Gib und Nimm Zentrale war für mich ein politischer Akt, weil dadurch neue Voraussetzungen für ein würdevolles Leben geschaffen wird. Die Diskrepanz zwischen Arm und Reich wird verringert, weil sich nun jeder alles leisten kann. Arbeitslose müssen sich nicht mehr nutzlos fühlen, weil sie sich mit ihren Fähigkeiten einbringen können. Nachbarschaftshilfe wird gepflegt, Vorurteile gegen Fremde abgebaut, Freundschaften geknüpft und Isolation aufgehoben.

2. Der philosophische Aspekt :

Um etwas verändern zu können in der Welt, ist es notwendig, dass jeder Einzelne für sich herausfindet, was er wirklich möchte, was er wirklich braucht und welchen Sinn sein Leben hat. Statt wie bisher überwiegend im Aussen zu leben, geht es nun darum, auch den Weg nach Innen zu entdecken und ihn bewusst zu beschreiten. Wir entwickeln unser vorhandenes inneres Potential, werden selbstverantwortlich, eigeninitiativ und können dadurch massgeblich in der Gesellschaft mitwirken .

3. Der psychologische Aspekt

Die meisten Probleme in unserer Gesellschaft haben damit zu tun, dass wir nicht wissen, wie wir miteinander umgehen sollen, dass wir uns gegenseitig nicht achten und uns bekämpfen statt zu unterstützen.Krieg, Gewalttätigkeiten, Missbrauch, Respektlosigkeiten, Konkurrenzverhalten u.a. lassen sich beseitigen, wenn wir uns einlassen können. Menschen, die uns missfallen, dienen uns als Spiegel. Unsere Empörung über jemanden, der ein bestimmtes Verhalten präsentiert, das wir ganz und gar nicht aushalten können, kann uns an unsere eigenen Wurzeln führen. Die Frage: Warum rege ich mich so auf, was hat das mit mir zu tun, bringt mich in eine neue Sichtweise. Statt den anderen zu verurteilen, forsche ich bei mir weiter. Alles, was ich tue, hat einen Grund, den ich nun herausfinde und dabei anfange, mich damit zu akzeptieren. Wenn mir mein Verhalten als Fehler erscheint, kann ich daran arbeiten, ihn aufzugeben, nachdem ich ihn akzeptiert habe. Mit meiner eigenen Annahme gelingt es, auch den anderen zu akzeptieren. So können Feindbilder abgebaut werden und ein Wachstum in Liebe entstehen.

4. Der spirituelle Aspekt

Durch viele Begebenheiten in meinem Leben in den letzten Jahren weiss ich, dass es neben unserer materiellen Welt auch eine geistige gibt, die die meisten von uns nicht sehen können. Immer deutlicher wird mir aufgezeigt, dass wir alle miteinander verbunden sind und alle aus derselben göttlichen Quelle stammen. Arbeitet jemand an seinen eigenen Störungen, tut er es gleichzeitig für alle. Das geistige Wachstum des Einzelnen hat einen wichtigen Stellenwert .Wir alle sollten uns bei dieser Arbeit gegenseitig unterstützen. Durch dieses Wissen kann jeder Mensch Konkurrenz- und andere negative Gefühle dem anderen gegenüber aufgeben und jeden als Mitspieler betrachten.

Ich überprüfe diese vier Aspekte regelmässig, korrigiere, wenn es mir nötig erscheint und bin dadurch im Lebensfluss, der viel mit dem Geben und Nehmen zu tun hat.

Übers Tauschen und Teilen zum Sein

Gib und Nimm Bewegung

Die Diskrepanz zwischen Arm und Reich wächst, die Ausbeutung und Zerstörung der Erde geht weiter. Die Diskriminierung ganzer Völker und die Gleichgültigkeit gegenüber des großen Elends in der Welt nimmt erschreckende Ausmaße an.

Die Idee der Gib und Nimm Bewegung, in ganzer Konsequenz gelebt, verändert unser herkömmliches Leben total. Bei „Gib und Nimm“ geht es darum, ein Gleichgewicht zwischen dem Geben und dem Nehmen herzustellen. Es geht darum, jeden einzelnen Menschen wertzuschätzen und ihm wohlwollend zu begegnen. Misstrauen durch Vertrauen zu ersetzen, Fehler einzukalkulieren und aus ihnen zu lernen. Unsere jetzigen Werte, die mit „immer höher, schneller, mehr“ zu tun haben, umzuwandeln in: Was brauche ich wirklich, was kann ich wirklich, was will ich wirklich? Das Individuum spielt eine große Rolle. Es orientiert sich nicht an der Masse, sondern weiss selber, wo seine Stärken und Vorlieben liegen. Gleichzeitig ist es interessiert an gesellschaftlichen Fragen und übernimmt Verantwortung für sich und das Ganze.

