Mai 2014

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

Wo bleibt der neue Text? Diese Frage erscheint immer mal, wenn ich mir zu lange Zeit lasse. Eigentlich sollte einmal im Monat ein aktueller Text entstehen, aber leider komme ich nicht dazu. Was ist in der letzten Zeit geschehen?

Vom 3.bis zum 11.4.2014 gab es das „Cosmic Cine Festival“ in vier verschiedenen Städten: in München, Karlsruhe, Darmstadt und Zürich. Dieses Filmfestival wurde von Dunja und Maik Burghardt aus Frankfurt vor vier Jahren ins Leben gerufen. Es werden dort Dokumentarfilme mit anspruchsvollen Themen vorgestellt. Von Jahr zu Jahr wächst das Publikum, die Filme werden weitergetragen, bekannt gemacht und bewirken einiges in der Welt. In den letzten drei Jahren war ich dabei und bin überaus dankbar für diese Erfahrung. Auch diesmal passte alles vorzüglich. Am 3.4.2014 wurde ich aus der Reha, die im Allgäu stattgefunden hatte, entlassen, fuhr mit einem jungen Mann nach München, wo ich in seiner Wohnung bleiben durfte für die Zeit meiner Filmbesuche. Das Kino war zu Fuß von meiner Wohnstatt zu erreichen. 18 Filme wurden vorgestellt, manchmal vier an einem Tag, die ich mir aber nicht alle anschaute. Am Ende der Woche gab es eine Übersicht über die beliebtesten Filme. Diesmal stand der Film „das Geheimnis der Bäume“ von Luc Jacquet an erster Stelle in der Beliebtheitsskala. In fast allen Filmen – auch in denen der letzten Jahre – geht es ums Aufdecken unguter Machenschaften, ums Aufzeigen neuer Verhaltensweisen, ums Aufwachen, um die eigenen Kräfte zu spüren und die bisherige Ohnmacht mit neuem Mut zu transformieren. Der Zuschauer ist nicht nur Konsument, der sein Leben genauso weiterlebt wie bisher, sondern eine Mitmacherin, die häufig etwas in ihrem Leben verändert, weil sie durch einen Film inspiriert wurde. So ging es mir auch wieder in diesem Jahr. In einer Szene sah ich 5 mal die Erde nebeneinander gestellt. Dazu gab es folgenden Kommentar: Wenn jeder einzelne Mensch so viel Energien verbrauchte wie ein Nordamerikaner heutzutage, bräuchten wir fünf Erden. Wenn jede so viel Energie verbräuchte wie ein Europäer wären drei Erden nötig! Das ist doch Wahnsinn! Wir brauchen neue Strukturen in unserm Alltag !

Für mich bedeutet das, noch mehr auf „eine Welt ohne Geld“ hinzuweisen, auch wenn ich zu Beginn meiner Ausführungen meistens den Protest „das kann doch gar nicht gehen“ zu hören bekomme. Als ich neulich in Salzburg an der Uni in einer kleinen Studentenrunde dieses Thema ansprach, gab es auch hier zunächst Unverständnis. Gemeinsam arbeiteten wir heraus, dass es absolut wichtig ist, die ganze Erde mit ihren 7 Milliarden Menschen mit einzubeziehen. Es geht doch nicht an, dass die sogenannten Reichen – also wir- weiterhin die Ressourcen aufbrauchen, während viele Menschen dahinsiechen. Die Kleinfamilien sollten erweitert werden zu einem neuen Wir-Gefühl. Wir alle sind Erdenbürger, die miteinander teilen könnten wie in einer gut funktionierenden Familie. In der Reha im Allgäu gab es eine Situation, die mich empörte: Kleine Butterstücke, die morgens und abends angeboten wurden, kamen aus Schleswig-Holstein, dem nördlichsten Bundesland Deutschlands. Ich befand mich gerade im südlichsten Bundesland, in dem es die gesündesten Kühe gibt. Auf meine Nachforschungsfragen, warum das so sei, erhielt ich von mehreren Stellen die Antwort, dass es hier um die günstigsten Preise ginge beim Einkauf der Butter. Eine Entscheidung, die auf dem Rücken der Erde ausgetragen wird, denn der Transport, der in großen Lastautos vorgenommen wird, verpestet die Luft und verbraucht eine Menge Benzin, das doch immer rarer wird. Was nach einer Kleinigkeit aussieht, könnte ein Anfang für etwas Neues sein. In den Regionen Ausschau zu halten nach den Dingen, die in dieser Region hergestellt werden. So können lange Anfahrtswege vermieden werden. Mir begegnen in letzter Zeit Menschen, die sich um einen Plan B bemühen. D.h.die jetzt schon darüber nachdenken, wie eine neue Welt funktionieren könnte. Wo seien heute schon Veränderungen vorzunehmen als Vorbereitung für einen anderen Umgang mit den Dingen. Jeder steht dabei an einem anderen Punkt. Mein Ansatz von der „Welt ohne Geld“ ist nicht als Mission gedacht, in der alle nun diesen Ansatz heute schon verfolgen sollen, sondern erst einmal die Vorstellungskraft zu aktivieren. Bei dem Plan B geht es darum, zu erkennen, dass das, was wir heute leben, ganz und gar nicht optimal ist, dass das, was wir heute leben, die Erde zerstört und uns krank macht. Auch wenn wir hier im Westen uns auf der Sonnenseite befinden, ist es doch nötig, ALTERNATIVE LEBENSFORMEN ZU ENTDECKEN UND ENTWICKELN. Wir dürfen dankbar sein für unser Leben, sollten jedoch auch heute schon Verantwortung für das Ganze übernehmen.

Einen restlichen schönen Mai wünscht Heidemarie

P.S.Meine Gesundheit stabilisiert sich von Tag zu Tag. Dabei überprüfe ich alles, was auf mich zukommt, auf Effektivität und Relevanz für mein eigenes Leben. Vieles wird einfach gestrichen, Stressfaktoren ausgeräumt, um die nötige Beschaulichkeit einzubauen und ein Leben in Wachheit zu führen.