Mai 2015

Liebe Leserin, lieber Leser,
in diesem Jahr kam der Frühling so nach und nach, wie ich es liebe. Jeden Tag etwas grüner und dann – nach dem Regen, die volle Blüte von allem.

Kleine Schritte im Alltag zu machen, ist eine Freude für mich. Manchmal geht das auch konform mit ungeliebten Fehlern, die sich nicht einfach auflösen lassen sondern ständig wiederkommen. Das Gefühl: diese Unebenheit habe ich für alle Zeit aufgelöst und dann doch wieder davon heimgesucht zu werden, ist etwas, was ich gar nicht so gern habe. Es ist wie Regen und Kälte, denen ich ungeschützt ausgeliefert bin. Der Regen geht durch die Kleidung, was sich sehr unangenehm anfühlt. Habe ich allerdings Regenzeug an und bin eingestellt mit der entsprechenden Kleidung, kann ich auch dieses Wetter willkommen heißen, weil es für die Natur und vielleicht auch für mich wichtig ist.

So ist es auch mit den Störungen in uns. Können wir sie annehmen, uns vielleicht sogar bei ihnen bedanken, weil sie uns mal wieder aufmerksam gemacht haben auf eine wichtige Sache, sind wir fein raus. Wir spüren im selben Augenblick einen Fortschritt für unser Leben und können entsprechend damit umgehen – bis zum nächsten Mal.

Zur Zeit befinde ich mich in einem Haus mit jeglichem Komfort für mich:
das Telefon hat flatrate. So kann ich alle versäumten Telefonate nachholen. Das Internet ist offen für mich, auch mit flarate, so dass ich meine Angelegenheiten in aller Ruhe versehen kann. Fernsehen gibt es hier auch, ein für mich seltener Luxus, denn die meisten Hausbesitzer, die ich besuche, haben ihre Fernsehgeräte verbannt. Hier könnte ich also die eine oder andere Sendung genießen.
Heute Morgen komme ich nicht ins Internet, obwohl ich mir wichtige Dinge dafür vorgenommen hatte. Alle Telefonanschlüsse sind belegt oder mit Anrufbeantworter versehen, und das Fernsehen hat den Geist aufgegeben, zumindest für mich. Ein Fachmann oder die Hausbesitzerin, die gerade verreist ist, würde sicherlich die richtigen Knöpfe zum Drücken finden, um es wieder in Gang zu bringen. Ich jedoch fühle mich ausgeliefert, weil die technischen Störungen für mich irreparabel sind.

Was bedeutet das nun wieder? Worauf werde ich aufmerksam gemacht?
Meine Überlegungen werden unterbrochen durch einen Telefonanruf einer Freundin, die sich bei mir meldet. Im Laufe des Gesprächs lese ich ihr diesen Text vor, um zu prüfen, ob sie meine Gedanken nachvollziehen kann.“Und ob“, lacht sie,“ständig werde ich von irgendwelchen Störungen malträtiert. Nehmen wir nur einmal das Beispiel von gestern. Da war ich mit einer Handarbeit beschäftigt, die ich unbedingt schnell beenden wollte. Dabei bin ich dann so ungeduldig geworden, dass ich zum Schluss alles weggeworfen habe. Geduld ist nicht meine Stärke,“ erklärt sie weiter. Wir tauschen uns noch eine Weile darüber aus, wie die kleinen Dinge im Alltag unser Bewusstsein schärfen können.

Das Aussen spiegelt uns Dinge, die sich im Innen auf anderer Ebene befinden. Für mich sind das Hilfen aus dem Kosmos, Zeichen, die es gilt, wahrzunehmen. Für uns alle gibt es diese Zeichen, egal wo wir gerade stehen, oder was wir erleben. Wenn wir uns öffnen für den Lebensfluss, werden wir immer öfter daran erinnert, dass wir im Fluss mitschwimmen dürfen und uns dabei glücklich fühlen können.

Ich werde manchmal gefragt, warum ich nicht einfach die Tatsachen hinnehmen kann und gegen den Strom schwimmen müsse, wenn es um die Geldproblematik geht. Das sind für mich keineswegs die kosmischen Gesetze, denen ich mich anpassen sollte. Vielmehr sind dieses von Menschen gemachte Regeln und Gestze, die ich keineswegs mittragen möchte und darum gern gegenan gehe. Da müssen wir stark unterscheiden: Was gehört abgeschafft, weil Profitgier oder andere negative Emotionen unsere Handlungen steuern?
Wo zeigt uns die geistige Welt eine Richtung, die die Erde schützt und von der Natur getragen wird? Alles hat mit Bewusstsein zu tun, sei es zu dessen Schärfung, zu mehr Klarheit, Toleranz und Akzeptanz.

Einen wunderschönen weiteren Frühlung wünscht uns allen Heidemarie im Mai 2015

P.S. Mein gesundheitlicher Zustand scheint sich zu stabilieren. Allerdings werde ich immer wieder dazu aufgerufen, genau zu prüfen, was gut für mich ist und was ich lieber lassen sollte. Meine Physis reagiert sofort (negativ), wenn ich vergesse, in Ruhe zu sein und meine Bedürfnisse zu respektieren.