Mit der Gründung der Gib und Nimm-Zentrale , einem Tauschring in Dortmund im Februar 94 veränderte sich mein Leben schrittweise. Ich brauchte durch das Tauschen und Teilen immer weniger Geld zum Leben und lernte viele interessante Menschen kennen. Durch die Konflikte, die dabei entstanden, wurde ich gezwungen, toleranter und geduldiger zu werden. Mein Leben wurde bunter und abenteuerlicher .Die hierarchische Struktur der unterschiedlichen Berufszweige löste sich für mich auf, weil jede Tätigkeit gleichwertig nebeneinandersteht.

Schön wäre es, die Gib und Nimm Bewegung auszudehnen auf alle Bereiche. Sei es in der Politik, in der Wirtschaft, in Familien oder anderen Strukturen – es geht darum, das Gleichgewicht herzustellen zwischen Natur und Technik, zwischen Haben und Sein, zwischen Überfluss und Armut, zwischen Innen und Außen. Mit diesem „idealistischen“ Text möchte ich anregen zu einem Gedankenaustausch. Wer sich angesprochen fühlt, darf sich gern bei mir melden.

Gib und Nimm öffnet Türen

Heute habe ich erfahren, daß der Buchfink in Bayern anders singt als der im Ruhrpott! Daß Mailbox so und nicht Mehlbox geschrieben wird, erfuhr ich im letzten Monat. Stumpfe Messer schneiden die Rasenkanten ab, weil sie sich so schnell drehen. Auch das wußte ich nicht bis vor ein paar Tagen. Meine Wissenslücken füllen sich auf – es ist eine wahre Freude! Und das alles durch meine Tätigkeiten bei Gib und Nimm. Zuerst hatte ich gedacht, nur Dinge zu tun, die ich gut kann. Aber im Laufe des ersten Jahres fing ich an, auf Entdeckung zu gehen und dabei viel Spaß zu haben.

“ Was findest du nur an einem Computer?“ hatte ich früher naserümpfend gefragt, und plötzlich sitze ich da und lasse die Maus über die Scheibe tanzen.

Ich mache Baby-, Hunde- und Haussitting, mähe Rasen, putze Fenster, werde zum Chinesisch, Griechisch, Türkisch Essen eingeladen. Ich lasse mir den Kopf waschen, nehme teil an Vogel- und Fledermauswanderungen, Ausflüge in die Disco und und und

Das Geben und Nehmen in Einklang zu bringen, ist ein herrliches Spiel. Zuerst im geschützten Rahmen, nämlich bei Gib und Nimm, dann immer mehr überall, wo sich Gelegenheiten bieten. Und die bieten sich, bei Öffnung der Herzen. Die These „Je mehr ich gebe, desto mehr bekomme ich“ bewahrheitet sich immer mehr. Manchmal geschieht das prompt – so wie letzten Sonntag. Da wurde ich Zeugin, wie ein junger Mann in der Straßenbahn vom Kontrolleur ohne Fahrschein erwischt wurde. Mein Angebot, ihn auf meinem Ticket 2OOO mitzunehmen, kam leider zu spät. „Da hätten Sie mit ihm einsteigen müssen“, hieß es.

Bevor ich in die nächste Bahn stieg, sah ich mir die anderen Wartenden an und sprach dann eine ältere Frau an: „Wenn Sie wollen, können Sie mit mir fahren. Ich darf eine Person mitnehmen“, sagte ich. „Ach,“ lachte sie, das ist lustig, ich darf auch jemanden mitnehmen, aber viel weiter, nämlich durch ganz Deutschland.“ Ich wurde hellhörig.

„Kennen Sie schon die Gib und Nimm-Zentrale? Wenn Sie da mitmachen, könnten Sie die Fahrten anbieten und sich dafür jemanden kommen lassen, der im Haushalt oder beim Einkauf hilft.“ Sie will es sich überlegen, und wer weiß, vielleicht fahre ich mit ihr demnächst nach Bayern!

Why do I live without money?

 

Why do I live without money?

When I was a child there happened a catastrophe: our whole family had to leave the home – a big house with a big garden and a lot of fine inventory – without taking things with us. We were refugees in the war! Although I was very young this fact stamped me. I was thinking about possession and value. How could it be that a person without possession had no value any more? When I grew up, I thought about the poor people in the world. During my living in Southamerica for one year, I couldn’t dare scarcely the poorness with which I was confrontated there. Always there was the question in me: what can we do to get a better world, a world with more dignity for each person? I tried three times to get out of the system with these unfortunate structures. But I had to return each time. My change Until 17 years before! There I founded an exchange group in Dortmund and noticed that I needed less and less money. I changed most of the things and activities with others without giving money but my know-how! This experience encouraged me to try to live without money for one year. On the first of may 1996 I gave away my whole possession, my home and my insurances. From this time I lived with other people in their houses. I helped them with their doings and received bed and food. When the year was over, I could have returned to my old life without difficulties, because my last profession was a psychotherapist and there were enough clients for me. But I didn’t want to return into my old life. I detected a very different life in this year which was so beautiful!

