Dezember 2014

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
gleich sind wieder zwei Monate um seit dem letzten Eintrag. Dabei wollte ich hier viel öfter meine Gedanken festhalten. Allerdings gehe ich mit dem Lebensfluss und akzeptiere längere Pausen, in denen eine Menge geschieht, was ich dann später bearbeite.
Diesmal soll meine Heilungsreise nach Teneriffa im Mittelpunkt stehen. Eine Freundin hat dort eine Wohnung geerbt, die sie meist an Touristen vermietet und damit ihr Einkommen bestreitet. Sie selber fliegt zwei-, dreimal im Jahr dorthin und genießt das warme Klima und die anderen Vorzüge. Weil sie von meiner Krankheit wusste, bot sie mir an, eine Reise mit ihr für drei Wochen in die Wärme zu machen. Teneriffa hat den Ruf, eine Heilinsel zu sein wegen des Klimas und der gebirgigen Landschaft. Viele Heilungsgeschichten kursieren dort.
Ich war Feuer und Flamme, konnte mir im Vorab das wunderbare Gefühl der Wärme und Leichtigkeit vorstellen. Als sie ein günstiges Angebot für unsere Flüge fand, war klar, dass der triste November und Anfang Dezember in wohliger Stimmung geschehen würde. Meine Gesundheit kam nur langsam voran im kalten Deutschland, und ein Wärmekick käme mir gerade recht. Die Woche vor dem Flug wohnte ich bei einer anderen Freundin in der Nähe des Flughafens. Drei Tage vor Abflug begann ich, einen Kontakt zu meiner Reisebegleiterin zu suchen, was mir jedoch nicht gelang. Alle Mails kamen zurück, ihr Handy war ausgestellt, und ein Telefonfestnetz hatte sie nicht. Ich wurde von Tag zu Tag unruhiger, regte mich innerlich sehr auf, so dass ich in eine alte Schwäche verfiel und mich ernsthaft fragte, ob ich überhaupt in der Lage wäre, diese Reise zu bewerkstelligen. Am Vorabend der Reise besprach ich mich mit meiner anderen Freundin, fachsimpelte darüber, ob ich wohl auch allein fliegen könnte, denn das Flugticket hatte ich ja schon. Wie froh war ich, als sie sich dann doch noch meldete, mir erklärte, dass ihre technischen Kommunikationsmittel alle versagt hätten und sie sich dafür entschuldigte. Der Flug und das Ankommen gestalteten sich leicht. Dennoch verbrachte ich die erste Woche meist auf dem Bett liegend, so schwach fühlte ich mich. In der zweiten Woche veränderte sich alles. Ich begab mich an den Strand, ging viel spazieren und schöpfte täglich mehr Kraft. Ich spürte regelrecht eine Besserung von Tag zu Tag, die mich in eine große Freude brachte. Wenn wir um 18.00 Uhr (19.00 in Deutschland) die Friedensmeditation zusammen machten, die ich ja schon über Monate mit vielen anderen in Deutschland begonnen hatte, saßen wir auf dem Balkon, sahen täglich die Sonne untergehen um 18.00 Uhr und öffneten unsere Augen um 18.30 in tiefer Dunkelheit. Die Dämmerung fehlte hier.
Ich hatte mich in den letzten Monaten oder besser noch den letzten beiden Jahren sehr mit der Ernährung auseinandergesetzt. Viele schädliche Dinge hatte ich weggelassen, nahm weder Zucker- noch tierische Produkte zu mir und quälte mich mit meiner gesunden Kost herum. Vieles schmeckte mir einfach nicht mehr. Das änderte sich auf der Insel. Das Obst und Gemüse waren so köstlich, dass meine Esslust zurückkehrte. Die meisten Obstsorten wurden regional angebaut auf gesundem Boden, was wirklich spürbar war. Außerdem wurde ich von meiner Freundin wunderbar bekocht, so dass meine Kräfte einen Schub erhielten.
Die Wohnung war nicht sehr groß, und wir konnten uns nicht unbedingt ausweichen darin. So geschah es, dass wir uns plötzlich in einer unguten Stimmung befanden. Wir gingen uns auf die Nerven, was wir beide unerträglich fanden. Ich überlegte schon, ob ich die letzte Woche an einer anderen Stelle verbringen sollte, besann mich dann aber auf meine „gib&nimm“ Lehre, mit der ich schon viele Streitigkeiten gelöst hatte. Ich verband mich mit der geistigen Welt und bat um Unterstützung. „Allein schaffe ich es nicht, brauche unbedingt Hilfe von euch, damit ich aus dem Ärger herauskomme,“ betete ich. Bei Streit ist es oft so, dass ich mein Vertrauen ins Göttliche verloren habe und in alten Kindheitserinnerungen gefangen bin. Oft ist es so, dass diese Kindheitsgefühle dann so stark sind, dass ich sie nicht transformieren kann allein. Meistens wende ich mich dann an meine geistigen Helfer und besinne mich dadurch auf eine andere Ebene. So auch diesmal. Der Ärger fiel von mir ab, und ich konnte wieder durchatmen. Wie erstaunt war ich, als ich dann auf eine lockere und leichte Freundin stieß. Auch sie hatte sich an ihre Helfer gewandt und Ruhe gefunden. Nun konnten wir gemeinsam unser „Drama“ besprechen Schließlich wussten wir, dass die meisten schlechten Stimmungen daher rührten, dass unser Gegenüber uns etwas spiegelt. Die Spiegelung dient meist dazu, dass wir unsere eigenen Fehler erkennen. So war es auch diesmal. Wir beide hatten zur gleichen Zeit dieselbe Erkenntnis gemacht. Wir hatten in der anderen beide unsere Mütter gesehen, die uns bevormunden wollten. Für uns beide war es ein großer Schritt in mehr Frieden. Dankbar waren wir für diese Erfahrung.
Eine andere Erfahrung hatte mit meinem neuen Buch zu tun. Täglich las ich daraus eine Geschichte vor, über die wir dann ins Philosophieren kamen, genau das, was ich in Zukunft mit kleinen Gruppen machen möchte. Auch dafür bin ich sehr dankbar.
So kann ich sagen, dass meine Kraft nicht nur auf der körperlichen Ebene in Schwung kam sondern auch auf der seelischen und geistigen.. Wir konnten etwas auflösen und im Vertrauen weitermachen. Wunderbar!
Einen guten Übergang in das neue Jahr und viele schöne Erkenntnisse wünscht
Heidemarie im Dezember 2014