Living without money

Living without money means to discover the flow of life, to put in motion a new liveliness, enter into a new quality of life, which happens through attention, carefulness and vigilance. To be awake to my own person, to my neighbour, to the society and the whole universe signifies a new intensity, a devotion to life. Instead of running sorrowful after the mammon, put our focus on the material, the outside things now there is the main focus to occurrences from inside, to open the heart and deal out of it. In this way happens a change of values, a change of paradigm, which we need for all the made damages in the world. There is the difference between poor and rich people, the catastrophes in the nature and all the bad things which came from the greediness of money!

Instead money – „gib und nimm“ (give and take) What can I do as a single person to change something in the world? I thought about this nearly my whole life. My result I want to present at this point!

There are four things which are very important in our lives:

1.The contact to myself. I have to know what is important for me, whom I am, what I need really and what I like really!

2.The contact to the you! Why don’t I like this person? Why this person makes me so angry? What does it reflect to me. What can I learn? Each person is a teacher for me and not an enemy!!!

3.The contact to the society. It is important that everyone takes care of the environment. We are responsible for the things around us and when we are awake we can handle a lot in the world!

4.the contact to the universe. If we notice that each of us is a cell in the universe we can change our behaviour with other people and the world. If we can see the world like a whole and us like a part of it we change our behavment completely, because we take responsability for all! These four points are all (in my eyes!)

Each point has a color: 1. green 2. yellow 3. red 4. blue! You can see it on the sticker! If you use the sticker there are some things to reflect: First: the sticker means- I want another world!A world with dignity for everyone! Second: if I use the sticker I am open for sharing with others without money (not changing any more) Third: the place for the sticker will be reflected, because there are different meanings. The sticker on a car means that I am ready to share my car or to take people with it. If I put it on the door of my house I would like to have guests in my house. A sticker on my cloth means that you can talk to me. A sticker at my baggage means you can travel with me. There are several possibilities to put it! Goal of it is, that some day we don’t need any more a sign, because we are a big family and care for each other!

My own life is fantastically, I am a happy person who feels a membership to the human beeings and a big love for all of them.

Heidemarie Schwermer, January 2011

Ein Experiment etabliert sich zu einer neuen Lebensform

Mein Leben ohne Geld

Warum ich so lebe

Oft werde ich gefragt, ob es in meinem Leben ein Trauma gegeben hätte, weil ich diese extreme Lebensform gewählt habe und nun schon seit sieben Jahren ohne Geld lebe . Dann antworte ich, dass mein Trauma die Weltsituation sei: Täglich verhungern 100 000 Menschen, und auf der anderen Seite gibt es eine riesige Verschwendung. Lebensmittel werden ins Meer gekippt, um Preise stabil zu halten, Milliardäre bauen sich swimmingpools in ihr Privatflugzeug, weil sie gar nicht mehr wissen, wohin mit dem ganzen Geld. Für mich ist diese Situation derart absurd, dass ich bei diesem Prozess nicht mehr mitwirken möchte und darum nach neuen Strukturen suche.

Forsche ich allerdings in meinem eigenen Leben , entdecke ich, dass es doch so etwas wie ein Trauma gegeben hat. Als zweijähriges Kind musste ich mit meiner Familie zu Kriegsende meine Heimat verlassen und wurde in der neuen Heimat plötzlich als Lumpenpack bezeichnet. Ich habe niemals verstanden, warum Besitz und Geld derart hoch gewertet wird, und so gibt es einen roten Faden in meinem Leben. Ich möchte ein Gleichgewicht herstellen zwischen Menschen, die wenig besitzen und denen die im Materiellem schwimmen, ich möchte neue Werte schaffen und die Würde des Menschen nicht vom Geld abhängig sein lassen.

Mit meinem Leben ohne Geld gebe ich Denkanstösse. Für viele Menschen bin ich eine Provokateurin, aber anderen diene ich als Mutmacherin. In unserer heutigen Gesellschaft ist es so, dass die Armutsgrenze immer weiter sinkt und viele Menschen am Existenzminimum leben. Durch mein neues Modell fühlen sie sich gestärkt und können ein Stück von ihrer Angst ablegen, dass sie irgendwann in der Gosse landen. An dieser Stelle ist es mir wichtig , zu sagen, dass ich keine Missionarin bin, die alle Menschen zur Geldaufgabe bekehren möchte. Vielmehr geht es mir darum, meinen ZuhörerInnen und LeserInnen Mut zu machen, den eigenen Weg zu entdecken und ihn dann Schritt für Schritt zu gehen. Dass aus meinem Experiment eine neue Lebensform geworden ist, die schon so lange dauert, hätte ich nicht für möglich gehalten. Zu Beginn meines Experimentes war mir nicht klar , dass der Einfluss des Geldes in so viele Bereiche dringt. Die Aufgabe des Geldes hat mich in eine neue Lebensqualität gebracht, die mit innerem Reichtum statt äusserem, mit Freiheit statt Abhängigkeit, mit Grosszügigkeit statt Horten, mit neuen Werten zu tun hat.

Wie ich ohne Geld lebe

Im Februar 94 gründete ich die Gib und Nimm Zentrale in Dortmund, einen Tauschring, in dem Dienstleistungen, Fähigkeiten, Sachgegenstände miteinander getauscht und geteilt werden, ohne dass Geld dabei eine Rolle spielt. Der Zulauf zu dem Verein, der dann von uns gegründet wurde, war gross, ebenso jedoch der sofortige Absprung bei Misserfolgen. Das und die Tatsache, dass ich durch meine Tauschereien in dem Verein weniger Geld zum Leben brauchte, stachelte mich an, das Experiment, ganz ohne Geld zu leben, zunächst in Gedanken zu entwickeln und schliesslich im Mai 96 in die Tat umzu setzen. Ich gab meine Wohnung, meine Versicherungen und meinen Besitz auf, hütete von nun an Häuser und Wohnungen von Gib und Nimm Teilnehmern, die auf Reisen gingen und leitete als erste Vorsitzende die Gib und Nimm Zentrale mit Leib und Seele. Das Geben und Nehmen in Fluss zu bringen, das Miteinander kreativ zu gestalten, Feindbilder abzubauen, Herzöffnungen zu erzielen, Menschen mit wenig Geld Mut zu machen, etwas Neues auszuprobieren, das alles sind Ziele von Gib und Nimm .

Mein eigenes Leben gestalte ich abenteuerlich und kreativ. Die Grundnahrungsmittel ertausche ich mir bei einem Bioladen,:Kartoffeln, Gemüse, Obst und Brot- die Waren sind nicht mehr ganz frisch und werden für uns zum Abholen bereitgestellt – gegen Fegen des Hofes, Beratung am Computer o.ä. Kleidung gab es zunächst beim `Tauschrausch` , einem monatlichen Flohmarkt ohne Geld. Inzwischen wird mir eine psychologische Beratung oder eine andere Hilfe schon mal mit einem Kleidungsstück beglichen. Ähnlich geht es mit anderen Dingen, die ich zum Leben brauche. Z.B. verfüge ich über Schlüssel für ein Büro, dem Wissenschaftsladen in Dortmund, in dem ich gern gesehener Gast bin. Für den Anschluss ans Internet, ans Telefon und an die Post erbringe ich Gegenleistungen in Form von Kochen, Fegen, Beraten, je nachdem…

Während der letzten Jahre hat sich immer wieder etwas in meinem Leben verändert. So habe ich den Verein inzwischen verlassen, tausche überall und mit jedem, der/die mir begegnet, allerdings nicht direkt abrechnend, wie es mit Geld geschehen würde sondern in lockerer Weise. Z.B. gab es einen Notfall in einer Druckerei: Papiere waren durcheinandergeraten. Ich sortierte hingebungsvoll die Papiere an einem Sonntag, damit die Sendung fristgerecht am nächsten Tag geliefert werden konnte. Dafür erhielt ich zwei Monate später einen schön gestalteteten Brief in mehrfacher Ausgabe von der Druckerei. Bei meinen Tauschaktionen handelt es sich weniger um Schwarzarbeit als um Freundschaftsdienste und Nachbarschaftshilfe. Trotzdem beschäftigt mich die Frage der Steuern sehr. Da ich mich nicht als Aussteigerin aus dem Staat verstehe sondern eher als Um- oder noch besser Einsteigerin in eine neue Struktur, denke ich über meine Möglichkeiten nach. Vor einigen Jahren schrieb ich dem Bürgermeister von Dortmund einen Brief, in dem ich ihm anbot, Steuern auf meine Art zu zahlen, nämlich indem ich SozialhilfeempfängerInnen berate, Projekte anbiete, Mut mache, Impulse gebe.In der kurzen Antwort bekam ich einen Hinweis auf das Ehrenamt, was ganz und gar nicht dem Prinzip von Gib und Nimm entspricht.

Bei meinen Vorträgen werde ich oft darauf hingewiesen, dass mein Austritt aus derKrankenversicherung eine Zumutung für den Bürger sei, der ja notfalls – z.B. bei einem Beinbruch – für mich einspringen müsse. Zwar kann ich die kritischen Äusserungen nachvollziehen, weil ich die Einführung der Krankenversicherung als durchaus sinnvoll empfinde, mein Experiment jedoch verlangte die Aufgabe jeglicher finanzieller Ausgaben. Inzwischen hat sich auch hier viel für mich geändert. Ich gehe mit meiner Gesundheit bewusster und eigenverantwortlicher um, bearbeite intensiv Ängste, die immer wieder mal auftreten und besinne mich auf die Selbstheilungskräfte, über die jeder Mensch verfügt. Es gibt ein paar Ärzte und Zahnärzte, die mich im Tausch behandeln würden, was ich bislang nicht in Anspruch nehmen musste.

Für viele Menschen ist mein jetziges Lebensmodell nicht zu verstehen und sie glauben, dass ich ein abhängiges, umständliches, kompliziertes Leben führe. Das Gegenteil ist der Fall! Damit Sie mich verstehehn, möchte ich Ihnen die Philosophie vorstellen, die hinter meinem Handeln steht:

Ein ganzheitliches Sein

1. Der politische Aspekt

Für mich ist unumgänglich, dass es in Zukunft u.a. darum gehen muss, dass sich jeder Mensch auch als politisch empfindet, wobei ich nicht an die Parteipolitik denke sondern mehr an verantwortliche Bürger, die über ihren eigenen Tellerrand hinaussehen und an einer Veränderung der Welt mitarbeiten wollen.

Die Gründung der Gib und Nimm Zentrale war für mich ein politischer Akt, weil dadurch neue Voraussetzungen für ein würdevolles Leben geschaffen wird. Die Diskrepanz zwischen Arm und Reich wird verringert, weil sich nun jeder alles leisten kann. Arbeitslose müssen sich nicht mehr nutzlos fühlen, weil sie sich mit ihren Fähigkeiten einbringen können. Nachbarschaftshilfe wird gepflegt, Vorurteile gegen Fremde abgebaut, Freundschaften geknüpft und Isolation aufgehoben.

2. Der philosophische Aspekt :

Um etwas verändern zu können in der Welt, ist es notwendig, dass jeder Einzelne für sich herausfindet, was er wirklich möchte, was er wirklich braucht und welchen Sinn sein Leben hat. Statt wie bisher überwiegend im Aussen zu leben, geht es nun darum, auch den Weg nach Innen zu entdecken und ihn bewusst zu beschreiten. Wir entwickeln unser vorhandenes inneres Potential, werden selbstverantwortlich, eigeninitiativ und können dadurch massgeblich in der Gesellschaft mitwirken .

3. Der psychologische Aspekt

Die meisten Probleme in unserer Gesellschaft haben damit zu tun, dass wir nicht wissen, wie wir miteinander umgehen sollen, dass wir uns gegenseitig nicht achten und uns bekämpfen statt zu unterstützen.Krieg, Gewalttätigkeiten, Missbrauch, Respektlosigkeiten, Konkurrenzverhalten u.a. lassen sich beseitigen, wenn wir uns einlassen können. Menschen, die uns missfallen, dienen uns als Spiegel. Unsere Empörung über jemanden, der ein bestimmtes Verhalten präsentiert, das wir ganz und gar nicht aushalten können, kann uns an unsere eigenen Wurzeln führen. Die Frage: Warum rege ich mich so auf, was hat das mit mir zu tun, bringt mich in eine neue Sichtweise. Statt den anderen zu verurteilen, forsche ich bei mir weiter. Alles, was ich tue, hat einen Grund, den ich nun herausfinde und dabei anfange, mich damit zu akzeptieren. Wenn mir mein Verhalten als Fehler erscheint, kann ich daran arbeiten, ihn aufzugeben, nachdem ich ihn akzeptiert habe. Mit meiner eigenen Annahme gelingt es, auch den anderen zu akzeptieren. So können Feindbilder abgebaut werden und ein Wachstum in Liebe entstehen.

4. Der spirituelle Aspekt

Durch viele Begebenheiten in meinem Leben in den letzten Jahren weiss ich, dass es neben unserer materiellen Welt auch eine geistige gibt, die die meisten von uns nicht sehen können. Immer deutlicher wird mir aufgezeigt, dass wir alle miteinander verbunden sind und alle aus derselben göttlichen Quelle stammen. Arbeitet jemand an seinen eigenen Störungen, tut er es gleichzeitig für alle. Das geistige Wachstum des Einzelnen hat einen wichtigen Stellenwert .Wir alle sollten uns bei dieser Arbeit gegenseitig unterstützen. Durch dieses Wissen kann jeder Mensch Konkurrenz- und andere negative Gefühle dem anderen gegenüber aufgeben und jeden als Mitspieler betrachten.

Ich überprüfe diese vier Aspekte regelmässig, korrigiere, wenn es mir nötig erscheint und bin dadurch im Lebensfluss, der viel mit dem Geben und Nehmen zu tun hat.

Übersetzung ins Niederländische

Een experiment vestigt zich in een nieuwe levensvorm

Mijn leven zonder geld

Waarom ik zo leef

Vaak wordt aan mij gevraagd, of in mijn leven een trauma plaatsgevonden heeft, omdat ik deze extreme levensvorm gekozen heb en nu al sinds zeven jaar zonder geld leef. Dan antwoord ik, dat mijn trauma de wereldsituatie is: dagelijks verhongeren honderdduizenden mensen en aan de andere kant bestaat een reusachtige verspilling. Levensmiddelen worden in de zee gedumpt, om de prijzen stabiel te houden. Miljardairs bouwen zwembaden in hun privé-vliegtuig, omdat ze helemaal niet meer weten, waar ze met al hun geld naartoe moeten. Voor mij is deze situatie dermate absurd, dat ik aan dit proces niet meer mee wil werken en daarom naar nieuwe structuren zoek.

Als ik wel in mijn eigen leven ga zoeken, ontdek ik, dat er toch zoiets als een trauma plaatsgevonden heeft. Als tweejarig kind moest ik met mijn familie tijdens het einde van de oorlog onze woonplaats verlaten en werd in de nieuwe woonplaats ineens lompenpak genoemd. Ik heb nooit begrepen, waarom bezit en geld dermate hoog gewaardeerd worden en zo is er een rode draad in mijn leven. Ik wil een evenwicht vormen tussen mensen, die weinig bezitten en diegenen, die in de materiële middelen zwemmen. Ik wil nieuwe waarden creëren en de waarde van een mens niet van geld afhankelijk laten zijn.

Met mijn leven zonder geld geef ik denkvoorbeelden. Voor veel mensen ben ik een provocateur, voor andere ben ik diegene, die moed geeft. In onze huidige maatschappij is het net zo, dat de grens van armoede steeds verder gaat en veel mensen van een bestaansminimum leven. Door mijn nieuwe model voelen zij zich gesterkt en kunnen een stuk van hun angst afleggen, dat ze in de goot zouden belanden.

Op deze plaats is het belangrijk voor mij te vertellen, dat ik geen missionaris ben, die alle mensen tot de opgave van hun geld wil overhalen.

Veel meer gaat het mij daarom, mijn luisteraars en lezers moed te geven, hun eigen weg te ontdekken en deze dan stap voor stap te gaan. Dat uit mijn experiment een nieuwe levensvorm ontstaan is, die al zo lang duurt, had ik nooit verwacht. In het begin van mijn experiment was mij niet duidelijk, dat de invloed van geld zoveel gebieden behelst. De opgave van geld heeft mij een nieuwe levenskwaliteit gebracht, die met rijkdom van binnen in plaats van buiten, met vrijheid in plaats van afhankelijkheid, met vrijgevigheid in plaats van opsparen, met nieuwe waarden te maken heeft.

Hoe ik zonder geld leef!

In februari 1994 startte ik de Geef en Neem Centrale (Gib und Nimm Zentrale) in Dortmund, Duitsland. Een ruilkring, waarbij diensten, vaardigheden en materialen met elkaar geruild en gedeeld werden, zonder dat geld daarbij een rol speelde. De vereniging, die daarop door ons werd opgericht, kende een grote toeloop, maar net zo goed werd bij problemen direct gestopt. Daarom en door het feit, dat ik door mijn ruilacties in de vereniging minder geld voor het leven nodig had, zetten mij ertoe aan, het experiment, helemaal zonder geld te leven, in eerste instantie in gedachten te ontwikkelen en uiteindelijk in mei 1996 in de daad om te zetten. Ik gaf mijn woning, verzekeringen, bezit op en paste vanaf dat moment op huizen en woningen van Geef en Neem deelnemers, die op reis gingen en leidde als eerste voorzitter de Geef en Neem Centrale met hart en ziel. Geven en nemen te laten vloeien, met elkaar creatief leven, vijandbeelden afbreken, hartopeningen bereiken, mensen met weinig geld moed geven, iets nieuws uitproberen, dat alles zijn doelen van Geef en Neem.

Mijn eigen leven deelde ik avontuurlijk en creatief in. De basisvoedingsmiddelen ruilde ik met een biologische winkel: aardappelen, groenten, fruit en brood en andere voedingsmiddelen, die niet meer helemaal vers waren werden voor ophalen neergezet – tegen vegen van het erf, advies aan de computer en andere diensten. Kleding vond ik in eerste instantie bij de “Tauschrausch”, een maandelijkse vlooienmarkt zonder geld. Ondertussen wordt een psychologisch adviesgesprek of een andere hulp ook wel eens met een kledingstuk geruild. Vergelijkbaar ging het met andere dingen, die ik voor het leven nodig had. Bijvoorbeeld heb ik sleutels voor een bureau, de wetenschapswinkel in Dortmund, waar ik een graag geziene gast ben. Voor de aansluiting op internet, telefoon en de post geef ik tegenprestaties in de vorm van koken, vegen, adviseren en wat er verder nodig is …

Gedurende de laatste jaren heeft zich steeds iets in mijn leven veranderd. Zo heb ik de vereniging inmiddels verlaten, ruil vrijwel overal en met iedereen, die mij anders, alleen niet direct afrekenen, zoals het met geld zou gebeuren, maar op een lossere manier. Bijvoorbeeld, er was een noodsituatie in een drukkerij: papieren waren door elkaar geraakt. Ik sorteerde met liefde de papieren op een zondag, waardoor de zendingen volgens planning de volgende dag geleverd konden worden. Daarvoor kreeg ik twee maanden later een mooi vormgegeven brief in veelvoudige uitgave van de drukkerij. Met mijn ruilacties gaat het minder om zwartwerk dan om vriendschap en burenhulp.

Desondanks denk ik vaak over de belastingen na. Gezien ik mezelf niet als uitstapper uit de maatschappij zie, maar eerder als om- of beter nog instapper in een nieuwe structuur, denk ik over mijn mogelijkheden na. Een aantal jaren geleden schreef ik de burgemeester van Dortmund een brief, waarin ik hem aanbood, belastingen op mijn manier te betalen, namelijk door cliënten van de sociale dienst te adviseren, projecten te organiseren, moed te geven, impulsen te geven. In het korte antwoord kreeg ik een verwijzing naar het vrijwilligerswerk, wat helemaal niet het principe van Geef en Neem is.

Bij mijn lezingen wordt ik er vaak op gewezen, dat mijn uittreden uit de ziektekostenverzekering een belasting voor de burger is, omdat hij desnoods, bijvoorbeeld bij een beenbreuk, daarvoor moet opkomen. Wel kan ik de kritische uitingen begrijpen, omdat ik de invoering van de ziektekostenverzekering in principe best zinvol vind. Mijn experiment vereiste daarentegen wel de opgave van alle financiële uitgaven. Ondertussen heeft zich ook hierin veel voor mij veranderd. Ik ga met mijn gezondheid bewuster en zelfverantwoordelijker om, bewerk intensief mijn angsten, die altijd weer eens optreden en bezin mezelf op de zelfhelende krachten, die in iedere mens aanwezig zijn. Er zijn een paar artsen en tandartsen, die mij in ruil zouden behandelen, maar tot nu toe had ik dat nog niet nodig.

Voor veel mensen is mijn huidige levensmodel niet begrijpelijk en ze geloven, dat ik een afhankelijk, ingewikkeld en moeilijk leven leid. Het tegendeel is waar! Opdat u mij kan begrijpen, wil ik graag de filosofie voorstellen, die achter mijn handelen staat:

Een volledig menszijn

1. Het politieke aspect

Voor mij is het fundamenteel belangrijk, dat het in de toekomst onder andere daarom moet gaan, dat ieder mens zich ook als politiek ziet, waarbij ik niet aan de partijpolitiek denk, maar meer aan verantwoordelijke burgers, die verder dan hun eigen neus kunnen kijken en aan een verandering van de wereld willen meewerken.

De oprichting van de Geef en Neem Centrale was van mij een politieke daad, omdat daardoor nieuwe voorwaarden voor een waardevol leven geschapen worden.

Het verschil tussen arm en rijk wordt verminderd, omdat iedereen zich nu alles kan veroorloven. Werklozen hoeven zich niet meer nutteloos voelen, omdat zij met hun vaardigheden kunnen deelnemen. De burenhulp wordt gepleegd, vooroordelen tegen vreemdelingen afgebouwd, vriendschappen aangeknoopt en isolatie opgeheven.

2. Het filosofische aspect:

Om iets te kunnen veranderen in de wereld is het noodzakelijk, dat ieder individu voor zichzelf uitvindt, wat hij werkelijk wil, wat hij werkelijk nodig heeft en welke zin zijn leven heeft. In plaats van zoals tot nu toe overwegend in de buitenwereld te leven, gaat het nu daarom, ook de weg naar binnen te ontdekken en deze bewust te gaan. Wij ontwikkelen ons voorhanden potentieel, worden zelf verantwoordelijk, nemen eigen initiatief en kunnen daardoor in grote mate in de maatschappij meewerken.

3. Het psychologische aspect

De meeste problemen in onze maatschappij hebben daarmee te maken, dat wij niet weten hoe wij met elkaar moeten omgaan, dat wij ons wederzijds niet waarderen en elkaar bevechten in plaats van te ondersteunen. Oorlog, gewelddadigheden, misbruik, respectloosheid, concurrentiegedrag laten zich oplossen, als wij ons met elkaar kunnen inlaten. Mensen, die ons niet bevallen, dienen ons als spiegel. Onze verontwaardiging over iemand, die een bepaald gedrag presenteert, dat wij helemaal en absoluut niet kunnen waarderen, kan ons tot onze eigen wortels leiden. De vraag: waarom ben ik zo geraakt, wat heeft het met mij te maken brengt me een nieuwe zienswijze. In plaats van de andere te vooroordelen, zoek ik bij mezelf verder. Alles, wat ik doe, heeft een reden, die ik nu uitvindt en daarmee begin, mezelf te accepteren. Als mijn gedrag me een fout lijkt, kan ik eraan werken, hem opgegeven, na hem werkelijk geaccepteerd hebben. Met mijn eigen aanname lukt het mij ook de andere te accepteren. Zo kunnen vijandbeelden afgebouwd worden en kan een groei in liefde ontstaan.

4. Het spirituele aspect

Door de vele gebeurtenissen in mijn leven in de laatste jaren weet ik, dat naast onze materiële wereld ook een geestelijke wereld bestaat, die de meesten van ons niet kunnen zien. Steeds duidelijker wordt mij verteld, dat wij allemaal met elkaar verbonden zijn en dat wij alleen uit dezelfde goddelijke bron komen. Werkt iemand aan zijn eigen storingen, doet hij het gelijktijdig voor iedereen. De geestelijke groei van de enkeling heeft een belangrijke waarde. Wij allemaal zouden elkaar bij dit werk kunnen ondersteunen. Door dit te weten kan iedereen concurrentie en andere negatieve gevoelens tegenover de andere opgegeven en iedereen als medespeler zien.

Ik onderzoek deze vier aspecten regelmatig, corrigeer ze, als het mij nodig lijkt en bevind me daardoor in de levensstroom, die veel met het geven en nemen te maken heeft.

Projecten

Het lijkt mij niet bepaald makkelijk, projecten te ontwikkelen, waarbij anderen mee kunnen spelen, zonder zich onder iets te moeten plaatsen.

De ruilkringen

De ruilkring is zo’n project, een begin van een andere denkwijze. Hier kunnen mensen uitproberen, hun vaardigheden te ontwikkelen en ze verder te geven, nieuwe waarden te ontdekken en in hun krachten komen. De ruilkringen, waarvan er wereldwijd ondertussen zeer veel bestaan, kunnen al de wereld veranderen.

Anderzijds zijn ze alleen maar een begin. Andere projecten zouden daarbij moeten komen, om verdere mogelijkheden te hebben, het verschil tussen arm en rijk op te heffen.

De Geef en Neem gasthuizen

Het idee van de gasthuizen kwam bij het huizenoppassen bij mij op. Steeds weer werd duidelijk, dat enkele personen – meestal oudere alleenstaande vrouwen met zelfstandige uitwonende kinderen – in veel te grote huizen leven. Het liefst zouden ze mij er direct laten wonen, omdat ze de eenzaamheid en het vele werk in huis en op het erf niet meer alleen kunnen handhaven. Maar gewoon vreemde mensen uitnodigen willen ze ook niet op grond van de grote risico’s.

Ons eerste gasthuis staat in Duitsland, in Sprockhövel. Het is zeer groot – het was ooit een oude kroeg met een zaal en toneel – en daar hebben inmiddels wel eens 20 personen gelijktijdig kunnen overnachten. De eigenaar, Uli Frank, is open voor veel ideeën en heeft al jarenlang mensen voor culturele evenementen uitgenodigd. Nu draagt hij de uitvoering van het gasthuizenidee vol mee.

Mensen met weinig geld of zonder woning kunnen voor bepaalde tijd (hoogstens twee maanden) in zo’n soort huis wonen. In plaats van geld te betalen, nemen ze de verantwoording voor het huis, verrichten twee uur per dag werk in of aan het huis en kunnen zich in de aangesloten winkels ook de levensmiddelen verdienen. Er zijn een paar winkels, die ons idee ondersteunen.

Het Geef en Neem spel

Iedereen kan meespelen, die open is voor niets nieuws. Hij krijgt een Geef en Neem sticker, die goed zichtbaar aan op de voordeur, brievenbus, auto of een etalage geplakt wordt. Dit teken laat zien, dat de mens bereid is zich te openen voor andere mensen, met hem te delen en te ruilen, wat op dat moment nodig is.

Over ruilen en delen voor het zijn

De Geef en Neem beweging

Het verschil tussen arm en rijk groeit, de uitbuiting en vernieling van de aarde gaat verder. De discriminatie van hele volkeren en de onverschilligheid tegenover de grote ellendes in de wereld is schrikbarend groot geworden.

Het idee van de Geef en Neem beweging, in volledige consequentie geleefd, verandert ons gewone leven totaal. Bij “Geef en Neem” gaat het daarom, een evenwicht tussen het geven en nemen te creëren. Het gaat daarom, iedere enkele mens op waarde te schatten en hem welwillend te ontmoeten. Wantrouwen door vertrouwen in te wisselen, fouten in te calculeren en daarvan leren.

Onze huidige waarden, die met steeds verder, sneller en meer te maken hebben, te veranderen in: wat heb ik werkelijk nodig, wat kan ik werkelijk, wat wil ik werkelijk? Het individu speelt een grote rol. Hij oriënteert zich niet aan de massa, maar weet zelf, waar zijn sterke kanten en voorkeuren liggen.

Gelijktijdig is hij echt geïnteresseerd in maatschappelijke vraagstukken en neemt verantwoording voor zichzelf en het geheel.

Met de oprichting van de Geef en Neem Centrale, de ruilkring in Dortmund in februari 1994 veranderde mijn leven zich stapsgewijs. Ik had door het ruilen en delen steeds minder geld voor het leven nodig en leerde veel interessante mensen kennen. Door de conflicten, die daarbij ontstonden, werd ik gedwongen toleranter en geduldiger te worden. Mijn leven werd kleurrijker en avontuurlijker. De hiërarchische structuur van de verschillende beroepstakken losten zich voor mij op, omdat iedere bezigheid gelijkwaardig naast elkaar staat.

Leuk zou zijn, de Geef en Neem beweging uit te breiden op alle gebieden. Of het nou in de politiek, economie, families of andere structuren is, het gaat daarom, het evenwicht te herstellen tussen natuur en techniek, tussen hebben en zijn, tussen overvloed en armoede, tussen binnen en buiten. Met deze “idealistische” tekst wil ik tot gedachte-uitwisseling inspireren. Wie zich aangesproken voelt, mag zich graag bij mij melden.

Mijn naam is Heidemarie Schwermer. Mijn e-mailadres: ivory@free.de

Nederlandse vertaling door Bea, met de vriendeljike hulp van Gerard, Bernadette en andere welwillenden. Email: bea@beacom.nl